Gbureks Geld-Geklimper: Warum die USA mit der Inflation spielen

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kolumneGbureks Geld-Geklimper: Warum die USA mit der Inflation spielen

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Die US-Notenbank setzt ihre ultralockere Geldpolitik überraschend fort.

Kolumne von Manfred Gburek

Lahmende Konjunktur, hohe Schulden und ein Notenbankchef, der sich lange nicht zu helfen wusste – alles kein Problem, lässt Ben Bernanke die Welt wissen und setzt auf Inflation. Gut für Anleger, die Edelmetalle besitzen.

Die US-Notenbank Fed will, wie am Mittwoch verkündet, ihre extrem lockere Geldpolitik entgegen den bisherigen Erwartungen der meisten Börsianer fortsetzen. Mehr noch, aus ihren Kreisen verlautet sogar, damit solle erst 2015 Schluss sein. Das wirft die Frage auf, wie es um die Wirtschaftskraft der USA bestellt ist, wie um die Staatsschulden und den Wert des Dollars und welche Schlussfolgerungen Anleger schon jetzt daraus ziehen können. Die erste Reaktion an den Börsen war eindeutig: Aktienkurse deutlich rauf, Gold, Silber und Edelmetallaktien noch deutlicher, und schon wird der Spruch „inflate or die“ wieder laut.

Fed-Entscheidung Bernanke macht Rückzieher - billiges Geld bleibt

Die Fed traut sich nicht, langsam aus der expansiven Geldpolitik auszusteigen. Überraschend hat die US-Notenbank verkündet, ihr Anleihekaufprogramm weiter fortzusetzen. Macht das die Märkte skeptisch?

Fed-Chef Ben Bernanke hält die Märkte immer wieder in Atem. Quelle: AP

Der amerikanische Staat verschuldet sich in rasendem Tempo, und seine Regierungen finden das seit Einführung der Schuldenobergrenze im Jahr 1917, also vor fast einem Jahrhundert, offensichtlich ganz normal. 1917 traten die USA in den 1. Weltkrieg ein. Das brachte zwangsläufig höhere Schulden mit sich, sodass die Obergrenze disziplinierende Wirkung entfalten sollte. Doch davon konnte später keine Rede mehr sein, denn die Obergrenze wurde immer wieder erhöht, allein in den vergangenen zwölf Jahren nicht weniger als 14-mal. Und erst vor Kurzem forderte US-Finanzminister Jack Lew eine weitere Erhöhung, weil die aktuelle Obergrenze Mitte Oktober erreicht werde.

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Das viele Geld hat zunächst sein Ziel verfehlt

Spinnen die Amerikaner? Nein, sie verlassen sich einfach nur auf einen Automatismus, der sie schon nach dem 2. Weltkrieg vor der Überschuldung bewahrt hatte und mittlerweile unter dem Begriff „finanzielle Repression“ in die deutsche Sprache eingezogen ist. Motto: Lass die Notenbank die Zinsen niedrig halten, sorge für genug Inflation und zahle deine Schulden dann mit entwertetem Geld zurück. Auf diese Weise schafften es die USA, ihre Staatsschulden nach dem 2. Weltkrieg von über 120 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt) Mitte der 40er Jahre auf etwas unter 35 Prozent zu Beginn der 80er Jahre zu drücken. Zuletzt hat die Staatsschuldenquote auf dem Weg nach oben die 100-Prozent-Hürde übersprungen. Das ist längst noch nicht das Ende.
Man kann über den Vergleich mit der Nachkriegszeit, über die Ernsthaftigkeit der Forderung von Finanzminister Lew und über die Geldpolitik von Fed-Chef Ben Bernanke lange streiten - entscheidend ist etwas anderes: das zukünftige Zusammenspiel von Wirtschaftswachstum und Inflation. Beide bewegen sich zurzeit in einer Größenordnung, von der nicht nur die US-Regierung, sondern auch Bernanke bitter enttäuscht sein muss. Keine Frage, das viele Geld, das er bisher durch Anleihenkäufe virtuell gedruckt hat, ist erst Anleihen, danach auch Aktien und Immobilien zugute gekommen, hat sich also – Schlagwort „Asset Inflation“ - auf diese inflationär ausgewirkt, aber noch nicht auf das allgemeine Preisniveau.

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