Gbureks Geld-Geklimper: Geld umschichten, Euro behalten

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Die EZB dreht den Geldhahn auf

Kolumne von Manfred Gburek

Die Gefahr einer allgemeinen Bankenkrise mahnt zur Vorsicht bei Einlagen. Für den Euro bleiben die Zeiten zwar unsicher, aber er wird sie überstehen.

Am Mittwoch wurde es höchste Zeit, dass die Zentralbanken Geld in die Finanzmärkte pumpten. Sie taten es überschwänglich. Die positive Reaktion der Aktienkurse und Edelmetallpreise blieb denn auch nicht aus. An der Zuspitzung der Schuldenkrise ändert das nichts. Die Banken des Euro-Raums legen immer mehr Geld bei der Europäischen Zentralbank an, weil sie sich untereinander nicht mehr vertrauen. Also haben auch Bank- und Sparkassenkunden keinen Anlass, ihren Instituten zu vertrauen. Daraus folgt der Rat an alle Anleger, die mehr als 100.000 Euro auf Einzelkonten oder 200.000 Euro auf Gemeinschaftskonten liegen haben: Die überschießenden Beträge bis auf Weiteres vorsichtshalber in Sicherheit bringen und dabei lieber auf minimale Zins-Prozentchen verzichten, als den Verlust von einem Teil des Geldes zu riskieren.
Die Obergrenzen von 100.000 und 200.000 Euro ergeben sich aus der in diesem Jahr reformierten gesetzlichen Einlagensicherung. Die darüber hinaus bestehende freiwillige Einlagensicherung dürfte im Ernstfall, das heißt bei einer allgemeinen Bankenkrise, nicht ausreichen, um alle Ansprüche der Anleger zu befriedigen. Folglich erscheint es sinnvoll, höhere Beträge anderweitig liquide anzulegen. Dazu bieten sich Bundesschatzanweisungen und Bundesobligationen mit kurzen Restlaufzeiten an. Ihre Renditen liegen zwar nahezu bei Null, aber sie gelten nicht als Einlagen. Die zur Verfügung stehende Auswahl ist am besten zu finden, wenn man die beiden Begriffe im Internet bei bundesbank.de oder auf den Seiten verschiedener Direktbanken anklickt.

Da Barack Obama, hier Big Bazooka

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Warum die Lage an den Finanzmärkten trotz der Intervention der Zentralbanken vom Mittwoch Vorsichtsmaßnahmen von Seiten der Anleger erfordert, belegt die Entwicklung seit Frühjahr 2010. „Aus einem überschaubaren Problem Griechenlands wurde ein europäischer Flächenbrand, der die erfolgreiche Reformpolitik innerhalb der Eurozone gefährdet und sich aktuell global destabilisierend auswirkt“, merkte zuletzt Folker Hellmeyer an, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank. Dazu tragen zusätzlich nicht nur einige europäische Politiker mit unbedachten Äußerungen bei, sondern auch Ratingagenturen und sogar US-Präsident Barack Obama, der – man kann über so viel Dreistigkeit nur staunen – den Europäern bei der Bewältigung ihrer Schuldenkrise die Hilfe der USA anbietet, die selbst viel schlimmer verschuldet sind.
Nicht zu vergessen, was wir inzwischen an Wortschöpfungen ertragen müssen, die es locker mit der babylonischen Sprachverwirrung aufnehmen: Kaum haben wir die Maastricht-Kritieren und den Lissabon-Vertrag hinter uns gelassen, lässt die EBA die Banken einen Stresstest passieren, auf dass diese ihre Kernkapitalquote erhöhen sollen. Während die Troika reihenweise Euro-Länder besucht, wird heftig über die Ausstattung des EFSF diskutiert. Von dem weiß man zwar schon, dass er später in den ESM übergehen wird, aber seine Milliarden und sogar Billionen Euro stehen täglich erneut zur Disposition. Und während die EZB unter ihrem neuen Präsidenten Mario Draghi sich erst einmal neu einrichtet, raten ihr Professoren und Volkswirte von Geschäftsbanken, doch endlich die Bazooka abzufeuern, eine Panzerabwehrwaffe zum Schutz vor Spekulanten.

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