Bild: PressebildProf. Dr. Walter Krämer, leitet das Institut für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der TU Dortmund und hat den Protestbrief initiiert. Seine Begründung: "Viele wissen gar nicht, auf was wir uns da einlassen. In zehn oder 15 Jahren müssen wir unser Rentensystem plündern, um irgendwelche maroden Banken zu retten - oder was noch schlimmer wäre, die Notenpresse anwerfen."
Bild: dpaHans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, hat den Protestbrief der Ökonomen gemeinsam mit Walter Krämer initiiert. Darin steht: "Wir, Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wirtschaftswissenschaftler der deutschsprachigen Länder, sehen den Schritt in die Bankenunion, die eine kollektive Haftung für die Schulden der Banken des Eurosystems bedeutet, mit großer Sorge. (...) Weder der Euro noch der europäische Gedanke als solcher werden durch die Erweiterung der Haftung auf die Banken gerettet, geholfen wird statt dessen der Wall Street, der City of London – auch einigen Investoren in Deutschland - und einer Reihe maroder in- und ausländischer Banken, die nun weiter zu Lasten der Bürger anderer Länder, die mit all dem wenig zu tun haben, ihre Geschäfte betreiben dürfen."
Bild: dapd"Die Politiker mögen hoffen, die Haftungssummen begrenzen und den Missbrauch durch eine gemeinsame Bankenaufsicht verhindern zu können. Das wird ihnen aber kaum gelingen, solange die Schuldnerländer über die strukturelle Mehrheit im Euroraum verfügen." - Klaus F. Zimmermann, ehemaliger Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin, gehört zu den Unterzeichnern.
Bild: dpa"Die Sozialisierung der Schulden löst nicht dauerhaft die aktuellen Probleme; sie führt dazu, dass unter dem Deckmantel der Solidarität einzelne Gläubigergruppen bezuschusst und volkswirtschaftlich zentrale Investitonsentscheidungen verzerrt werden." Auch Bernd Raffelhüschen, Professor der Universität Freiburg und Experte für Altersvorsorge, hat den Aufruf unterzeichnet.
Bild: ASSOCIATED PRESS"Wenn die soliden Länder der Vergemeinschaftung der Haftung für die Bankschulden grundsätzlich zustimmen, werden sie immer wieder Pressionen ausgesetzt sein, die Haftungssummen zu vergrößern oder die Voraussetzungen für den Haftungsfall aufzuweichen. Streit und Zwietracht mit den Nachbarn sind vorprogrammiert." Sachsens ehemaliger Ministerpräsident und Finanzprofessor Georg Milbradt (CDU) gehört zu den Mitunterzeichnern.
Bild: dpaDer Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Dennis Snower, kritisiert dagegen seine Kollegen: „Der Aufruf schürt lediglich Ängste und zeigt keinen einzigen Weg zur Lösung der Probleme auf.“
Bild: dapdAuch der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, Michael Hüther, findet kritische Worte: Diese Aktion habe „mit ökonomischer Argumentation nichts zu tun“, sagte Hüther.
Bild: dapd„Das ist schlimmste Stammtisch-Ökonomie“ sagt Peter Bofinger, Professor der Universität Würzburg und Mitglied des Sachverständigenrates (SVR)
Prof. Dr. Walter Krämer, leitet das Institut für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der TU Dortmund und hat den Protestbrief initiiert. Seine Begründung: "Viele wissen gar nicht, auf was wir uns da einlassen. In zehn oder 15 Jahren müssen wir unser Rentensystem plündern, um irgendwelche maroden Banken zu retten - oder was noch schlimmer wäre, die Notenpresse anwerfen."
Zuerst waren es über 170 Professoren, die in einer Art Brief per Internet vor der „Sozialisierung von Schulden“ warnten, gemeinhin unter dem Begriff ESM bekannt, dann stieg ihre Zahl schnell über 200. Hurtig folgte die Reaktion anderer Professoren, deren Zahl von anfangs 15 fast über Nacht auf mehr als 100 stieg. Damit war ein Schaukampf losgebrochen, in dessen heißer Phase sich nun auch Professoren aus dem Ausland wortgewaltig melden: „Dieser Brief ist arm an sachlichen Details“, rügt Barry Eichengreen. „Eine Schande“, haut Charles Wyplosz drauf.
