Geldanlage: Privates im Netz, aber Geld auf dem Sparbuch

Geldanlage: Privates im Netz, aber Geld auf dem Sparbuch

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Das Ersparte schnell online investieren, oder sich in der Bank beraten lassen? Auch junge Smartphone-Nutzer suchen noch die persönliche Beratung, zeigt eine Studie.

von Sebastian Kirsch

Die Deutschen verzichten auf Rendite, parken ihr Geld lieber auf Tagesgeldkonten. Das soll sich mit jungen Anlegern im Internet ändern, hoffen die Banken. Doch der Online-affine Nachwuchs bleibt stockkonservativ.

In Deutschland besitzen nur rund vier Millionen Anleger Aktien. Den Großteil ihres Vermögens stecken die sicherheitsbewussten Bundesbürger noch immer in Tagesgeldkonten und Versicherungen. Die aktuellste Analyse der Deutschen Bundesbank zeigt, dass sie vor allem auf schnell verfügbare Bankeinlagen setzen, im ersten Quartal 2015 flossen rund 17 Milliarden Euro neues Geld auf solche Konten. Selbst langfristige Festgeldkonten überzeugen sie nicht mehr. Allein ein Fünftel ihres gesamten Geldvermögens von 5,2 Billionen Euro parken sie als Bargeld oder Sichteinlagen etwa auf Girokonten.

Mit der neuen Generation, einer Gruppe von 18- bis 34-Jährigen, für die das Internet stets zum Alltag gehörte, sollte sich diese Bild ändern, so die Erwartung. Sie teilen privateste Momente und Fotos auf Facebook oder Twitter, offenbaren Programmen wie WhatsApp alle ihre Kontaktdaten und Gespräche mit Freunden. Und ihre Fotos sammeln sie nicht mehr in einem Pappschächtelchen zu Hause, sondern laden alles in die Cloud, um stets drauf zugreifen zu können. Warum also nicht Geld über Crowdfunding investieren, digital Indexfonds verwalten und Finanzapps nutzen, statt sich in der Filiale beraten zu lassen.

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Aber wenn es ums Geld geht, sind die digitalen Vorreiter noch vorsichtiger als die deutsche Gesamtbevölkerung. Das zeigt eine Studie der Postbank.
Sie befragte mehr als 6000 Deutsche, von denen eine Hälfte 18 bis 34 Jahre alt ist und angab, als sogenannte Digital Natives und Early Adopters neue Technologien möglichst frühzeitig auszuprobieren und täglich zu nutzen. Für Banken scheinen sie besonders interessant, da sie mutmaßlich mehrheitlich ihre Konten online verwalten. Das ist für die Geldinstitute günstiger, als ein Filialnetz mit Mitarbeitern zur persönlichen Beratung aufrecht zu erhalten.

Doch diese Annahme ist ein Trugschluss, zumindest nach den Daten der Postbank-Studie. Danach lassen sich digitalen Vorreiter von ihrer Bank fast genauso gerne persönlich beraten, wie der Durchschnittsdeutsche. Nur 22 Prozent von ihnen nutzen überwiegend Onlinebanking – in der Gesamtbevölkerung sind es 23 Prozent. Und ihr Geld parken sie ganz traditionell, in allen Kategorien sind sie etwas sicherheitsbewusster als der Durchschnittsdeutsche:
- 47 Prozent parken Geld auf dem Sparbuch, unter allen Deutschen sind es 45 Prozent,
- 34 Prozent sparen auf dem Tagesgeldkonto, ein Prozentpunkt mehr als im Durchschnitt aller Bundesbürger,
- ein Drittel investiert in einen Bausparvertrag gegenüber 30 Prozent in der Gesamtbevölkerung,
- acht Prozent besitzen Gold, während es im deutschen Durchschnitt nur sechs Prozent der Anleger sind.
Aktien besitzen in beiden Kategorien nur 15 Prozent der Befragten.

Wie viele vorsichtige Anleger ihr Geld ganz renditelos im Sparschwein oder unter der Matratze aufbewahren, zeigt die Studie zwar nicht. Für Banken, die auf digitale Produkte für ihre jungen Kunden setzen, dürften die Ergebnisse aber eine herbe Enttäuschung sein.

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Allerdings: Wenn es um Informationen zu Bankprodukten geht, unterscheiden sich die beiden Gruppen doch noch deutlich. Die digitalen Vorreiter informieren sich deutlich mehr im Onlineportal ihrer Hausbank, sie nutzen auch verstärkt Vergleichsportale im Internet und lesen häufiger Blogs und Finanzforen. Die persönliche Bankberatung scheinen diese Alternativen aber nicht ersetzen zu können, sie ist nach wie vor für beide Anlegergruppen mit rund 88 Prozent die wichtigste Beratungsmöglichkeit.

Einzig wenn es um soziale Netzwerke und Finanzapps auf dem Smartphone geht, machen die Digital Natives ihrem Namen alle Ehre. Gut ein Viertel nutzt schon entsprechende Apps auf dem Smartphone, gegenüber nur 15 Prozent der traditionellen Anleger. Und ein Fünftel informiert sich auch über Facebook und Twitter zu Anlageprodukten. Einfluss auf das Anlageverhalten hat das offenbar nicht.

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