Gbureks Geld-Geklimper: Geld anlegen in der Euro-Länder-Krise

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Geld anlegen in der Euro-Länder-Krise

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Bundestag: Anscheinend wird der Ernst der Lage im Euro-Raum von deutschen Politikern noch nicht erkannt - oder sie spielen auf Zeit

Kolumne von Manfred Gburek

Die Krise rund um den Euro kommt in die ganz heiße Phase. Sogar eine Weltwirtschaftskrise ist möglich.

Theoretisieren, wünschen, fordern, kritisieren, ignorieren – spätestens die Haushaltsdebatte am Mittwoch im Bundestag hat gezeigt, dass deutsche Politiker mit Bundeskanzlerin Angela Merkel an der Spitze den Ernst der Lage im Euro-Raum entweder noch nicht erkannt haben oder – was eher zutreffen dürfte - in Kenntnis der prekären Lage lieber um den heißen Brei herumreden und auf Zeit spielen. Zeit, die sie jedoch nicht gewinnen, sondern verlieren, weil mit jedem verlorenen Tag die Gefahr einer wirtschaftlichen Depression wächst – und nun, nach der misslungenen Auktion von Bundesanleihen, sogar deren Ende als sicherer Hafen. Analysieren, mögliche Entwicklungen simulieren, informieren, diskutieren, handeln – diese Tugenden erfolgreicher Politik bleiben weitgehend auf der Strecke.

Versuchen wir uns hier wenigstens mit der Analyse, denn schon sie allein führt zu so mancher interessanten Erkenntnis, und konzentrieren wir uns danach auf die Belange von Anlegern. Anders als 2008 haben wir es weniger mit einer Bankenkrise, sondern eher mit einer Staatenkrise zu tun. Solange Entscheidungen und die Haftung für die Euro-Zone in unterschiedlichen Gremien angesiedelt sind, bleibt sie äußerst labil. Im Gegensatz zu Großbritannien, zu den USA oder zu Japan fehlt im Euro-Raum die einheitliche politische Willensbildung und Durchsetzungskraft. Risiken, die der Euro mit sich bringt, werden nicht politisch angegangen, sondern auf die Europäische Zentralbank abgewälzt. Die politische Union, egal ob mit oder ohne Vorstufe der Fiskalunion, braucht bis zur Unterzeichnung aller dafür notwendigen Verträge mindestens noch ein Jahrzehnt. Auf dem Weg dahin wird so manches Euro-Mitgliedsland die Gemeinschaftswährung verlassen.

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Aktienkurse nehmen Krise vorweg

Letzteres ergibt sich allein schon daraus, dass etwa Italien und Spanien, von Griechenland ganz zu schweigen, auf Dauer unbezahlbar hohe Zinsen für Staatsanleihen berappen müssen und ihrer Bevölkerung viel zu hohe Opfer bei den Steuern und Kürzungen von Sozialleistungen abverlangen. Das kann nicht lange gut gehen, weil es unweigerlich zur Wirtschaftskrise und zu erheblichen sozialen Unruhen in diesen Ländern führt. Die Folgen wären dann auch für Deutschland unangenehm, möglicherweise sogar verheerend, weil deutsche Exporte immerhin noch zu etwa 40 Prozent in den Euro-Raum gehen. Ihr Rückgang hier könnte durch Exporte in die nicht zur Euro-Zone gehörenden EU-Länder, in die USA, nach China und in andere Schwellenländer nur bedingt kompensiert werden.

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