Gbureks Geld-Geklimper: Lieber eine Strategie verfolgen, als börsensüchtig werden

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kolumneGbureks Geld-Geklimper: Lieber eine Strategie verfolgen, als börsensüchtig werden

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Ein Aktienhändler verfolgt an der Börse in Frankfurt am Main auf Monitoren die Kursentwicklung.

Kolumne von Manfred Gburek

An Börsen herrscht vielfach Psychologie vor. Anhand der Preisentwicklung des Goldes zeigt sich, zu welchen Übertreibungen nach unten es dadurch kommen kann, selbst wenn nach wie vor viel für das Edelmetall spricht.

Wenn Marc Faber, Schweizer Anlagestratege mit Sitz in Hongkong und Thailand, sich in einem seiner unzähligen Interviews wieder einmal zum Gold äußert, sagt er immer dasselbe: Er hat ein Viertel seines Vermögens in dem Edelmetall angelegt und kauft es regelmäßig nach. Aber nicht etwa, weil er auf Gold versessen ist, sondern weil er nicht sein ganzes Vermögen „im Bankensystem angelegt haben will“, wie er sich kürzlich äußerte.

Verfolgt man den seit einigen Monaten anhaltenden Goldpreissturz, drängt sich die Frage auf: Ist der Mann Hellseher, oder ist er einfach nur mutig? Klare Antwort: weder noch. Der erste Teil der Antwort lässt sich anhand eines einfachen Beispiels begründen: Als Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank Fed, neulich seine das ganze Finanzsystem erschütternde Rede zum möglichen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik hielt, hatten zehnjährige amerikanische Staatsanleihen gerade eine Rendite von 2,1 Prozent erklommen. Noch einen Monat zuvor hatte diese Rendite erst 1,6 Prozent betragen.

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Marc Faber im Interview Welt auf dem Weg in den finanziellen Untergang

Investor Marc Faber kritisiert die Gelddruckmanie der Notenbanken und sieht die Welt auf dem Weg in den finanziellen Untergang. Im Interview erklärt er, dass es bis dahin aber durchaus noch etwas zu verdienen gibt.

Crahs-Prophet und Börsenguru Marc Faber: Er kritisiert vor allem Notenbanken und Regierungen. Durch die lockere Geldpolitik von FED und EZB seien gefährliche Gleichgewichte entstanden. Im Krisenfall hält der Börsenguru grundsätzlich ein "Goldverbot" für "absolut realistisch". Trotzdem empfiehlt Faber Investitionen in Gold. Die jüngste Goldpreis-Korrektur sei eine gute Gelegenheit um weiter zuzukaufen. Quelle: Gian Marco Castelberg

Schätzungen renommierter Analysten belegen, dass die Erhöhung des Zinsniveaus um nur einen Prozentpunkt den amerikanischen Staat jährlich allein mit einem Zinskostenanstieg von gut 70 auf 300 Milliarden belasten würde. Das könnten die USA auf Dauer nicht verkraften. Folglich dürfte die für den Goldpreis negative Wirkung des jüngsten Zinsanstiegs ins Gegenteil umschlagen, sobald Anleger ihr Geld auf der Suche nach Sicherheit vom Dollar ins Gold umschichten. Faber macht daraus mit seiner Strategie eine Art Cost Averaging, einen möglichst niedrigen Durchschnittspreis, wie man das aus der Fondsanlage kennt.

Wahl zwischen zwei Übeln

Der zweite Teil der Antwort führt zu einem interessanten psychologischen Phänomen mit der Frage: Ist ein Anleger mutig, weil er bei rückläufigen Preisen oder Kursen mit Käufen nachlegt? Logischerweise müsste die Antwort lauten: Natürlich ist er nicht mutig, vorausgesetzt, seine positiven Grundannahmen stimmen auch weiterhin. Bei Faber – und anderen über den Tellerrand hinaus denkenden Anlagestrategen – bedeutet das offensichtlich, dass sie die Fed-Geldpolitik in die eine oder andere Richtung gehen sehen, von denen beide desaströs zu enden drohen: Entweder weiter locker bleiben und so das Geld nachhaltig entwerten. Oder den Geldfluss einschränken, wie Bernanke dies mit viel Wenn und Aber vorsichtig angekündigt hat, und dadurch die Finanzmärkte derart erschüttern, dass die Marktteilnehmer dann reumütig ins Gold flüchten werden.

Das psychologische Phänomen hat noch eine Komponente, die sich die meisten Anleger erst gar nicht bewusst machen und die häufig zu einem Doppelfehler führt: Bei hohen Preisen kaufen, weil man aufgrund ihres bisherigen Anstiegs ermutigt wird, und bei niedrigen Preisen verkaufen, weil einen dann der Mut verlässt. Dieses Verhalten ist fast immer auf unzureichende Recherchen zurückzuführen. Das wird besonders deutlich, wenn es um Fonds geht, die bisher erfolgreich waren. Das Tückische daran: Banken und Sparkassen verkaufen solche Fonds ganz gern, weil deren gute Ergebnisse ja nachweisbar sind, und die Kunden fallen massenweise darauf herein. Das wird besonders gefährlich, wenn entweder ein Trend nach unten dreht oder wenn ein erfolgreicher Fondsmanager einen anderen Job annimmt.

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