Gbureks Geld-Geklimper: Währungsexperimente gehen weiter

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Die Gemeinschaftswährung Euro steht derzeit unter Dauerfeuer.

Kolumne von Manfred Gburek

Staatsanleihen haben ihre beste Zeit längst hinter sich, das Euro-Schicksal steht in den Sternen. Anleger brauchen jetzt starke Nerven.

Das Euro-Experiment ist ohne Vorbild. Seine Konsequenzen sind in keiner Weise absehbar, wie allein schon das neuerliche Herummäkeln des Internationalen Währungsfonds (IWF) an der deutschen Wirtschafts- und Währungspolitik, der Ausgang der französischen Präsidentschaftswahl und die auf Emotionen beruhenden griechischen Sticheleien zeigen. Doch so zu tun, als würde das Experiment dramatischer enden als andere Ereignisse in der Währungsgeschichte der vergangenen Jahrzehnte, ist fehl am Platz.

Auch früher, etwa aus Anlass der ersten D-Mark-Aufwertung im März 1961 oder nach der Weigerung der USA vom August 1971, anderen Ländern weiterhin Dollar gegen Gold abzunehmen, sahen die meisten Kommentatoren die Geld-Welt untergehen. Aber sie ging nicht unter, sondern ließ immer wieder genug Spielraum für neue Währungsexperimente.

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So wird es auch dieses Mal kommen, wobei die verschiedenen Möglichkeiten breit gefächert sind und sich vom – zunächst wahrscheinlichen - Kurieren an den Schulden-Symptomen bis zur – fürs Erste unwahrscheinlichen – Währungsreform erstrecken. Und während der IWF zur Hochform auflaufen wird, dürften die Nerven der Anleger arg strapaziert werden: wie zuletzt durch Spekulationen gegen den Euro und aus unerfindlichen Gründen sogar gegen das Gold, nachdem die Franzosen sozialistisch gewählt haben, durch immer weiter auseinander klaffende Renditen der Anleihen von Euro-Ländern und durch Schwankungen der Aktienkurse, wie wir sie seit einem Dreivierteljahr nicht mehr erlebt haben.

Spanisches Glücksspiel

In so einem Szenario wirken Appelle an die Sparsamkeit der Euro-Länder mit dem Ziel, die Stabilitätskriterien des Maastricht-Vertrags und seiner Nachfolgeregelungen einzuhalten, zwar besonders lächerlich. Die dummen Sprüche der in Europa allseits vertretenen Umverteiler sind allerdings nicht nur lächerlich, sondern auch gefährlich. Denn deren Vorliebe für Verstaatlichungen, Streiks und Shows, mit denen sie relativ wenige Spitzenmanager an den Pranger stellen, wird sich im Endeffekt gegen den Großteil der arbeitenden Bevölkerung richten. Die wird trotzdem europaweit solche Politiker wählen, die ihr nicht Sparsamkeit abverlangen, sondern Wohlstand versprechen.

Doch wie kommt es, dass ausgerechnet im derzeit von der Wirtschaftskrise besonders stark betroffenen Krisenland Spanien die konservative Regierung unter Premier Rajoy das Sagen hat? Ganz einfach: Weil die Spanier mehrheitlich glauben, dass die extrem hohe Arbeitslosigkeit nicht mehr erfolgreich von einer linken Regierung bekämpft werden kann. Rajoy muss indes schon wieder Federn lassen: Statt für das laufende Fiskaljahr den versprochenen Sparhaushalt vorzulegen, lässt er die Ausgaben alles in allem um sechs Prozent steigen, darunter einen ganz dicken Brocken an Zinsen. Dafür gibt es kräftige Abstriche bei den öffentlichen Investitionen in die Infrastruktur. Unter solchen Umständen spanische Staatsanleihen zu kaufen, gleicht einem Glücksspiel.

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