Geldanlage: Der Goldpreis wird gezielt manipuliert

Geldanlage: Der Goldpreis wird gezielt manipuliert

Angesichts der experimentellen Geld- und Rettungspolitik sind alle Voraussetzungen für einen steigenden Goldpreis übererfüllt. Dennoch bleibt die Reaktion aus. Wieso?


Unter dem Eindruck der eskalierenden Ukraine-Krise zeigten sich die Börsen auch im April sehr volatil. Sollten die europäischen Politiker in den kommenden Wochen tatsächlich einen Wirtschaftskrieg mit Russland anzetteln, wird sich rasch zeigen, ob die konjunkturellen Folgen für Deutschland und Europa tatsächlich so beherrschbar sind, wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagt.

Angesichts der engen wirtschaftlichen und finanziellen Verflechtungen mit Russland halten wir die Risiken eines Konflikts für schwer kalkulierbar, vor allem mit Blick auf die bereits kräftig aufgeblasenen Finanzmärkte.

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Selten waren die Aktienmärkte in ihrer Geschichte höher bewertet als heute, während die von den Notenbanken besonders seit 2008 aufgepumpte Null-Zins-Anleiheblase ohnehin längst die größte ihrer Geschichte ist.

Renditeentwicklung 10-jähriger Staatsanleihen seit 1993

Renditeentwicklung 10-jähriger Staatsanleihen seit 1993 (Klicken Sie für eine detaillierte Ansicht bitte auf die Grafik)

Die Staatsverschuldung in den Problemländern Italien und Spanien ist auch 2013 ungebremst weiter. Belohnt wurde das im Gegenzug mit historisch niedrigen Renditen. Das entlarvt die heutigen Finanzmärkte nur noch als eine von den Notenbanken manipulierte Farce.

Einen letzten Beweis dafür lieferte im April die achtfach überzeichnete Rückkehr der Griechen an den Kapitalmarkt zu besten 4,95-Prozent-Zinskonditionen. Obwohl die Pleite des Landes eine traurige Gewissheit ist, wurde sie medial als Rückkehr zur „Normalität“ gefeiert.

Trotz eines im Jahr 2012 vorangegangenen 107-Milliarden-Euro-Schuldenschnitts erreichte die Staatsverschuldung Griechenlands 2013 mit 318,7 Milliarden Euro fast schon wieder ein Rekordhoch. Die Steuereinnahmen sinken weiter kontinuierlich. So liegen heute beispielsweise die Mehrwertsteuereinnahmen des vom Konsum abhängigen Landes rund 24 Prozent unter denen des Jahres 2008. Bei den Unternehmenssteuereinnahmen sind es sogar 63 Prozent.

Boom der riskanten Unternehmenskredite Quelle: Handelsblatt

Boom der riskanten Unternehmenskredite (Klicken Sie für eine detaillierte Ansicht bitte auf die Grafik)

Bild: Handelsblatt

Der von der EU-Kommission für Griechenland im Jahr 2013 vermeldete erste Primärüberschuss seit zehn Jahren von 1,5 Milliarden Euro verzückte zwar die Brüsseler Elite und ihre Presse, doch steht dieser krass im Widerspruch zu dem von der griechischen Statistikbehörde ELSTAT nach Brüssel gemeldeten 23,1 Milliarden Euro Defizit. Selbst dieses aber ist noch zu gut um wahr zu sein. Denn nicht bezahlte Rechnungen und Steuerrückerstattungen von über rund 6,6 Milliarden Euro blieben außen vor.

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