Gbureks Geld-Geklimper: Währungswirrwarr – und was nun?

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Währungswirrwarr – und was nun?

Kolumne von Manfred Gburek

Vor 70 Jahren sollte ein modernes Währungssystem entstehen, davon ist kaum noch etwas übrig. Anleger müssen Konsequenzen ziehen.

2014 ist ein Jahr besonderer Jubiläen. Das haben wir zuletzt aus Anlass des 70-jährigen Jubiläums der Alliierten-Landung 1944 in der Normandie ausgiebig zu hören und zu sehen bekommen. Das 60-jährige Jubiläum zum Gewinn der Fußballweltmeisterschaft 1954 durch die Bundesrepublik Deutschland steht uns ebenso noch bevor wie das 40-jährige aus dem gleichen Anlass 1974. Darüber droht - zumindest in der breiten Bevölkerung – ein Jubiläum unterzugehen, das es wegen seiner Bedeutung mit der Alliierten-Landung aufnehmen kann: 2014 jährt sich zum siebzigsten Mal die Konferenz von Bretton Woods.

Währungen Wie lange der Euro noch stark bleibt

Überall wird vom Aufschwung der USA geredet, die Fed reduziert ihre Wertpapierkäufe. Trotzdem zeigt sich der Euro gegenüber dem Dollar überraschend stark. Ein dauerhaftes Phänomen?

Wie stark ist Europas Wirtschaft wirklich? Quelle: dpa/Montage

Bretton was? Wahrscheinlich wird der Mann/die Frau auf der Straße, von einem Reporter nach diesem Ereignis vom 1. bis 22. Juli 1944 gefragt, so reagieren. Dabei hat es die Nachkriegszeit ebenso geprägt wie der Kalte Krieg, die Rosinenbomber, die deutsche Währungsreform, das Wirtschaftswunder und die Berliner Mauer. Aber eben nicht so spektakulär. Das beginnt schon damit, dass Bretton Woods ein verschlafener kleiner Ort im amerikanischen Bundesstaat New Hampshire ist, und endet mit unzähligen Währungskrisen nach 1944, die uns bis heute begleiten, ohne dass Währungs- und sonstige Politiker sie wirklich einschätzen können, der Mann/die Frau auf der Straße erst recht nicht.

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Die USA setzen sich vollständig durch

Der Mediencocktail, der uns dazu spätestens im Juli serviert wird, dürfte also den meisten Menschen sauer aufstoßen. Denn wie soll man jemandem erklären, dass der Dollar, seinerzeit neben dem Gold die Stütze des Gold-Dollar-Systems von Bretton Woods, seine Kaufkraft seit 1944 zum größten Teil eingebüßt hat? Warum ließ Frankreichs Staatspräsident Charles de Gaulle in den 60er Jahren tonnenweise Gold aus den USA abziehen, der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer aber nicht? Und wie war es möglich, dass US-Präsident Richard Nixon am 15. August 1971 das Goldfenster schloss, eine verniedlichende Umschreibung für den Bruch mit dem damaligen Währungssystem?

Aber war es überhaupt ein System? Zweifel sind angebracht. Es basierte auf Vorschlägen von 44 Ländern, den sogenannten Siegermächten, doch nur eines setzte seine Interessen voll durch: die USA. Immerhin durften die Briten an vorderster Stelle mitmachen, denn sie hatten ihren Vorzeige-Ökonomen John Maynard Keynes nach Bretton Woods geschickt, und der bot seinem amerikanischen Partner – und vielfachen Kontrahenten - Harry Dexter White ordentlich Paroli. Das ging so weit, dass entgegen dem Wunsch der Amerikaner, feste Wechselkurse ohne Wenn und Aber einzuführen, eine gewisse Flexibilität in bestimmten Bandbreiten gelten sollte – reine Formsache, substanziell bedeutungslos.

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