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Gbureks Geld-Geklimper: Die letzten Punkte hinter dem Komma sind ausgereizt

Gbureks Geld-Geklimper: Lieber Aktien als Anleihen

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Bargeld

In Krisenzeiten ist es sinnvoll, das Portemonnaie voll zu haben. Möglicherweise werden ec-Karten zur Bezahlung nicht akzeptiert, und Geldautomaten spucken kein Geld mehr aus. Sehr Vorsichtige horten das für vier Wochen nötige Bargeld im heimischen Safe. Nach einer Bankpleite müssen die EU-weit vorgeschriebenen gesetzlichen Einlagensicherungstöpfe einspringen. Sie sollen Guthaben von Girokonten, Tagesgeldern und Sparbüchern bis zur Höhe von 100.000 Euro nach maximal 20 Arbeitstagen wieder bereitstellen. Diese Zeit ist zu überbrücken.

Graue Flamme = Sicher bei Bankpleite, fünf rote Flammen = hohes Risiko

Bild: Sebastian_Wolf

Die letzten Punkte hinter dem Komma sind ausgereizt

Auf welche Renditequellen es Banken ad hoc absehen, ist schnell beantwortet: Die jüngsten Zuckungen der Kurse niedrigst verzinslicher Bundesanleihen zeigen, dass hier die allerletzten Prozentpünktchen hinter dem Komma ausgereizt werden. Wie absurd das ist, belegt eine kurz vor der EZB-Entscheidung durchgeführte Umfrage von Allianz Global Investors zum Thema Risiko. Ihre Kernaussage: „Bei Anleihen sehen die Befragten höhere Risiken als bei Aktien: Während sieben von zehn Befragten einen starken Kurseinbruch an den Aktienmärkten als größeres Risiko sehen, ist bei Staatsanleihen die Risikowahrnehmung mit 73,8 Prozent stärker ausgeprägt.“
Woraus Banken ihre Renditen in Zukunft generieren, sollte privaten Anlegern nicht ganz egal sein.

Denn nach dem Ausreizen der Bundesanleihen werden sie sich – Risiko hin, Risiko her - verstärkt den Aktien zuwenden und dabei unter den deutschen Aktien (vorzugsweise aus Dax und MDax) die Kombination von nachhaltigem Geschäftsmodell, hohem Börsenwert (Marktkapitalisierung bzw. Liquidität), hoher Dividendenrendite und niedrigem Kurs-Gewinn-Verhältnis anstreben. Private Anleger können ihnen ganz einfach auf die Schliche kommen, indem sie die relative Stärke der Aktien verfolgen, also in den kommenden Wochen vermehrt darauf achten, ob während eines bestimmten Zeitabschnitts zum Beispiel im Dax der Kurs von BASF sich besser entwickelt als der von K+S oder im MDax der Kurs von Bilfinger besser als der von Springer. Also branchenübergreifend, was zu weiteren Erkenntnissen führt. Die entsprechenden Kursgrafiken stehen im Internet ja kostenlos zur Verfügung.

Problematische Firmenanleihen und Wohnimmobilien

Da Aktien temporär Kursrisiken haben (weshalb viele Anleger ihre Kurschancen in unsicheren Zeiten wie jetzt zu vergessen scheinen), tappen gerade diese Anleger in Fallen, indem sie den Anbietern hochverzinslicher Unternehmensanleihen auf den Leim gehen. Geboten werden zum Teil Unternehmensanleihen mit Renditen über sieben Prozent. Das kann für Anleger bis zum Totalverlust führen, also Finger weg! Fatal daran ist, dass die Nennung eines festen Prozentsatzes Sicherheit suggeriert, wo in der Regel alles andere als Sicherheit da ist. Dagegen gelten Aktien in breiten Bevölkerungskreisen als unsicher, nur weil ihre Kurse zwischenzeitlich stark schwanken können. Dieser Irrglaube ist nicht auszurotten.

Ein anderer auch nicht: Dass Immobilien per se sicher sind. Derzeit sind ja besonders Wohnimmobilien in Mode. Nach dem Motto: Fünf Prozent Mietrendite minus drei Prozent für den Baukredit macht unter dem Strich immer noch zwei Prozent, das Ganze verbunden mit der Aussicht auf Wertsteigerung oder zumindest auf Werterhalt.

Da wir es in Deutschland gerade mit einem Vermietermarkt zu tun haben, ist das Angebot an lukrativen Objekten – zumal in den stark nachgefragten Metropolen und Universitätsstädten – knapp bis gar nicht mehr vorhanden. Ganz zu schweigen von den täglichen Unannehmlichkeiten, die den Vermietern von ihren Mietern drohen. Neulich habe ich bei einem Flug mit Air Berlin mangels spannenderer Lektüre zur neuesten Ausgabe der Zeitschrift „Guter Rat“ gegriffen. Unterzeile des Titels: „Wie Vermieter tricksen und wie Sie davon sogar profitieren“.

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Der Inhalt hat mir dann die Sprache verschlagen – nicht etwa, weil an ihm sachlich allzu viel auszusetzen gewesen wäre, sondern weil er ideologisch aufgeladen war – ein repräsentatives Stimmungsbild im Vorgriff auf das, was Vermieter einzelner Objekte in Zukunft vom deutschen Mietrecht zu erwarten haben. Davon wenig bis gar nicht betroffen sind dagegen die meisten Wohnungsgesellschaften und ihre Aktionäre.

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