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Gbureks Geld-Geklimper: Euro-Krise: Fünf Probleme, keine Lösung

Kolumne von Manfred Gburek

Die Versuche zur Rettung Griechenlands werden sich weiter hinziehen. Anleger sind gut beraten, die kommende Entwicklung geduldig abzuwarten.

Abwarten und Tee trinken - Da sich die Rettung Griechenlands nicht in absehbarer Zeit bewältigen lässt, sollten Anleger die Entwicklung zunächst beobachten, statt vorschnelle Entscheidungen zu tätigen. Quelle: dpa
Abwarten und Tee trinken - Da sich die Rettung Griechenlands nicht in absehbarer Zeit bewältigen lässt, sollten Anleger die Entwicklung zunächst beobachten, statt vorschnelle Entscheidungen zu tätigen. Quelle: dpa

Hat Griechenland vor dem Beitritt zur Euro-Zone gepfuscht? „Das glaube ich nicht.“ Werden die Steuerflüchtlinge nach Griechenland zurückkehren? „Die meisten von ihnen werden zurückkehren.“ Gibt es in Griechenland eine anti-deutsche Stimmung? „Es gibt keine anti-deutschen Gefühle.“ Die Fragen kamen am 15. Februar von Mitgliedern des Internationalen Clubs Frankfurter Wirtschaftsjournalisten, die Antworten vom griechischen Wirtschaftsminister Michalis Chrisochoidis. Als der schließlich auf den eventuellen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone angesprochen wurde, reagierte er pikiert und fügte hinzu: „Wir müssen diese Diskussion vermeiden.“
Einige Tage später äußerte sich Bosch-Konzernchef Franz Fehrenbach in einem Manager Magazin-Interview ganz anders: „Griechenland hat den Euro bekommen, weil Wirtschaftsdaten manipuliert wurden. Dieser Staat mit Phantomrentnern und reichen Nichtsteuerzahlern, ein Staat ohne funktionierende Verwaltung, hat in der Europäischen Union nichts zu suchen. Das griechische System ist marode.“ Chrisochoidis war auf Werbetour für Investitionen deutscher Unternehmen in Griechenland, und Fehrenbach wählte seine Worte ganz gewiss mit Bedacht. Aber wie reimt sich das zusammen?

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Seit Tagen warten Politiker und Märkte ungeduldig auf den schon häufiger in Aussicht gestellten erfolgreichen Abschluss der quälenden Verhandlungen über Kernelemente eines umfassenden zweiten Hilfspakets für Griechenland. Was dies so schwierig macht: Es geht zwar um ein großes hehres Ziel: nämlich die erdrückende Schuldenlast von über 350 Milliarden Euro für das überschuldete Land auf längere Sicht wieder tragfähig zu machen. Doch bis das große verwinkelte Hilfsgebäude steht, müssen fünf Baustellen abgearbeitet werden - großteils parallel.

Quelle: dpa

1600 Euro Schmiergeld pro Familie und Jahr

Bei solchen Fragestellungen hilft oft der Blick in die Vergangenheit, hier besonders auf einen Beitrag des Journalisten Alexandros Stefanidis im Süddeutsche Zeitung Magazin vom 5. Februar 2010. Er hat Geschichte geschrieben und ist auch heute noch wert, auszugsweise zitiert zu werden: „Schon unsere Haushaltsdaten haben wir schöngerechnet. Wir sind der einzige Euro-Staat, der die Stabilitätskriterien noch nie eingehalten hat. 1.600 Euro Schmiergeld zahlt eine griechische Familie durchschnittlich pro Jahr. Wir sind unregierbar. Unser Staat ist unser natürlicher Feind. Was Griechenland neben einem Sparplan braucht, ist ein grundlegender Mentalitätswandel.“
Berechtigte Frage: Wie lässt sich ein Mentalitätswandel erreichen? Ganz bestimmt nicht durch Rettungspakete wie das vom Wochenbeginn, weil es mehr den Banken als den griechischen Bürgern hilft. Eher schon durch eine groß angelegte Aktion nach dem Vorbild des Marshallplans, mit dessen Hilfe die Wirtschaft von 16 europäischen Ländern, darunter die der Bundesrepublik Deutschland, nach dem 2. Weltkrieg wieder funktionsfähig gemacht wurde? Der Vergleich mit damals hinkt. Denn der Marshallplan hatte praktisch nur einen Geber, die USA, und 16 Nehmer, während es im Fall Griechenland eher umgekehrt ist: theoretisch 16 Geber und ein Nehmer. Abgesehen davon bauten die USA mithilfe des Marshallplans seinerzeit einen Schutzwall auf, um nicht zu riskieren, dass ein wirtschaftlich schwächelndes Europa in den Einflussbereich der Sowjetunion geriet. Dagegen ist beim jetzigen Euro-Kuddelmuddel zu keinem Zeitpunkt klar, wer gerade einen Schutzwall gegen wen errichtet.

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4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 23.02.2012, 21:26 UhrAnonymer Benutzer: Drach-m-e

    GR sollte den Euro verlassen. Die 130 Mrd. Euro Hilfe dürften dafür reichen. Im zweiten Schritt kann dann mit mehr Ruhe die Volkswirtschaft sowie die Verwaltung modernisiert werden. GR wäre mit einer eigenen Währung auf einen Schlag wieder wettbewerbsfähig.
    Seine Schulden könnte der griechische Staat ebenfalls mit einem Federstrich von Euro in Drachmen umwandeln und müsste nicht mit arroganten HEdgefonds verhandeln.

  • 23.02.2012, 13:53 UhrAnonymer Benutzer: Joker1

    Es ist doch müßig über die Eurozone und ganz speziell über
    Griechenland nachzudenken.
    Von Kohl und ff. wurde dermaßen gravierende Stockfehler gemacht,
    dass man am gesunden Menschenverstand der Politkaste und vor allem
    an deren Seriosität und Glaubwürdigkeit zweifeln muss.
    Je länger dass man jetzt noch mit der Eurozonen aufösung wartet,
    desto schlimmer werden die Folgen sein; für ganz EUROPA !
    Die EU-Spinner in Brüssel, allen voran unser Herr Schultz,
    sind doch flüssiger als flüssig, nämlich überflüssig.
    Löst diesen Trümmerhaufen, der nur unsinnig Geld kostet endlich
    auf und schickt diese Penner nach Hause oder in eine geschlossene
    Anstalt, am besten mit unserer Politkasten zusammen in einen
    Putin-GULAG, weit weg.

  • 23.02.2012, 12:24 UhrNichtDumm

    Der damalige Marschallplan der USA wird heute noch aus politischen Gründen schöngeredet. In Wahrheit wurde Westdeutschland damals zur billigen Werkbank der USA mit einem Wechselkursverhältnis von 4,-DM für 1,-Dollar. Die Griechen würden uns wieder als Nazis beschimpfen.

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