_

Gbureks Geld-Geklimper: Geld anlegen in der Euro-Länder-Krise

Kolumne von Manfred Gburek

Die Krise rund um den Euro kommt in die ganz heiße Phase. Sogar eine Weltwirtschaftskrise ist möglich.

Der Bundestag im Berliner Reichstag Quelle: dapd
Bundestag: Anscheinend wird der Ernst der Lage im Euro-Raum von deutschen Politikern noch nicht erkannt - oder sie spielen auf Zeit Quelle: dapd

Theoretisieren, wünschen, fordern, kritisieren, ignorieren – spätestens die Haushaltsdebatte am Mittwoch im Bundestag hat gezeigt, dass deutsche Politiker mit Bundeskanzlerin Angela Merkel an der Spitze den Ernst der Lage im Euro-Raum entweder noch nicht erkannt haben oder – was eher zutreffen dürfte - in Kenntnis der prekären Lage lieber um den heißen Brei herumreden und auf Zeit spielen. Zeit, die sie jedoch nicht gewinnen, sondern verlieren, weil mit jedem verlorenen Tag die Gefahr einer wirtschaftlichen Depression wächst – und nun, nach der misslungenen Auktion von Bundesanleihen, sogar deren Ende als sicherer Hafen. Analysieren, mögliche Entwicklungen simulieren, informieren, diskutieren, handeln – diese Tugenden erfolgreicher Politik bleiben weitgehend auf der Strecke.

Anzeige

Gar nicht gut sieht es aus für die Börse in Athen. Im August verlor sie 40,2 Prozent. Bis heute haben die Hellenen nur 7 Prozent der Verluste wettgemacht.

Quelle: dpa

Versuchen wir uns hier wenigstens mit der Analyse, denn schon sie allein führt zu so mancher interessanten Erkenntnis, und konzentrieren wir uns danach auf die Belange von Anlegern. Anders als 2008 haben wir es weniger mit einer Bankenkrise, sondern eher mit einer Staatenkrise zu tun. Solange Entscheidungen und die Haftung für die Euro-Zone in unterschiedlichen Gremien angesiedelt sind, bleibt sie äußerst labil. Im Gegensatz zu Großbritannien, zu den USA oder zu Japan fehlt im Euro-Raum die einheitliche politische Willensbildung und Durchsetzungskraft. Risiken, die der Euro mit sich bringt, werden nicht politisch angegangen, sondern auf die Europäische Zentralbank abgewälzt. Die politische Union, egal ob mit oder ohne Vorstufe der Fiskalunion, braucht bis zur Unterzeichnung aller dafür notwendigen Verträge mindestens noch ein Jahrzehnt. Auf dem Weg dahin wird so manches Euro-Mitgliedsland die Gemeinschaftswährung verlassen.

Aktienkurse nehmen Krise vorweg

Letzteres ergibt sich allein schon daraus, dass etwa Italien und Spanien, von Griechenland ganz zu schweigen, auf Dauer unbezahlbar hohe Zinsen für Staatsanleihen berappen müssen und ihrer Bevölkerung viel zu hohe Opfer bei den Steuern und Kürzungen von Sozialleistungen abverlangen. Das kann nicht lange gut gehen, weil es unweigerlich zur Wirtschaftskrise und zu erheblichen sozialen Unruhen in diesen Ländern führt. Die Folgen wären dann auch für Deutschland unangenehm, möglicherweise sogar verheerend, weil deutsche Exporte immerhin noch zu etwa 40 Prozent in den Euro-Raum gehen. Ihr Rückgang hier könnte durch Exporte in die nicht zur Euro-Zone gehörenden EU-Länder, in die USA, nach China und in andere Schwellenländer nur bedingt kompensiert werden.

8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 28.11.2011, 14:41 UhrWirtschaftsWocheOnline

    Vielen Dank für Ihren Hinweis. Leider gab es mit den letzten Kolumnen ein technisches Problem, das wir so eben beheben konnten. Die letzten Kolumnen laufen somit wieder unter dem bekannten Link automatisch ein.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Redaktion von WirtschaftsWoche Online

  • 26.11.2011, 14:20 UhrAnonymer Benutzer: AJ1968

    Also ich bin in letzter Zeit mit griech. Staatsanleihen nicht schlecht gefahren. Hohes Risiko - hohe Rendite. Wie die Herren Vermögensverwalter schon meinten, kommt es zur Zeit nicht auf die Rendite, sondern auf den Kapitalerhalt an.
    Zur Zeit lassen sich etwa folgende Renditen erzielen:
    "Sichere Anlagen" 0,25% - 1,0% p.a.
    "begrenztes Risiko" 1,0 - 3,0% p.a.
    "riskant" 3,0 - 8,0% p.a.
    Wenn man hier Inflation, Steuer und Kosten abzieht, dann bleibt entweder ein Minus oder ein mickriges Plus. Wer an den großen Knall glaubt, sollte sich Gold, Land und Naturalien zulegen. Wer nur vorsichtig handeln will, alle langfristigen Anlagen vermeiden. Über Day-Trades oder Kurzläufer lässt sich die Rendite etwas hebeln. Es gibt kaum eine Asset-Klasse, die momentan gut darsteht. Warten wir also noch ab, bebor wir wieder voll einsteigen oder eventuell komplett austeigen (bzw. ausgestiegen werden). Denn eines ist auch klar: In seinem großen Hunger nach immer mehr Geld, werden auf Sparer, Anleger und Altersvorsorgesparer bald "Lastenausgleiche" also Vermögenssteuern zukommen.

  • 26.11.2011, 12:11 UhrAnonymer Benutzer: Frage_an_den_webmaster

    weshalb funktioniert mein bisheriges Lesezeichen http://www.wiwo.de/themen/Gbureks%20Geld-Geklimper nicht mehr bzw wieso sind dort die neuesten Artikel nicht mehr zu finden??


Alle Kommentare lesen

Blogs

Kurze Erholung läuft
Kurze Erholung läuft

Bei 6200 gelingt dem Dax eine Stabilisierung. Sie kann die Notierungen bis in den Juni hinein steigen lassen. ...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.