Geldanlage für Senioren: Ältere Anleger müssen beim Sparen mehr riskieren

Geldanlage für Senioren: Ältere Anleger müssen beim Sparen mehr riskieren

Bild vergrößern

Die Geldanlage im Alter wird zum Balanceakt.

von Saskia Littmann

Gerade für ältere Anleger hat die Niedrigzinsphase Tücken, ihr geliebtes Sparbuch wirft keine Rendite mehr ab. Um kein Geld zu verlieren, müssen sie mehr Risiko eingehen - ein schwieriger Balanceakt.

Früher war der Beginn des Ruhestands noch ein richtiger Grund zum Feiern. Familie und Freunde wurden eingeladen, bei Bier und Wein auf die kommenden besten Jahre angestoßen. Diese Feiern gibt es heute auch noch, die Stimmung ist aber häufiger als früher gedrückt. Finanziell sorgenfrei sind mittlerweile die wenigsten im Alter. Dass die Rente am Ende nicht das hält, was einst versprochen wurde, ist nicht neu. Die niedrigen Zinsen verschärfen allerdings das Problem - ältere Anleger müssen deutlich mehr Risiko eingehen, um die gewünschten Erträge zu erwirtschaften.

Wer vor zehn oder zwanzig Jahren aufhörte zu arbeiten, hatte neben der Rente oft eine Immobilie oder eine fällig werdende Lebensversicherung. Das Geld daraus war auf dem Sparbuch oder mit Tages- oder Festgeld gut untergebracht, der sorgenfreie Ruhestand konnte beginnen.

Anzeige

So sieht die Geldanlage der Deutschen aus

  • Lebensversicherung

    35 Prozent der Deutschen haben eine Lebensversicherung abgeschlossen.

  • Bausparvertrag

    Fast ebenso viele, nämlich 32 Prozent, besitzen einen Bausparvertrag oder Bausparplan.

  • Tagesgeld

    In Deutschland besitzen 29 Prozent der Bürger ein Tagesgeldkonto.

  • Immobilien

    Ebenso viele, nämlich 29 Prozent, sehen ihre Immobilie als Geldanlage an.

  • Fondsanteile, Festgeld, Aktien

    20 Prozent besitzen Fondsanteile, 17 Prozent Festgeld/Termingeld und 12 Prozent Aktien.

  • Edelmetalle

    Deutlich geringer ist dagegen der Anteil der Edelmetallbesitzer: sieben Prozent haben in Goldbarren oder -münzen investiert und vier Prozent zählen Silberbarren oder -münzen zu ihrem Besitz.

  • Kunst und Antiquitäten

    Sechs Prozent sehen ihre Antiquitäten (z. B. einen sehr alten Schrank) als Geldanlage und vier Prozent besitzen wertvolle Kunstgegenstände.

  • Anleihen und Zertifikate

    Jeweils zwei Prozent haben Geld in Anleihen bzw. Zertifikate angelegt.

Mittlerweile sind fällig werdende Lebensversicherungen dagegen mehr Herausforderung denn Freude. Wird das Kapital auf dem Sparkonto deponiert, drohen Verluste, die niedrigen Zinsen reichen oft nicht mal aus, um die Inflation auszugleichen. Gleichzeitig steigt durch die gestiegene Lebenserwartung der Kapitalbedarf. "Die Situation ist für ältere Anleger nicht trivial", sagt Alexander Schmidt. Der 47-Jährige ist nicht nur Honoraranlageberater, sondern auch Geschäftsführer der "Alten Hasen", einer unabhängigen Geldanlageberatung von Älteren für Ältere. Die Skepsis gegenüber Anlageprodukten sei auch bei älteren Anlegern sehr groß, berichtet Schmidt. Gleichzeitig sei es aber zu einem Umdenken gekommen. "Das Thema Geld wird bei Älteren relevanter", sagt Schmidt. Geld einfach auf einem Konto parken und liegen lassen, das könne sich keiner mehr leisten.

Zwei Probleme

Zwar wissen viele, dass der finanzielle Lebensabend mittlerweile deutlich mehr Eigeninitiative erfordert als früher. Laut einer Studie des Finanzdienstleisters Aegon reagieren aber die wenigsten darauf, fast jeder fünfte Bundesbürger empfindet seine Vorsorge demnach als mangelhaft.

Zum anderen fühlen sich gerade ältere Anleger jenseits der 60 Jahre eher in klassischen, weil risikoärmeren Anlagen wie Festgeld oder Sparkonten zu Hause. "Viele haben äußersten Respekt vor Aktien", sagt Honorarberater Schmidt. Trotzdem zwingt die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) viele zum Umdenken. Wie können ältere Anleger ihr Portfolio möglichst risikoarm optimieren?

Trotz Niedrigzins Bei diesen Geldanlagen gibt's vier Prozent auf alles

Wer mehr als ein Prozent Rendite mit seiner Geldanlage erzielen will, muss bei Aktien, Anleihen und Fonds ins Risiko. Vier konkrete Beispiele zeigen, worauf sich Investoren dabei einlassen.

Rendite und Risiko bei Aktien, Anleihen und Fonds. Quelle: Carlo Giambarresi für WirtschaftsWoche

Der erste Schritt sollte eine Bestandsaufnahme sein. Wie viel Geld habe ich zur Verfügung, wie viel brauche ich, und vor allem: wovon kann ich mich trennen. Diese Frage stellt sich besonders bei Versicherungen. Denn einige Policen drohen für Senioren zur Kostenfalle zu werden, beispielsweise Unfallversicherungen. Die enden in der Regel, wenn der Versicherte zwischen 65 und 75 Jahre alt ist, je nach Vertrag und Laufzeit. "Wer weiterhin versichert sein will, wird von vielen Assekuranzen zum Abschluss eines speziellen Senioren-Tarifs genötigt", sagt Kerstin Becker-Eiselen, Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Diese seien nicht nur deutlich teurer, sondern werben oft mit Leistungen, die gar nicht mitversichert werden müssten, beispielsweise Leistungen im Fall eines Oberschenkelhalsbruchs, erklärt Becker-Eiselen. Bei dieser typischen Alters-Verletzung springt normalerweise die Krankenversicherung ein.

"Ältere Menschen brauchen viel weniger private Versicherungen als Jüngere", sagt Becker-Eiselen. Eigentlich reiche oft die Haftpflicht. Wer also Geld sparen will, kann bei Versicherungen radikal kürzen. Die Frage sollte dabei immer lauten, welches Risiko so existenziell ist, dass es abgesichert werden muss.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%