
Null Zinsen für vier Milliarden Euro – ganz schön clever, was die Leute von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sich da am Mittwoch mit der Auktion von Bundesschätzen wieder einmal einfallen ließen. Deutschland als Hort der Stabilität, für diese Story können sich auf Sicherheit bedachte Großanleger offenbar immer noch erwärmen. Aber lange wird es nicht mehr dabei bleiben; denn die Zinswende nach oben, gemessen an der Rendite von Bundesanleihen, hat bereits stattgefunden. Und die vier Milliarden erscheinen in einem ganze anderen Licht, wenn man sie zum Kapitalbedarf des Bundes in Beziehung setzt.
Dazu nur eine Zahl, ermittelt von Analysten der Deutschen Bank: Bricht die Eurozone in ihrer jetzigen Form auseinander, was sich immer mehr abzeichnet, muss Deutschland unter bestimmten realistischen Bedingungen netto zusätzlich nahezu 1,1 Billionen Euro berappen. Zum Vergleich: Die Vereinigung der Bundesrepublik mit der DDR hat etwa 1,6 Billionen Euro gekostet. Darin ist allerdings nicht der Aufwand für Kollateralschäden enthalten, wie Pleiten zahlloser Bauträger in den neuen Bundesländern oder Totalverluste von Anlegern mit Steuersparmodellen.
Tagesgeld wird bald lukrativer
Bild: dpaFangfrage 1: "Darf ich meinen Nachbarn mitbringen?"
Verbraucherschützer raten dazu, einen Zeugen mit zum Gespräch zu nehmen. Eine unabhängige Person kann hinterher bezeugen, was besprochen wurde. Wenn das dem Berater nicht passt oder er versucht, dies zu verhindern, sollten Kunden misstrauisch werden.
Bild: dpaFangfrage 2: "Wenn etwas schief läuft, dann ersetzen Sie mir doch den Schaden?"
Solch eine Versicherung gegen Verluste wünscht sich jeder Anleger, doch keine Bank mag das versprechen. Wenn ein Berater sich darauf einlässt, überschreitet er seine Kompetenzen – und will unbedingt etwas verkaufen. Dafür ist ihm jedes Mittel recht, auch eine Fehlinformation an den Kunden.
Bild: dpaFangfrage 3: "Welche Produkte brauche ich denn nun?"
Gute Berater entwickeln eine Strategie, und sie schauen sich die Vermögens- und Finanzsituation eines Kunden an. Dann reden sie mit ihm über seine Ziele und seine Risikobereitschaft. Einzelne Produkte kommen – wenn überhaupt – immer ganz zuletzt. Berater, die sich sofort darauf einlassen, denken vor allem an ihre Provision. Diese ist häufig davon abhängig, wie viel Produkte in einem bestimmten Zeitraum von ihm verkauft werden.
Bild: dpaFangfrage 4: "Können wir nicht Zeit sparen und diese überflüssige Liste mit meiner finanziellen Situation ausklammern?"
Zeitdruck darf in einem Gespräch nicht aufkommen. Nur wer als Berater gut und umfassend über seinen Kunden Bescheid weiß, kann ihn auch gut beraten. Wer sich auf solche scheinbar verständlichen Wünsche schnell einlässt, tut sich selbst und dem Kunden keinen Gefallen.
Bild: dpaFangfrage 5: "Ich bin risikoscheu und möchte mindestens fünf Prozent Rendite. Das ist doch für Sie kein Problem?"
Es sollte ein Problem für Berater sein. Wer diese Frage sofort bejaht, hat sich als unsolide geoutet. Denn fünf Prozent Rendite sind aktuell meist nur mit einem recht hohen Risiko oder anderen Nachteilen zu erzielen. Wer als Anleger gar kein Risiko möchte, muss sich aktuell eher mit einem bis zwei Prozent begnügen – den Konflikt zwischen Risiko und Rendite sollte ein Berater darstellen und nicht schamhaft überspielen.
Bild: dpaFangfrage 6: "Mein Geld brauche ich immer sofort, das geht doch ohne Verlust?"
