Gbureks Geld-Geklimper: Immobilienaktien hui, Immobilienfonds pfui

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Immobilienaktien hui, Immobilienfonds pfui

Kolumne von Manfred Gburek

Für spekulative Anleger mit etwas Geduld sind Immobilienaktien einen Einsatz wert – auch weil die konkurrierenden Immobilienfonds immer mehr Probleme bekommen.

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Uhren und Immobilien: Preis und Wert weichen voneinander ab

Was haben Schweizer Luxusuhren, deutsche Aktien und offene Immobilienfonds gemeinsam? Dass ihre Preise und ihre Werte voneinander abweichen. Das heißt, die Uhren werden am Graumarkt zum Teil mit Abschlägen zwischen 20 und 25 Prozent gehandelt, die Kurse vieler Aktien bewegen sich ebenfalls prozentual zweistellig unterhalb der Buchwerte, und die Immobilienfonds sind an der Hamburger Börse mit ähnlich hohen Abschlägen im Vergleich zu den Berechnungen von Sachverständigen zu haben. Aus all dem eröffnen sich für Anleger, wie später noch zu begründen sein wird, neben den zweifellos vorhandenen Risiken auch große Chancen auf Gewinne.
Wer hat recht, die Marktteilnehmer auf der einen Seite oder die Uhrenhersteller und ihre die offiziellen Preise akzeptierenden Kunden, die Aktienanalysten und die Sachverständigen auf der anderen Seite? Abhängig von den Zeitläufen jeweils beide. Solange zum Beispiel die Mehrzahl der Rolex- oder Breitling-Kunden an den im Vergleich zum Graumarkt höheren Wert der Uhren glaubt, zählt der niedrigere Graumarktpreis kaum. Erst wenn sich in weiten Kreisen herumsprechen sollte, dass und wo die Uhren günstiger zu haben sind, ist es mit der Wertillusion vorbei.

„Griechenland der Fondsindustrie“

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Das Beispiel mit den Uhren lässt sich durchaus auf Aktien und Immobilienfonds übertragen. Das gilt allerdings nur für Zeiten, in denen auch eine Wertillusion vorherrscht. Eine solche gab es besonders während der zweiten Hälfte der 90er Jahre bei Aktien und bis 2005 bei Immobilienfonds. Im ersten Fall zerstob die Illusion mit dem Zusammenbruch der Aktienkurse seit März 2000, im zweiten Fall mit den ersten vorübergehenden Schließungen der offenen Fonds um die Jahreswende 2005/06. Seitdem haben die Kurse der Aktien verglichen mit deren Buchwerten im Bewusstsein der meisten Anleger die Oberhand gewonnen, die Preise der Immobilienfonds an der Hamburger Börse verglichen mit den von Sachverständigen ermittelten Werten jedoch bei Weitem noch nicht.

Illusorische offene Immobilienfonds
Was diese Fonds betrifft, die an den Immobilienmärkten eine sehr wichtige Rolle spielen, kommt das dicke Ende erst noch, für ihre Anleger auch. „Die Immobilienfonds sind das Griechenland der Fondsindustrie“, zitierte unlängst der auf diese Branche spezialisierte Unternehmensberater Björn Drescher ein Vorstandsmitglied des Investmentverbands BVI – ausgerechnet vor etwa 200 Immobilien-Sachverständigen. Was so viel bedeutet wie: Die Illusion, die sich unzählige Kleinanleger und auch manche sogenannten Profis von der Wertigkeit offener Immobilienfonds machen, gehört der Vergangenheit an. Oder um Drescher zu zitieren: „Die gesamte Investmentbranche sitzt in einem Boot – auf dem Trockenen.“

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