Gbureks Geldgeklimper : Die sichere Geldanlage hat einen hohen Preis

kolumneGbureks Geldgeklimper : Die sichere Geldanlage hat einen hohen Preis

Kolumne von Manfred Gburek

Geld in unruhigen Zeiten wie jetzt anzulegen, erfordert umfangreiche eigene Recherchen. Der Aufwand lohnt sich – vorausgesetzt, man definiert die Sicherheit richtig.

Wenn Anlageberater ihren Kunden eine Geldanlage schmackhaft machen wollen, verweisen sie gern auf das magische Dreieck, von dem sie ihre Empfehlung ableiten: Sicherheit – Rendite – Liquidität. Das Dreieck heißt magisch, weil größtmögliche Sicherheit, Rendite und Liquidität in einem nicht möglich ist. Das bedeutet: Hohe Sicherheit geht mit bescheidener Rendite einher, umgekehrt führt hohe Rendite in der Regel zu Abstrichen an der Sicherheit. Viel Liquidität tut zwar der Sicherheit keinen Abbruch tut, wohl aber der Rendite. Was Anlageberater ihren Kunden kaum erzählen: Das Dreieck ist nicht starr, es bewegt sich im Zeitablauf. Was heute sicher, rentabel oder liquide erscheint, kann schon morgen unsicher, unrentabel und illiquide sein – eine gerade jetzt im Zeichen von Griechenland-Problemen und Ukraine-Krise bedenkenswerte Einschränkung.

Gold-Comeback Wo das Gold für harte Zeiten herkommt

Die Geldflut der Europäischen Zentralbank treibt den Goldpreis. Wie Anleger davon profitieren.

Altgold-Prüfung und -Recycling bei der größten deutschen Goldschmelze, der Allgemeinen Gold- und Silberscheideanstalt (Agosi) Quelle: Christof Mattes für WirtschaftsWoche

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Es gibt keine per se sichere Anlage. Besonders viele Anleger halten Immobilien für sicher. Aber warum? Nur weil sie anders als Aktien und sonstige Wertpapiere keine schwankenden Kurse haben? Oder weil ihre Preise in den A-Städten von Berlin über Hamburg bis Frankfurt und München seit einigen Jahren steigen? Kritisch betrachtet, können Immobilien sogar ziemlich unsicher sein. Denn sie bilden wegen des relativ hohen finanziellen Einsatzes, womöglich auch noch mittels Kredit, für die meisten Eigentümer ein Klumpenrisiko. Sie erweisen sich – Topimmobilien in bester Lage ausgenommen - als hinderlich, schlimmstenfalls als illiquide, wenn es darum geht, den Karrieresprung in eine weit entfernte Stadt oder ins Ausland zu wagen, und wenn das Haus schwer verkäuflich oder kaum vermietbar ist.

Manöver gegen Gold zur Rettung des Papiergeldes

Am anderen Ende der Liquiditätsskala rangiert das Tagesgeld: Stets verfügbar, kann es heute auf dem Konto sein, bereits morgen für den Kauf von Wertpapieren verwendet werden, und wenn diese einen satten Gewinn gebracht haben, wieder von heute auf morgen dem Konto gutgeschrieben werden. Die Tagesgeldzinsen sind derzeit allerdings zum Vergessen, und dabei wird es noch eine ganze Weile bleiben. Außerdem sind nur Beträge bis 100.000 Euro pro Person und Bank durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt.

Auch Gold in Form von Barren und gängigen Münzen ist liquide, und das sogar international. Es bringt jedoch keine Zinsen. Anders als Papiergeld in Form von Konten oder Anleihen birgt es zwar kein Bonitätsrisiko, aber ein Preisrisiko, wie wir an diesem Mittwoch wieder einmal erlebt haben, als sein Preis am US-Terminmarkt kurzfristig wie vom Blitz getroffen fiel. Dahinter stecken wie schon in den 60er und 90er Jahren gezielte Manöver der Verteidiger des immer wertloser werdenden Papiergeldes. Wie lange sie wirksam sein können, hängt von den Gegenkräften ab, überwiegend asiatische Investoren, die gerade in letzter Zeit mehr Gold kaufen – kein künstliches Terminmarktgold, sondern echtes in Form von Barren und Münzen. Die Häufigkeit der Manöver seit 2013 zeugt davon, dass führende Regierungs- und Zentralbankkreise fürchten, ein steigender Goldpreis könnte das Misstrauen in Papierwährungen auf den Höhepunkt treiben. Nebenbei: Den 60er und 90er Jahren folgte jeweils ein Jahrzehnt mit steigenden Goldpreisen.

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