Geldanlage: Hände weg von Währungswetten

KommentarGeldanlage: Hände weg von Währungswetten

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Profis können mit Währungswetten hohe Gewinne erzielen - Laien jedoch sollten dabei eher Vorsicht walten lassen.

von Martin Gerth

Broker locken Privatanleger in riskante Währungswetten. Warum Vorsicht angebracht ist.

Nach der gescheiterten Regierungsbildung in Griechenland brach der Euro gegenüber dem Dollar ein. Wer auf einen schwachen Euro gewettet hatte, konnte sich über satte Gewinne freuen.

Mit der Aussicht auf hohe Gewinne mit Währungswetten versuchen derzeit spezielle Internet-Broker, Privatanleger zu ködern. Das, was die Profis tagtäglich tun, mit Dollar oder Yen gegen den Euro (oder umgekehrt) zu wetten, sollen nun auch Privatanleger machen. Dass die sich aber im Haifischbecken der Währungsspekulanten behaupten können, ist nicht zu erwarten. Dafür drehen die Profis ein viel zu großes Rad. Im weltweiten Handel mit Devisen gehen täglich bis zu fünf Billionen Dollar um. Das entspricht in etwa dem 13-Fachen des deutschen Bundeshaushalts.

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Wenn Finanzinstitute Laien Profi-Instrumente in die Hand geben, ist das selten gut gegangen. Die Liste der Fehlschläge ist lang: Hedgefonds, Leerverkäufe, außerbörslicher Handel mit Aktien oder Anleihen, Wetten auf einzelne Rohstoffe oder Währungen. Das heißt nicht, dass sich mit diesen Investments kein Geld verdienen ließe. Allerdings fehlen den Privatanlegern die nötigen Informationen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Banken und Analysten geben öffentlich nur das preis, was ihnen opportun erscheint. Das muss zwangsläufig nicht das sein, was sie wirklich über Märkte oder Papiere denken. Oft halten sie nach außen an einem Trend fest, der eigentlich schon längst durchgeritten ist.

Meist werden Produkte für Profis erst dann Privatanlegern angedient, wenn Erste schon den Rahm abgeschöpft haben. Als beispielsweise 2008 die Rally für Agrarrohstoffe ihren Höhepunkt erreichte, fluteten Banken und Vermögensverwalter den Markt mit Agrarfinanzprodukten. Danach ging es zunächst steil bergab.

Falsch beraten

Nicht nur das falsche Timing, sondern auch die Investments selbst machen Privatanlegern zu schaffen. Häufig sind die Produkte so kompliziert strukturiert, dass selbst Profis sie nur schwer durchschauen. So ist die Deutsche Bank kürzlich vom Landgericht Köln wegen fehlerhafter Beratung im Zusammenhang mit komplexen Währungswetten zu Schadensersatz verurteilt worden. Die Richter monierten, dass die Deutsche Bank den betroffenen Anleger nicht hinreichend darauf hingewiesen habe, dass das Produkt so strukturiert sei, dass es anfangs einen negativen Markwert habe. Die Strategie, mit mehreren Währungen auf Bewegungen gegenüber dem US-Dollar zu wetten, „muss durchaus als komplex angesehen werden“, so die Richter.

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Allein den Banken die Schuld in die Schuhe zu schieben, wäre aber zu einfach. Jeder Anleger trägt Eigenverantwortung gegenüber seinem Geld. Warren Buffetts Weisheit, „Risiko entsteht dann, wenn Anleger nicht wissen, was sie tun“, gilt noch immer. Also lieber Hände weg von schwer durchschaubaren Investments, bei denen nicht klar ist, ob auch der Anleger profitiert – und nicht nur die Bank.

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