Gbureks Geld-Geklimper: Enteignung hat viele Facetten

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Enteignung hat viele Facetten

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Blick in eine Geldbörse mit Euro-Münzen

Kolumne von Manfred Gburek

Üblicherweise verbindet man die Enteignung mit totalitären Staaten. Doch faktisch findet sie auch bei uns statt – sogar auf vielfältige Weise und meistens so schleichend, dass Anleger zu spät reagieren.

Das Thema hat es in sich: Enteignung. Es entzündet sich gerade wieder an einer Bemerkung von Bundesbank-Chef Jens Weidmann im Interview mit dem Sender Phoenix, wonach Phasen negativer realer Verzinsung halt immer wieder vorkämen. Im Übrigen könnten sich Eigentümer von Immobilien über günstige Finanzierungskonditionen und Arbeitnehmer darüber freuen, dass Unternehmen sehr günstig an Kapital kämen.

„Die Bürger sind ja nicht nur Sparer, sondern haben verschiedene Hüte auf“, greift Weidmann schließlich zur Bildersprache. Wenn er sich da mal nicht vergriffen hat.

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Bundesbank-Chef Weidmann will kein Rebell mehr sein

Erneut verteidigt Bundesbank-Chef Jens Weidmann in einem Interview die expansive Geldpolitik der EZB, nimmt nach außen mehr und mehr die Linie der Zentralbank ein. Was bezweckt er damit?

Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank Quelle: dpa

Nehmen wir einige Zahlen aus einer kürzlich erschienenen Studie der Allianz. Danach erreichten die Zinsverluste deutscher Haushalte unter dem Strich allein im vergangenen Jahr 5,4 Milliarden Euro, entsprechend 67,62 Euro pro Kopf; im laufenden Jahr drohen daraus fast 5,8 Milliarden Euro oder 71,65 Euro pro Kopf zu werden. Und noch zwei Zahlen, die das ganze Grauen der Enteignung besonders deutlich werden lassen: Die Zinsverluste von 2009 bis 2014 erreichen gemäß Allianz insgesamt knapp 21 Milliarden Euro und pro Kopf 259,28 Euro. Hüte hin oder her, in Anbetracht solcher Daten muss man dem DSGV-Präsidenten Georg Fahrenschon nachträglich danken, dass er der EZB bereits vor Monaten vorwarf, deutsche Sparer zu enteignen.

Privates Vermögen soll verstaatlicht werden

Allein von 2012 bis 2013 haben sich die Zinsverluste deutscher Haushalte fast verdoppelt. Das ist darauf zurückzuführen, dass die Zinsen für Einlagen stark gesunken sind, während die Bauzinsen nur noch recht wenig nachgegeben haben. Die Allianz-Prognose für 2014 lässt nicht erwarten, dass sich an diesem Missverhältnis so schnell etwas ändern wird. Das dürfte nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, dass die Baufinanzierung in Zeiten eines Immobilienbooms, wie wir ihn derzeit erleben, erfahrungsgemäß eher teurer wird, auch wenn die Einlagenzinsen sich kaum vom Fleck bewegen.

Dass dies der Bundesbank offenbar nur allzu recht ist, hat sie schon im Januar deutlich gemacht, als sie feststellte, dass „auch vorhandenes privates Vermögen dazu beitragen kann, eine staatliche Insolvenz abzuwenden“. Es ist sicher kein Zufall, dass der Internationale Währungsfonds bloß drei Monate zuvor eine Vermögensabgabe gefordert hatte, damit Staatsschulden gesenkt werden. Damit hatte er speziell auf den Euroraum gezielt. Warum, wird sein Geheimnis bleiben. Wenigstens ließ er durchblicken, dass Staatsschulden gestrichen werden sollen, wenn sie nicht mehr tragbar sind. Und wer stellt fest, wann dieser Zustand erreicht ist? Nach eigenem Bekunden der Währungsfonds. Bleibt nur noch anzumerken, dass er wegen der Sperrminorität der USA zwangsläufig amerikanische Interessen vertritt.

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