Beides geht häufig nicht, insbesondere bei längerfristig angelegtem Geld. Ein schnelles „Ja“ sollte also vorsichtig machen. Schließlich will jeder Anbieter von Geldanlagen am Verkauf etwas verdienen. Und vom jeweiligen Produkt hängt es ab, wie schnell das Geld wieder liquide ist. Ohne Verlust zu jedem beliebigen Zeitpunkt kommen Anleger nur ans Tagesgeld. Doch hier sind die Renditen auch entsprechend niedrig.
Bild: dpaFangfrage 7: "Ich vertraue Ihnen, das Kleingedruckt ist sicher in Ordnung. Wo soll ich unterschreiben?"
Geldanlagen sollten gut überlegt sein. Berater, die ihren Kunden wenig Zeit lassen, wollen ein Gespräch schnell abhaken. Häufig verbergen sie diese Absicht. Durch diese Fangfrage können Anleger dem Berater auf die Schliche kommen. Jeder Berater sollte das Kleingedruckte erklären, und hinterher sollte es der Anleger noch mal lesen. Einfach zu unterschreiben, ist keinesfalls in Ordnung.
Bild: dpaFangfrage 8: "Was für ein tolles Angebot. Etwas Besseres werde ich wohl kaum finden. Gilt das nur heute?"
Da schmiert der Kunde dem Berater gleich doppelt Honig um den Bart. Wenn er ob des Lobes strahlt und dann den Zeitdruck bestätigt, ist er in die aufgestellte Falle getappt. Da denkt einer nur an sich und will mit einem Abschluss möglichst schnell den nächsten Kunden beraten.
Bild: dpaFangfrage 9: "Brauche ich wirklich so viel Papier? Das soll ich doch wohl nicht lesen?"
Anleger brauchen den Überblick und wenig Papier. Sie müssen verstehen, was sie kaufen, und deshalb sollte die Information einer Bank verständlich und kurz sein. Wer seinen Kunden mit Papier überschüttet, legt ebenso einen Offenbarungseid ab wie jemand, der diese Frage bejaht.
Bild: dpaFangfrage 10: "Wie viel Gebühren bekommt ihre Bank eigentlich? Und wie hoch ist ihr Honorar?"
Solch eine Frage sollte man sich bis zuletzt aufheben. Kein Berater redet darüber gerne. Der Anleger erhält ja Informationen, was der Gesprächspartner und sein Arbeitgeber verdienen. Für die Beurteilung der wahren Absichten eines Verkäufers und der Rendite vieler Anlageprodukte sind die damit verbundenen Kosten jedoch essentiell. Kosten mindern die Rendite des Anlegers, je höher sie sind, um so weniger kommt für den Kunden heraus.
Fangfrage 1: "Darf ich meinen Nachbarn mitbringen?"
Verbraucherschützer raten dazu, einen Zeugen mit zum Gespräch zu nehmen. Eine unabhängige Person kann hinterher bezeugen, was besprochen wurde. Wenn das dem Berater nicht passt oder er versucht, dies zu verhindern, sollten Kunden misstrauisch werden.
Für den Bund stellt sich nun die Frage: Woher das viele Geld nehmen? Zur Finanzierung der deutschen Einheit zauberte das Team von Helmut Kohl seinerzeit den Soli aus dem Hut. Ein Europa-Soli ist deutschen Steuerzahlern nicht vermittelbar. Doch keine Frage, es wird umfangreiche Steuererhöhungen geben, deren Ausgestaltung im Detail von der kommenden Regierungsmannschaft abhängt. Außerdem noch mehr Schulden und für den Fall, dass sie auszuufern drohen, auch die eine oder andere gesetzlich verordnete Zinsbremse. Alles zusammen wird allerdings nicht verhindern können, dass der Bund dann viel mehr für Zinsen ausgeben muss als jetzt.
Allein schon das, was sich da abzeichnet, spricht für die Anlage liquider Reserven in Tagesgeld, dessen Zinsen sich erfahrungsgemäß relativ schnell den steigenden Renditen von Bundespapieren anpassen. Es gibt indes noch zwei weitere Faktoren, die dafür sprechen: der über Konditionen ausgeführte, in den kommenden Monaten immer intensiver werdende Kampf der Banken um Einlagen und die im Vergleich zu konkurrierenden Finanzprodukten einfache Handhabung. Letztere besteht ja, falls eine Kontoverbindung schon da ist, nur aus einem Telefonat oder alternativ aus einem Online-Auftrag, fertig ist die Geldanlage.
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