Geldanlage 50plus: "Kapital aufteilen und schrittweise liquidieren"

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Geldanlage 50plus: "Kapital aufteilen und schrittweise liquidieren"

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Michael Huber ist Mitglied der Geschäftsleitung beim VZ VermögensZentrum in Frankfurt am Main. Huber beschäftigt sich schon lange mit Geldanlagethemen für Anleger jenseits der 50, zusammen mit seinem Kollegen Tom Friess hat er das Buch "Finanzcoach für den Ruhestand - Der persönliche Vermögensberater für Leute ab 50" verfasst.

von Saskia Littmann

Im Interview mit WirtschaftsWoche Online hat Michael Huber vom VZ VermögensZentrum die Fragen unserer Leser zur Geldanlage für die Generation 50plus beantwortet. Was Best-Ager beachten müssen.

WirtschaftsWoche: Herr Huber, gelten jenseits der 50 die gleichen Grundsätze zum Geld anlegen wie vorher auch?

Michael Huber: Grundsätzlich natürlich schon. Allerdings nehmen viele die Vorsorge ernster, je näher es auf die Rente zugeht. Und das ist auch richtig so. Während Jüngere oft zu Recht nur einen groben Plan für die Altersvorsorge haben, ist jetzt ein konkreter Kostenplan notwendig. Anfang 50 ist ein guter Zeitpunkt, um den aufzustellen. Die persönliche finanzielle Situation lässt sich dann viel konkreter einschätzen, als beispielsweise mit Anfang 30.

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Wie sollte so ein Plan aussehen?

Eine möglichst detaillierte Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben. Wie hoch ist meine gesetzliche Rente? Und wie viel muss ich selber beisteuern, um meinen gewünschten Lebensstandard halten zu können? Auch die Kostenseite spielt natürlich eine große Rolle. Viele Sparer jenseits der 50 wohnen im Eigenheim. Ist das noch nicht abbezahlt, hat das Tilgen der Schulden höchste Priorität.

Auch Versicherungen belasten die Kostenseite. Worauf kann ich im Alter verzichten?

Zunächst gilt Vorsicht beim Neuabschluss von Policen. Das lohnt sich selten. Die Absicherung gegen elementare Risiken wie eine Haftpflichtversicherung muss dagegen in jedem Fall behalten werden. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung hilft ein Blick auf die Ersparnisse. Ließe sich ein früheres Arbeitsende auch gut aus den Rücklagen stemmen, darf die Police auch gekündigt werden. Gleiches gilt für die Risikolebensversicherung. Oft werden solche Versicherungen abgeschlossen, um die Familie vor großen Kosten zu schützen, etwa wenn ein hoher Immobilienkredit aufgenommen wurde. Ist das Haus aber abbezahlt und es wurden genug Rücklagen gebildet, kann man eventuell auf die Police verzichten. Letztlich ist das alles eine Typfrage. Wer kein Risiko eingehen möchte, wird mehr absichern als andere, und das ist auch in Ordnung. Jeder soll sich mit seiner Entscheidung wohlfühlen.

Wo liegen die größten Fehler beim Anlegen fürs Alter?

Zum einen achten viele Anleger zu wenig auf die Verfügbarkeiten des Geldes. Wenn ich einen Großteil in Immobilien oder langfristige Beteiligungen stecke, kann ich die im Ernstfall nicht schnell genug verkaufen. Darauf sollte also nicht das Hauptaugenmerk liegen. Zudem denken viele, die Altersvorsorge höre mit dem Renteneintritt auf und betrachten das Ersparte fürs Alter als Gesamtsumme. Aber die Ersparnisse müssen nicht ab 65 Jahren vollständig verfügbar sein. Es kommt vielmehr darauf an, das Geld nach seiner Verfügbarkeit zu klassifizieren.

Wie geht das?

Ich schlage jeweils einen Zehnjahres-Horizont vor. Was kurzfristig verfügbar sein soll, kann in Form von Tagesgeld oder kurzläufigen Anleihen gehalten werden. Was darüber hinausgeht, darf auch in schwankungsanfälligere Anlagen investiert sein wie beispielsweise Rohstoffe. Wichtig ist, das Kapital aufzuteilen und schrittweise zu liquidieren.   

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