Das alles geht wiederum den Brief-Initiatoren zu weit. Deshalb warnte ihre Speerspitze, bestehend aus Hans-Werner Sinn und Walter Krämer, in der FAZ vom Dienstag: „Die strukturelle Mehrheit der Schuldenländer in den Eurogremien wird sich sämtlicher Töpfe des ESM bedienen, die aufgestellt werden, und bei einer drohenden Leerung so lange drängeln, bis sie wiederaufgefüllt werden.“ Den Rest kann man sich denken: Während Professoren und Medien über die große Aufmerksamkeit, die ihrer Sommerloch-Debatte zuteil wird, geradezu entzückt sein müssen, fragen sich die von der Speerspitze adressierten „lieben Mitbürger“ zu Recht, was das alles soll.
Bild: dapdDas Portemonnaie ist schwerer geworden
Die Anzahl hat sich nicht verändert, wie zu D-Mark-Zeiten gibt es acht verschiedene Münzen. Doch die Euromünzen sind zum Teil deutlich größer und schwerer als ihre Vorgänger. So ist die 1-Deutsche-Mark-Münze 1,75 Millimeter dick gewesen und wog 5,50 Gramm. Die Ein-Euro-Münze hingegen ist 2,33 Millimeter dick und wiegt 7,50 Gramm.
Auch die 2-DM-Münze war (1,79 Millimeter dick und 7,00 Gramm schwer) deutlich handlicher als die 2-Euro-Münze (2,20 Millimeter dick und 8,50 Gramm schwer).
Bild: APLieb gewonnene Sprichwörter sind nicht mehr gültig
„Wer den Pfennig nicht ehrt, ist den Taler nicht wert.“ Mit diesem Sprichwort bin ich aufgewachsen, der Satz gehörte zum Standardrepertoire meiner Großmutter. Mindestens ein Mal pro Woche hörte ich diese Weisheit. Als „Pfennigfuchser“ würde ich mich trotzdem nicht bezeichnen. Eher als Zungenakrobat: „Bismarck biss Mark, bis Mark Bismarck biss“, geht mir problemlos über die Lippen. Und nun? Kennen Sie ein Sprichwort zum Euro – oder gar einen Zungenbrecher? Nein? Ich auch nicht.
Bild: dpaDie Zahl der Geldsammler hat sich erhöht
Der Euro hat mehr Menschen zum Sammeln von Geldmünzen bewegt. Zugegen: Es ist ein subjektives Gefühl, basierend auf Erfahrungen im Familien- und Bekanntenkreis – aber auch aus Zeitschriften- und Schreibwarenladen, in denen seit der Euro-Einführung plötzlich Sammelbücher für Münzen ausliegen. Mit fatalen Folgen.
Vor jedem Urlaub ertönt die obligatorische Frage: Bringst du mir Euro-Münzen mit? Mein Tipp: Sollten Sie insbesondere nach Rom oder Finnland reisen, erwähnen Sie es im Vorfeld nicht.
Bild: dpa/dpawebUnser Vermögen wurde halbiert
Mit der Währungsumstellung hat sich der Kontostand quasi halbiert. Wer 1998 noch 50.000 Deutsche Mark sein Eigen nennen durfte, sah auf seinem Kontoauszug wenige Monate später nur noch den Wert 25.000 Euro. So viel Geld verlieren Sparer nicht mal in Zeiten der Hyperinflation.
Bild: REUTERSDen politischen Talkshows gehen die Themen aus
„Brauchen wir den Euro wirklich? Thilo Sarrazin gegen Peer Steinbrück“, ist der Titel der Jauch-Sendung am Sonntag, 20. Mai. Drei Tage später fragt ARD-Kollegin Anne Will: „Spar-Angie gegen Spendier-François - das letzte Euro-Gefecht?“. Und am Donnerstag diskutiert Maybritt Illner mit ihren Gästen im ZDF die Frage „Alle pfeifen auf die Schulden – Wer hört noch auf die Kanzlerin?“. Einheitsbrei statt Themenvielfalt: Der Euro langweilt uns.
Bild: APDie Deutschen zahlen noch mit der Mark
Die Deutsche Mark gibt es noch. In den Vitrinen und Portemonnaies der Deutschen, auch wenn sie zehn Jahre nach der Einführung des Euro-Bargelds längst kein offizielles Zahlungsmittel mehr ist. Genug D-Mark- Scheine und -Münzen sind nämlich noch in Umlauf. Ende 2011 waren es nach Angaben der Bundesbank über 13 Milliarden Mark. Zumindest ein Teil davon landet in den knapp 500 Filialen der Modekette C&A. Dort nimmt man immer noch Scheine und Münzen entgegen. „Jeden Monat kaufen Kunden bei uns für rund 150 000 D-Mark ein. Mitunter kommen sie mit Säckchen voller Pfennige“, sagt Unternehmenssprecher Thorsten Rolfes dem Tagesspiegel. Einen besseren Beweis gibt es nicht: Wir wollen und brauchen den Euro nicht.
