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Gbureks Geld-Geklimper: Sicher durch die Euro-Krise

Kolumne von Manfred Gburek

Das Geschacher um den Euro geht in die letzte Runde. Anlass genug, besonders auf die Sicherheit der Geldanlage zu achten.

In der Euro-Krise wollen Anleger einen möglichst dicken Schutzpanzer für ihr Geld - wie die Mauern einer Burg Quelle: dpa
In der Euro-Krise wollen Anleger einen möglichst dicken Schutzpanzer für ihr Geld - wie die Mauern einer Burg Quelle: dpa

Der Mittwoch war wieder einmal so ein typischer Tag, an dem Anleger in Anbetracht der hinlänglich bekannten, nun aber immer mehr virulenten Schuldenprobleme Italiens Sicherheit suchten – oder besser: was sie für sicher hielten, nämlich deutsche Bundesanleihen. Das ist neben den vielen Verhandlungsrunden zum Euro ein weiteres Indiz dafür, dass die Zahl der Euro-Länder in absehbarer Zeit etwas schrumpfen und dass dann Deutschland den Kern des neuen Euro bilden wird. Also ein Grund, heute dem Thema Sicherheit Aufmerksamkeit zu widmen.

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Selten prallen Meinungen zur Staatsschuldenkrise und zu ihrer Bewältigung, zum Währungsverfall im Allgemeinen und zur Euro-Rettung im Besonderen, zur Inflation und Deflation so extrem aufeinander wie aus Anlass der alljährlichen Internationalen Edelmetall- und Rohstoffmesse in München. Dieses Mal – es war bereits die 7. Messe – ging es, abgesehen von den wieder überwiegend positiven Gold- und Silberpreisprognosen, um Thesen wie: Politiker und Zentralbanker verkaufen uns für dumm, niemand kann mehr das Schuldenproblem lösen, das Kurieren an den Symptomen nimmt kein Ende, konstruktive Vorschläge verpuffen, Angelsachsen lenken durch das Schlechtmachen der Euro-Zone von ihren eigenen Problemen ab, eine Währungsreform ist unausweichlich, und Sicherheit ist Trumpf.

Wortakrobatik gegen Schwarzen Schwan

Solche Thesen wurden bisher von den gängigen Medien, Mainstream genannt, überwiegend als Phantasien von Spinnern abgetan. Doch diese Zeiten gehen zu Ende. Allmählich setzt sich der Gedanke durch, dass Politiker und Zentralbanker wirklich mit ihrem Latein am Ende sind. Bedürfte es dazu noch eines Beweises, so hätte niemand ihn besser erbringen können als die für das Schuldendilemma Verantwortlichen selbst. Das belegt allein schon ihre Wortakrobatik: EFSF, Rettungsschirm, Basel III, Hebelung, Stabilitätsmechanismus, Schuldenschnitt, Troika, Kernkapitalquote, Rekapitalisierung, Eurobonds, Finanztransaktionssteuer, systemrelevant, bail out, hair cut, too big to fail usw.

Je mehr von solchen Begriffen uns um Augen und Ohren schwirren, desto sicherer können wir sein, dass ihre Schöpfer nicht mehr weiter wissen. Wir haben es hier offenbar mit der Vorstufe zu einem Phänomen zu tun, für das inzwischen der Ausdruck „Schwarzer Schwan“ steht: Dieser symbolisiert ein Ereignis, das so lange niemand für möglich hält, bis es eintritt. Beispiele aus dem Geldsektor: der Crash an den Weltbörsen 1987 und das, was im Gefolge der Lehman Brothers-Pleite im Herbst 2008 geschah, nämlich eine internationale Liquiditätskrise in einem damals nicht erwarteten Ausmaß.

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2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.11.2011, 13:46 Uhrraentnaer

    Wir sind doch auf dem richtigen (amerikanischen) Weg: Draghi, fragt nicht er druckt. Und Holzköpfe, wie Paul Krugman bekommen Unterstützung von Zoellick und Lagarde. Es kann ja auch nicht angehen, dass wir, solider als die Amis, unser Geld billiger bekommen sollen, das es noch was w e r t ist. Wo dieser Weg endet, weiss auch die schwäbische Hausfrau, nur Merkel und Steinbrück ist mittlerweile alles egal.

  • 11.11.2011, 12:55 UhrAnonymer Benutzer: Autonomos

    Politiker und Zentralbanker am Ende? Ja, so ist es. Das belege, so Gburek, "allein schon ihre Wortakrobatik: EFSF, Rettungsschirm, Basel III, Hebelung, Stabilitätsmechanismus, Schuldenschnitt, Troika, Kernkapitalquote, Rekapitalisierung, Eurobonds, Finanztransaktionssteuer, systemrelevant, bail out, hair cut, too big to fail usw."

    Zwei Wörter tauchen in diesem Zusammenhang nie auf: 'Produktivitätssteigerung' und 'Ertragssteigerung'. Genau davon hängt aber Europa, insbesondere sein maßlos verschuldeter Südgürtel, ab. Schuldenumverteilung vor allem an Deutschland, bis auch diese Milchkuh Europas zusammenbricht, ist kein zukunftsfähiges Konzept.

    Fleißiger, besser, billiger, bescheidener werden - das wäre eines. In und von Europa zu erwarten? Nie und nimmer.

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