Gbureks Geld-Geklimper: Eine neue Ära der Schulden-Eskalation

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Eine neue Ära der Schulden-Eskalation

Kolumne von Manfred Gburek

Fed und EZB haben ihr Pulver weitgehend verschossen, jetzt gehen beide ihren eigenen Weg. Eine neue Ära der Schulden-Eskalation beginnt – mit schlimmen Folgen für weite Anlegerkreise.

Die US-Notenbank hat entschieden: Schluss mit dem Anleihenkaufprogramm Quantitative Easing (QE). Das ist offenbar wenig überraschend, wie die anschließende Reaktion der amerikanischen Börse am Mittwoch gezeigt hat: Kursrückgang ja, aber in Maßen.

Doch wer die offizielle Stellungnahme zu der Entscheidung ganz liest, reibt sich verwundert die Augen: Nur ein einziger Satz zu QE, aber je sechs Mal die Worte labor (Arbeit) und employment (Beschäftigung). Also die Verwandlung der Fed in eine Art Arbeitsministerium. Damit drückt Fed-Chefin Janet Yellen dieser primär eigentlich für die Geldpolitik zuständigen Institution endgültig ihren Stempel auf.

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Also können wir uns einem anderen Schwerpunkt zuwenden, denn die zu lösenden Probleme liegen tiefer verborgen als bei der Fed. Zum Beispiel in den weltweiten Schulden von Staaten, Organisationen, Unternehmen und Privatleuten: Bereits 2013 lagen sie bei gut 150 Billionen Dollar.

Vor Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 betrugen sie erst 107 Billionen Dollar. Und weil es üblich ist, Schulden in Bezug zur Wirtschaftsleistung zu setzen, folgen hier gleich die entsprechenden Daten: 2013 lagen sie bei 212 Prozent nach 174 Prozent vor der Finanzkrise. Im Vergleich dazu machen die Daten der Schuldensünder unter den Euroländern geradezu einen soliden Eindruck.

Biografische Daten der Fed-Chefin

  • Name

    Janet L. Yellen

  • Alter und Geburtsort

    67 Jahre; Brooklyn, New York

  • Ihre Vision

    „Ich hoffe und vertraue darauf, dass die Tage des 'Niemals-Erklärens, Niemals-Entschuldigens' für immer vorbei sind und dass die Federal Reserve es fortsetzt, die Früchte des deutlichen Erklärens ihrer Handlungen gegenüber der Öffentlichkeit zu ernten.“ (Janet Yellen bei einer Rede vor der Gesellschaft amerikanischer Wirtschaftsredakteure und Autoren am 4. April 2013)

  • Ausbildung

    Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften von der Brown University (US-Staat Rhode Island, 1967); Doktor in Wirtschaftswissenschaften von der Yale University (US-Staat Connecticut, 1971)

  • Berufserfahrung

    Seit 2010 stellvertretende Präsident der Fed; von 2004 bis 2010 Präsidentin der Federal Reserve Bank of San Francisco; von 1997 bis 1999 Vorsitzende des Rats der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses (Council of Economic Advisers); von 1994 bis 1997 Mitglied des Federal Reserve Board of Governors; von 1980 bis 1994 Lehrkraft an der University of California, Berkeley; von 1978 bis 1980 Dozentin an der London School of Economics and Political Science; von 1977 bis 1978 Ökonomin bei der Federal Reserve; von 1971 bis 1976 Assistenzprofessorin an der Harvard University.

  • Familie

    Verheiratet mit George A. Akerlof, Wirtschaftsnobelpreisträger und Professor an der kalifornischen Berkeley-Universität; ein Sohn: Robert Akerlof

Drei Einäugige unter Blinden

Schulden machen abhängig und anfällig. Das gilt nicht allein für Schuldner, sondern auch für Gläubiger. Es sagt sich leicht, die Schulden des einen seien das Vermögen des anderen. Aber wenn Argentinien mal wieder pleite ist, nützt das den Gläubigern herzlich wenig. Dann müssen sie ihre Forderungen gegen das Land abschreiben.

Die Exportnation Deutschland gehört neben Japan und China zu den größten Gläubigern der Welt, ohne in den vergangenen drei Jahren größeren Schaden genommen zu haben. Aber noch während der Jahre zuvor hatte es ganz anders ausgesehen: Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise erwies sich die starke Abhängigkeit vom Export als fatal.
Was die Konjunktur betrifft, gelten derzeit neben Deutschland die USA und China trotz massiver Verschuldung als Einäugige unter Blinden. Deutschland ist mit beiden Ländern – und erst recht mit den anderen Euroländern - wirtschaftlich eng verbunden.

US-Notenbank Fed beendet Anleihekäufe

Nach einer zweitägigen Sitzung hat die US-Zentralbank Fed das Ende ihres milliardenschweren Anleihekaufprogramms verkündet. Der Leitzins blieb hingegen unverändert.

Fed beendet Anleihekäufe Quelle: dpa

Geht man nun davon aus, dass der zuletzt mehrere Male hintereinander abwärts gerichtete ifo-Index zum deutschen Geschäftsklima eine bedenkliche Konjunkturschwäche signalisiert, dürfte diese sich auch auf die Wirtschaftspartner in Europa und Übersee auswirken.

Dagegen kann dann weder EZB-Chef Mario Draghi noch Fed-Chefin Janet Yellen allzu viel unternehmen, weil beide mit der de facto Nullzinspolitik den größten Teil ihres Pulvers verschossen haben.

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