Bild: dpaKeiner hat uns mehr lieb
Zugegeben, so richtig beliebt waren wir Deutschen in Europa viele Jahre nicht. Doch spätestens mit der Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hat sich unser Image deutlich verbessert. „Unser Stereotyp von den Deutschen war das von vorschriftengläubigen und humorlosen Bürokraten, die stur und rechthaberisch auf ihre knallharten Vorschriften pochen”, schrieb Jim White im Londoner Telegraph. „Was Zehntausende von Besuchern von überall her auf der Welt jedoch feststellen, war, wie überholt dieses Image ist. Denn was wir erlebten, war eine Nation, der nichts wichtiger war als eine gute Zeit“. Doch die Euro-Krise hat zu einem Aufflackern der alten Ressentiments geführt. Zumindest in Südeuropa hat uns Deutschen kaum noch jemand mehr lieb.
Bild: dpa/dpawebRegionalwährungen boomen
Deutschland könnte dank Euro zu einem monetären Flickenteppich werden: Mit dem Chiemgauer zahlt man in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein, mit der Bürgerblüte in Kassel und mit dem Roland in Bremen. Zugegeben, dass die Regionalwährungen den Euro irgendwann ersetzen, ist unwahrscheinlicher als die Einführung der Drachme in Deutschland. Doch die Parallelwährungen zeigen: Den Euro hat in zwischen Bremen und Rosenheim keiner so wirklich gerne.
Bild: dpaStillstand in Berlin
Für die Bundesregierung hat die Euro-Krise – zu Recht – oberste Priorität. Die Staats- und Regierungschefs und ihre Fachminister sind fast täglich in Kontakt, die Bundeskanzlerin gefällt sich in ihrer Rolle als Euro-Retterin. Die tägliche Arbeit in Deutschland vergisst die Regierung, viele Baustellen der schwarz-gelben Regierung bleiben unbearbeitet. Der Euro sorgt für Reformstau in Deutschland.
Bild: dpa/dpawebDer Euro sieht aus wie Spielgeld
Schauen Sie sich den Fünf-Euro-Schein mal an! Er sieht aus wie das Spielgeld bei Monopoly. Und fühlt sich genauso an.
Das Portemonnaie ist schwerer geworden
Die Anzahl hat sich nicht verändert, wie zu D-Mark-Zeiten gibt es acht verschiedene Münzen. Doch die Euromünzen sind zum Teil deutlich größer und schwerer als ihre Vorgänger. So ist die 1-Deutsche-Mark-Münze 1,75 Millimeter dick gewesen und wog 5,50 Gramm. Die Ein-Euro-Münze hingegen ist 2,33 Millimeter dick und wiegt 7,50 Gramm.
Auch die 2-DM-Münze war (1,79 Millimeter dick und 7,00 Gramm schwer) deutlich handlicher als die 2-Euro-Münze (2,20 Millimeter dick und 8,50 Gramm schwer).
Die Märkte spielen weiter verrückt
Die Antwort darauf muss jetzt erst einmal das Bundesverfassungsgericht geben. Es wird sich allerdings Zeit lassen; das war das einzige wirklich konkrete Ergebnis seiner offiziellen Mitteilung vom vergangenen Dienstag. In dieser Zeit, deren Ende noch nicht absehbar ist, wird weiter diskutiert, aber nicht gehandelt. Daraus folgt: Im Jahr sechs der Finanzkrise und Jahr drei der Eurokrise geht es weiter wie bisher. Das bedeutet für Anleger: Sie nehmen entweder das verrückte Auf und Ab der Märkte, den zurzeit schwachen Euro und den durch die Politik der niedrigen Zinsen verursachten Wertverlust einiger Anlagen einfach in Kauf, oder sie wehren sich dagegen.
Aber wie? Lassen wir zunächst die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank vom vergangenen Donnerstag Revue passieren, dann fällt auf, dass die eigentliche Sensation nicht so sehr in der Leitzinssenkung auf 0,75 Prozent an sich bestand, sondern in deren Verbindung mit dem auf Null herabsetzten Zinssatz für Einlagen. Das heißt, deutsche Banken und solche aus anderen mehr oder weniger stabilen Euroländern wurden eines Vorteils beraubt, den sie bisher dank der Verzinsung ihres überschüssigen Geldes durch die EZB hatten; folglich müssen sie jetzt andere Renditequellen erschließen. Dagegen profitieren die angeschlagenen südeuropäischen Euroländer ungleich stärker als die anderen von der Leitzinssenkung.
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