Geldschwemme der Notenbanken : Die Geldbomben bringen nichts als Chaos

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Geldschwemme der Notenbanken : Die Geldbomben bringen nichts als Chaos

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Japans Premierminister Shinzo Abe als geldpolitischer Münchhausen: Er lässt die japanische Notenbank Unsummen neues Geldes in die Wirtschaft feuern, um die heimische Wirtschaft anzukurbeln

Unsere Gastautoren beleuchten die globale Rekordverschuldung und gelangen zu der Erkenntnis, dass Japan bereits pleite ist und die Gelddruckerei der Notenbanken bereits zu irreparablen Schäden in Wirtschaft und Finanzmarkt geführt hat.

Die Erwartungen, dass die europäische Wirtschaft im Jahr 2013 weiter schwach bleiben würde, haben sich im ersten Halbjahr bestätigt. Während sich Deutschlands Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2013 wieder stabilisieren konnte, sorgte die in Europa insgesamt bereits seit mehreren Quartalen andauernde Rezession dafür, dass die Arbeitslosigkeit hier neue Rekordhöhen erreichte (EU27: 26,4 Millionen Arbeitslose). Aber auch in den USA, welche ihr BIP-Wachstum zuletzt von 2,4 Prozent auf 1,8 Prozent pro Jahr herunterschrauben mussten, ist am Arbeitsmarkt nicht wirklich eine Besserung zu entdecken. Zwar ist die Zahl der offiziell Arbeitslosen auf 11,8 Millionen gefallen, doch täuscht diese Entwicklung über den wahren Zustand der Beschäftigungssituation hinweg. So liegt die Erwerbsquote mit derzeit 63,4 Prozent nur marginal über den im April 2013 erreichten Tiefstständen! Wirtschaftlich besonders enttäuschend entwickelten sich aber die als Hoffnungsträger geltenden Emerging Markets, die die Wachstumserwartungen - allen voran China - nicht erfüllen konnten. Trotz (oder wegen) der inzwischen bereits fünf Jahre andauernden beispiellosen Interventionen von Regierungen und Notenbanken ist vom viel beschworenen selbsttragenden Aufschwung in der Weltwirtschaft noch immer nichts zu sehen!

Die Bemühungen von Politik und Notenbanken, den wirtschaftlichen Problemen mit einer immer höheren Dosierung derselben Mittel - steigende Verschuldung und Verschlechterung des Geldwertes - zu begegnen, erfuhren in diesem Umfeld ihre Fortsetzung. So pumpt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) seit September letzten Jahres im Rahmen ihres bereits dritten „Quantitative-easing“-Staatsfinanzierungs-Gelddruckprogramms aktuell Monat für Monat 85 Milliarden US-Dollar in die Märkte, während das in Relation zur US-Wirtschaft dreimal kleinere Japan im April verkündete, bis 2014 fortan monatlich mindestens (umgerechnet) 75 Milliarden US-Dollar zur Lösung sämtlicher Probleme drucken zu wollen! Man kann nach dieser geldpolitischen Harakiri-Maßnahme Japans eigentlich nur zu einem Fazit kommen: Die drittgrößte Industrienation der Welt ist mit einer Verschuldung von über 1.000 Billionen Yen und einem Schuldendienst von aktuell 22,2 Billionen Yen, der bei absoluten Niedrigzinsen heute bereits über 50 Prozent der Steuereinnahmen (43,1 Billionen Yen) verschlingt, schlicht und ergreifend … pleite!

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Sicherlich haben die globale Rekordneuverschuldung allein der G-20-Staaten seit 2007 von über 20 Billionen US-Dollar und die Aufblähung der Notenbankbilanzen weltweit um über zwölf Billionen US-Dollar zu einer temporären Stabilisierung der Weltwirtschaft geführt, doch werden nun auch die fatalen Nebenwirkungen dieser Politik sowohl für die Wirtschaft als auch für die Sparer inzwischen deutlich sichtbar.

Sie sagen, Zeit ist Geld. Allerdings sagen sie nicht, dass dem Geld bald die Zeit ausgehen könnte. (PIMCO Investment Ausblick 02.2013)

Der hemmungslose Einsatz der Druckerpressen, vor dem 2010 der Ökonomie-Nobelpreisträgers Stiglitz die Fed noch warnte („Es bringt der [US-]Wirtschaft gar nichts, aber es verursacht Chaos im Rest der Welt!“), führte nun unter anderem dazu, dass Themen wie Abwertungswettläufe, Währungs- oder Handelskriege plötzlich auf der Agenda stehen, was erschreckenderweise sogar Parallelen zum Verlauf der ersten Weltwirtschaftskrise nach 1929 erkennen lässt! Darüber hinaus führt der Versuch der Notenbanken, die untragbaren Schuldenberge mittels negativer Realzinsen etwas wertloser machen zu wollen, aber nicht nur zu internationalen Verwerfungen, sondern zerstört auch den Anreiz zum Sparen und ruiniert obendrein die Altersvorsorgepläne der Bevölkerung. Gleichzeitig sehen sich die mit überreichlicher Liquidität versorgten Investoren auf der Jagd nach Rendite gezwungen, immer größere, aber aufgrund der interventionsverzerrten Preise kaum noch abschätzbare Risiken einzugehen.

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