Gbureks Geld Geklimper: In Deutschland wird der Reichtum neu verteilt

kolumneGbureks Geld Geklimper: In Deutschland wird der Reichtum neu verteilt

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Neuer Rekord: Private Haushalte in Deutschland verfügten Ende 2011 über gut 4,7 Billionen Euro. Allerdings sind davon über 1,9 Billionen Euro überwiegend niedrigst verzinslich angelegtes Geld.

Kolumne von Manfred Gburek

Das Geldvermögen der Deutschen steigt und steigt, aber sein Ertrag wird immer mickriger. Grund genug, nach Alternativen zu suchen, zum Beispiel Aktien.

Sind die Deutschen wirklich reich, oder geben sie sich nur einer Illusion hin? Als die Bundesbank vor Wochenfrist die Statistik zum Geldvermögen der Deutschen, ihrer ausländischen Mitbürger und der sonstigen in Deutschland involvierten Sparer veröffentlichte, war das Medienecho fast durchweg positiv.

Hatten die Bundesbanker doch ausgerechnet, dass die privaten Haushalte Ende 2011 über gut 4,7 Billionen Euro verfügten, ein neuer Rekord. Davon – und bereits da schleichen sich erste Zweifel am Aussagewert der Statistik ein – jedoch über 1,9 Billionen Euro überwiegend bei Banken und Sparkassen niedrigst verzinslich angelegtes Geld und knapp 1,4 Billionen Euro Ansprüche gegenüber Versicherungen.

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Das heißt, sieben von zehn Euro sind Anlagen zugute gekommen, deren Verzinsung im Lauf der vergangenen Jahre schwindsüchtig geworden ist. Im Übrigen haben Bundesbürger und Sparer aus anderen Länder in Deutschland Kredite von mehr als 1,5 Billionen Euro aufgenommen, sodass vom Geldvermögen unter dem Strich nur noch 3,2 Billionen Euro netto übrig bleiben.

Breite Front gegen Aktienanlagen

Nun ließe sich einwenden, die Deutschen hätten ja noch riesige Beträge in Sachvermögen wie Häuser, Eigentumswohnungen, Gold, Schmuck, Kunst, Antiquitäten und Oldtimer investiert, die insgesamt sogar viel höher sein dürften als ihre Ersparnisse im Geldvermögen. Obendrein schlummern ebenfalls sehr hohe, kaum bezifferbare Werte in Firmenbeteiligungen, Schwerpunkt Mittelstand.

Das alles mag stimmen, auch wenn die genaue Bewertung in diesen Fällen nicht möglich ist. Entscheidend bleibt indes, dass Sachvermögen und Firmenbeteiligungen überwiegend den betuchteren Bevölkerungsschichten gehören, während Geldvermögen breit verteilt ist.

Spätestens beim Blick auf den Aktienanteil am privaten Geldvermögen wird klar, dass bei den Anlegern hier zu Lande irgendetwas nicht stimmt. Denn mit 221,5 Milliarden Euro, entsprechend mickrigen 4,7 Prozent, bleibt er äußerst bescheiden. Als Erklärung dafür das Argument heranzuziehen, deutsche Anleger seien risikoscheu, ist zu billig.

In Wahrheit werden sie systematisch daran gehindert, ihr Geld in Aktien zu investieren: Durch Banken und Sparkassen, die lieber Fonds als Aktien verkaufen, allein schon um der Haftung zu entgehen. Durch Versicherer, die das für die Altersvorsorge bestimmte Geld überwiegend in kaum verzinste Anleihen stecken. Und durch den Staat, der Aktien doppelt besteuert und die Altersvorsorge lieber mit problematischen Konstrukten wie der Riester-Rente fördert, was die Herzen provisionssüchtiger Banker und Versicherer höher schlagen lässt, statt wenigstens Aktienfonds-Sparpläne stärker zu begünstigen.

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