Geldanlage: Computermodell für Europa und die Welt

Geldanlage: Diese Investmentfonds profitieren von der Krise

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Zwei Broker vor Bildschrimen Quelle: REUTERS
Allem Pessimismus zum Trotz haben computergesteuerte Fonds den Umschwung in den vergangenen Wochen mitunter gut hinbekommen Quelle: REUTERS

Computermodell für Europa und die Welt

Computergesteuerte Fonds haben den Umschwung zum Pessimismus in den vergangenen Wochen mitunter gut hinbekommen. Das System des Uni-Global Minimum Variance von der Genfer Vermögensverwaltung UniGestion, bewährte sich erneut sowohl bei europäischen (Uni-Global Minimum Variance Europe, LU0191819951) als auch globalen Aktien (Uni-Global Minimum Variance World B1 USD). Der europäische Fonds verlor zwar 0,85 Prozent in drei Monaten, war damit aber sechs Prozentpunkte vor dem MSCI Europe, der global anlegende Aktienfonds legte drei Prozent zu und übertraf seinen Index damit um sieben Prozentpunkte. Bei der Zusammenstellung der Aktienfonds nutzt Fondsmanagerin Fiona Frick ein wissenschaftliches Modell namens Minimum Variance, das so viel wie geringe Schwankung bedeutet.

Es soll die Nachteile reiner Indexinvestments beseitigen, bei denen stets die Börsenkapitalisierung über den Anteil der Aktie im Index entscheidet. Dadurch bekommen diejenigen Aktien einen hohen Stellenwert, die bereits gut gelaufen sind. Fricks Strategie basiert auf der Annahme, dass ein Portfolio längerfristig besser abschneidet, wenn die Kursschwankung niedrig ist und die Verluste der Einzeltitel reduziert werden können. Beim Portfoliobau achtet das Computermodell darauf, dass die Kurse der Einzelwerte wenig gleichförmig reagieren. Auf Unternehmensebene spielen Gewinnschätzungen und die Verschuldungssituation eine Rolle. Frick bezeichnet das Portfolio allerdings als Puzzle, bei dem nicht jedes Teil relevant sei, sondern die Zusammensetzung passen muss. Den Praxistest hat der Fonds bestanden.

Markennamen gegen Krisen

Es geht aber auch mit dem traditionellen Fondsmanagement. Der New-Yorker Fondsmanager Matthew Benkendorf hat den Vontobel European Value Equity (LU0153585053) in den vergangenen anderthalb Jahren wieder nach vorn gebracht. Die letzten drei Monate überstand der Fonds gut mit nur 0,6 Prozent Minus als einer der besten Europafonds. Mit der Mischung großer Markennamen wie Philip Morris, Anheuser Busch, Unilever, Nestlé und Diageo war offenbar nur wenig falsch zu machen. Mehr Probleme hatte der Fondsmanager in stark steigenden Märkten wie 2009 und 2010. Damals blieb er schwach und fiel hinter seinem Index und der Konkurrenz zurück. Inzwischen liegt er wieder vorn. Der Fonds ist also allenfalls für Anleger geeignet, die dem Fondsmanager langfristig auch in Schwächephasen die Treue halten.

Gleich gut gemischt

Es ist der Luxus des Mischfonds, dass die Fondsmanager die Gelder flexibel auf Aktien und Anleihen verteilen können und nicht blind mit einem Vergleichsindex ins Verderben rennen müssen. Und das französische Fondshaus Carmignac hat mit dem Patrimoine einen der größten Mischfonds im Rennen (FR0010135103). In den vergangenen drei Monaten kamen immerhin 2,64 Prozent Plus hinzu, mehr als bei anderen Fonds der Kategorie ausgewogener Mischungen. Die Franzosen haben sich schon früh in diesem Jahr stärker Richtung USA und Japan orientiert. Dollar und Yen bezeichnet Carmignac-Stratege Eric Le Coz als Krisenschutz. Bei den Unternehmensanleihen ist Carmignac inzwischen auch wieder in US-Banken engagiert wie Citigroup, BofAMerrill Lynch, der Direktbank Ally sowie dem Mittelstandsfinanzierer CIT, der 2009 noch Insolvenz angemeldet hatte und von der US-Regierung gerettet wurde.

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Bei Aktien setzen die Franzosen auf indirekte Beteiligungen am Wachstum in Schwellenländern. Sie kaufen Unternehmen aus den Industrieländern mit großem Geschäfts- und Gewinnanteil aus Schwellenmärkten. Vergleichbare Aktien in Schwellenmärkten seien vielfach viel teurer, deswegen geht Carmignac- ebenso wie manch anderer Fondsmanager diesen Umweg.

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Egal, wie sicher die Fondsmanager in Krisen sind: Jeder von ihnen wird am Sonntag aufmerksam den Ausgang der Griechenland-Wahl und die Euro-Diskussion verfolgen. „Man kann auf die Situation nicht 100 Prozent vorbereitet sein“, sagt Pimco-Portfoliomanager Bosomworth. Man habe viel Zeit und Mühe aufgewendet, um vorbereitet zu sein. Jetzt ist Griechenland am Zug.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 15.06.2012, 23:48 UhrSmartStrategie

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