Gbureks Geld-Geklimper: Wettbewerb der Währungen

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Wettbewerb der Währungen

Kolumne von Manfred Gburek

Die Scharmützel um das deutsch-schweizerische Steuerabkommen werden irgendwann zu Ende gehen, der Krieg der Steueroasen nicht. Anleger sollten die Konsequenzen ziehen.

Kaum zu glauben, aber wahr: Die Schweizer mögen die Deutschen. Jedenfalls fast zwei Drittel, genau 64 Prozent, der Deutsch-Schweizer von Basel und Sankt Gallen bis Zürich und Bern. Vor kurzem ermittelt im Auftrag des Boulevardblatts „SonntagsBlick“ durch Befragung von 1001 Eidgenossen, bezogen auf ihre Zuneigung zu den immer mehr werdenden Schweizer-Deutschen, die als Handwerker, Pflegepersonal oder sonstige Dienstleister und sogar als Banker für ihr Salär in Franken schuften.

Die Veröffentlichung der Umfrage fällt in eine Zeit, da Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gerade die widerspenstigen SPD-Genossen aus dem Bundesrat auf seine Seite zu ziehen versucht, um das deutsch-schweizerische Steuerabkommen endlich unter Dach und Fach zu bringen. Sein Angebot: Besonders das rot-grün regierte Nordrhein-Westfalen, wo am 13. Mai die nächste Landtagswahl stattfindet, und das grün-rot regierte Baden-Württemberg könnten jeweils weit über eine Milliarde Euro mehr an Steuern einnehmen, falls sie im Bundesrat für das Abkommen stimmen.

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Geld vor Gewissen

Vielen Genossen dürfte Schäubles Angebot wie der Gipfel der Unanständigkeit vorkommen. Denn damit ist verbunden, dass deutsche Steuerhinterzieher straffrei ausgehen. Im Gegenzug sollen allerdings die Erträge aus ihrem in der Schweiz deponierten Schwarzgeld einem Steuersatz unterliegen, der der deutschen Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent plus Soli entspricht. Hinzu kommen soll außerdem eine einmalige Pauschalsteuer zwischen 21 und 41 Prozent auf frühere Erträge. Alles in allem könnten dem deutschen Fiskus auf diese Weise an die zehn Milliarden Euro zufließen. Und weil Schäuble aufs Ganze geht, lockt er die Bundesländer gleich mit der Erhöhung ihres Anteils an den zehn Milliarden. Das deutsch-schweizerische Steuerabkommen wird zweifellos zustande kommen, weil im politischen Alltag gilt: Geld vor Gewissen. Bis zu seiner endgültigen Unterzeichnung dürfte indes noch viel Zeit mit überflüssigen Debatten zur Steuergerechtigkeit verstreichen. Als wenn Schwarzgeld seinen Weg nach Deutschland nur deshalb zurück fände, weil Gräuelmärchen von der einen oder anderen Steuer-CD mit Kundendaten es ab und zu in die Schlagzeilen deutscher Boulevardblätter schaffen.

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