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kolumne Gbureks Geld-Geklimper: Die neuen Gold-Perspektiven

Kolumne von Manfred Gburek

Der Goldpreis hat in Euro einen neuen Gipfel erklommen, in Dollar braucht er dafür noch etwas Zeit. EZB und Fed sind gerade dabei, eine neue Preisrakete zu zünden.

1980

Zu Beginn des Jahres 1980 steigt der Goldpreis erstmalig auf 850 US-Dollar (inflationsbereinigt 2.100 US-Dollar). Steigende Ölpreise und die damit verbundene hohe Inflation, der sowjetische Einmarsch in Afghanistan und die Revolution in Iran sorgen weltweit für Verunsicherung.

Goldpreis am Ende des Jahres:

589,8 US-Dollar
392,4 Euro
119.823,1 Yen
246,7 Pfund
1.047,8 Schweizer Franken

Bild: ap

Wer die Medien in den vergangenen Wochen zum Thema Gold abgeklopft hat, ist bestimmt von einer Verwirrung in die nächste gestürzt. Belassen wir es nur bei der folgenden Dreier-Chronologie:

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„So oder so steigt der Goldpreis mittelfristig“, verriet der Schweizer Vermögensverwalter Felix Zulauf der "Handelszeitung" am 6. September.

„Die Fed zum Beispiel könnte hingehen und ihre Assets dramatisch wertvoller machen, indem sie den Goldpreis nach oben zieht. Würde sie etwa den Goldpreis bei 10.000 Dollar je Unze festlegen, dann wäre das Gold in den Kellern der Fed wertvoll genug, um jeden im Umlauf befindlichen Dollar zu decken.“ Dieser Vorschlag, eine Woche später im Handelsblatt nachzulesen, stammt von Scott Minerd, Anlagestratege der Vermögensverwaltung Guggenheim Partners.

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„Von Gold halte ich praktisch überhaupt nichts. Punkt. Wenn ich in die BASF investiere, dann gibt es da Arbeitskräfte, Vorstände und eine Geschäftsidee. Gold ist dagegen reine Spekulationssache, weil es keinen realen Wert hat.“ Das hat Martin Weber, Professor für Behavioral Finance an der Uni Mannheim, am Mittwoch dieser Woche auf der Internetseite DiePresse.com behauptet.

Vom Notenbankgold bis zum Mythos

Nun ist der Unterschied zwischen „keinem realen Wert“ und einem „Goldpreis bei 10.000 Dollar“ wahrlich kein Pappenstiel, weshalb man die Verwirrung vieler Anleger wegen solch widersprüchlicher Aussagen gut verstehen kann. Die Diskrepanz ergibt sich offenbar aus der unterschiedlichen Definition des Goldes: Während der Guggenheim-Vermögensverwalter es in diesem Fall als Aktivum der US-Notenbank Fed interpretiert, ist es aus Sicht des Professors ein Spekulationsobjekt.

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Zweifellos verkörpert das Edelmetall beides, auch wenn die Zusätze des Professors, es handle sich um eine reine Spekulationssache und um keinen realen Wert, allein schon in Anbetracht der Fakten nicht haltbar erscheinen. Im Übrigen sind beide Aussagen nur ein Bruchteil der Wahrheit, denn Gold bedeutet viel mehr als nur Notenbank-Aktivum und Spekulationsobjekt: international akzeptiertes Geld, Schutz vor Inflation, sicherer Hafen, Rohstoff, Schmuck, Mythos. Aus all diesen Eigenschaften einschließlich der zitierten ergeben sich Angebot und Nachfrage, die den Preis bestimmen, und der ist seit 2001 aufwärts gerichtet.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 04.10.2012, 21:47 Uhrsamui1970

    Der Vermögensverwalter von Guggenheim & Felix Zulauf gehen beide vermutlich nicht unter 1 Mio. Dollar Verdienst pro Jahr nach Hause und der dilletantische Professor für Pseudo-Wissenschaften bekommmt vielleicht ein B4-Gehalt von 100.000 Dollar, was bei seinen Aussagen leider immer noch 70.000 zuviel sind. Aber er tritt zumindest den Beweis an, dass man in Deutschland Hochschullehrer ohne jedlichen Plan von Wirtschaft zu haben, werden kann...

  • 04.10.2012, 18:56 UhrGloeckl_Rainer

    Sofern viermal soviel Dollar zuätzlich in den Markt kommen, ergäbe das die besagte 10.000 Dollar pro Unze, aber es hätte sich nichts geändert.
    Was mich umtreibt ist die Erkenntnis, dass früher bei Saatspleiten als Sicherheit der Kauf von Gold wirkte, weil der Dollar stabil blieb. Doch jetzt sind praktisch alle wichtigen Staaten mit Fiat Money überfrachtet und der Dollar (Yen, Euro) fragwürdige Währungen mittelfristig Richtung Null (Währungsreform).

    Was dan vom Gold übrig bleibt ist ungewiss und wird im Zweifelsfall als Zahlungsmittel bei Händler mit heftigen Abschlägen oder gar nicht akzeptiert - weil der einfach zuviel davon Angeboten bekommt und wenig damit anfangen kann. War alles schon mal da!

  • 04.10.2012, 18:29 Uhrraentnaer

    Na, Gott sei Dank: Bei USD 10,000 ist endlich Schluss!
    ....Wenn nicht weiter gedruckt wird.

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