Gbureks Geld-Geklimper: Gelddruckmaschine auf vollen Touren

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Gelddruckmaschine auf vollen Touren

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Die Euro-Skulptur.

Kolumne von Manfred Gburek

Bedeutet die gerade negativ gewordene Inflationsrate in der Eurozone schon Deflation? Die Diskussion zu dieser Frage wird im Lauf des Jahres verstummen, wenn die Inflation kommt.

Erst das Plus von 0,2 Prozent in Deutschland, dann 0,2 Prozent Minus in der Eurozone. Ist die Inflation damit endgültig tot, rollt sogar die Deflation auf uns zu?

Nun mal Gemach, es kommt darauf an, welche Inflation gemeint ist. Das ist zwar in der Regel die offizielle, eben jene von der Statistikbehörde Eurostat ermittelte, also minus 0,2 Prozent, hier im Jahresvergleich per Ende Dezember.

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Es gibt aber – neben der gefühlten, auf die hier nicht näher eingegangen wird - auch noch die Asset Inflation, worunter man den Anstieg der Aktien- und Anleihenkurse, der Immobilienpreise und der Wertsteigerungen von sonstigen Sachwerten versteht.

Ein Blick in die Aktiencharts oder in die Immobilienscout-Statistiken, und schon hat die Inflation uns wieder. Nur halt nicht anhand des offiziellen Warenkorbs, dessen Zusammensetzung allein schon wegen der unterschiedlichen Konsumgewohnheiten in der heterogenen Eurozone problematisch ist.

Die Asset Inflation wird von Eurostat zu einem nicht unwesentlichen Teil einfach ausgeklammert, besonders daran erkennbar, dass die Statistiker bei ihren Zahlenspielen die Preise von selbst genutzten Häusern und Wohnungen weglassen. Das ist zum Beispiel in den USA anders, weshalb jeglicher Inflationsvergleich mit den Daten von hüben und von drüben hinkt.

Inflation gewinnt im zweiten Halbjahr an Schwung

Der abgestürzte Ölpreis wird vielfach für den Dreh der Eurozonen-Inflationsrate vom Plus ins Minus verantwortlich gemacht. Das ist nicht ganz falsch, allerdings auch nicht ganz richtig, denn in Euro ist der Preiseffekt viel geringer als in Dollar, weil der Euro zuletzt gegen den Dollar erheblich an Wert verloren hat.

Und noch eines: Es heißt oft, der niedrige Ölpreis entspreche einem Konjunkturprogramm. Auch das ist weder ganz falsch noch ganz richtig. Denn er kann ja, wie seit den Siebzigern Jahren bereits einige Male geschehen, als Signal für einen kommenden Konjunktureinbruch interpretiert werden. Dann dürfte die EZB zusätzlich zu ihren sonstigen die Konjunktur anregenden Maßnahmen noch einmal kräftig die Gelddruckmaschine betätigen, um ihr Inflationsziel von etwas unter zwei Prozent zu erreichen.

Bleiben wir noch ein wenig beim Ölpreis. Sein Absturz hat nicht allein mit Angebot und Nachfrage zu tun, er dürfte auch politisch beeinflusst sein: Die USA haben sicher ein großes Interesse daran, ihren rohstoff-, speziell öl- und gaslastigen Erzfeind Russland zu schädigen. Ihr Verbündeter Saudi-Arabien hilft ihnen dabei. Indes muss man sich fragen, wie lange die bislang vom Fracking-Boom profitierenden amerikanischen Unternehmen dem tiefen Ölpreis noch standhalten können.

Eine Pleitewelle in diesem Sektor wird jedenfalls immer wahrscheinlicher, sodass ein fallendes Ölangebot von daher noch in diesem Jahr absehbar ist. Und sobald die Wirkung des niedrigen Ölpreises auf die Inflation nachlässt, wird sich deren Entwicklung umkehren. Das heißt, spätestens für das zweite Halbjahr ist mit steigenden Inflationsraten zu rechnen.

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