Geschlossene Fonds: Der beste Schutz vor gefährlichen Geldanlagen

Geschlossene Fonds: Der beste Schutz vor gefährlichen Geldanlagen

von Martin Gerth

Die Skandale reißen nicht ab: Egal ob Immobilien, Schiffe oder Windparks - riskante Beteiligungen können teuer werden. Wie Anleger unseriöse Anlageangebote meiden, welche Rechte Investoren haben.

Die traditionsreiche Reederei Hapag-Lloyd hat schon bessere Tage gesehen. Niedrige Frachtraten und hohe Treibstoffkosten habe die Bilanz des vergangenen Jahres verhagelt: 128 Millionen Euro Verlust. Bereits 2011 fuhr Hapag-Lloyd einen Minus von 26 Millionen Euro ein. Schuld, so die Reederei, sei die Abkühlung der Weltkonjunktur.

Das lahmende Frachtgeschäft bekommen derzeit Privatanleger zu spüren, die ihr Geld in geschlossene Schiffsfonds investiert haben. Über diese Fonds sind sie beispielsweise an Containerschiffen beteiligt, wie sie auch Hapag-Lloyd betreibt. Weil die Schiffe zu wenig abwerfen, können die Fonds die versprochenen Ausschüttungen nicht erbringen.

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Über Schiffsfonds

  • Was sind Schiffsfonds?

    Schiffsbeteiligungen sind geschlossene Fonds, sie zählen zum Grauen Kapitalmarkt und werden nicht staatlich überwacht. Der Anleger finanziert mit seiner Einlage die unterschiedlichsten Schiffstypen mit. Sobald genug Geld für ein oder mehrere Frachter gesammelt ist, wird der Fonds geschlossen.

    Schiffsfonds dienen zudem zum Steuersparen. Seit 2005 wurden die Abschreibungsmöglichkeiten jedoch eingeschränkt. Vor allem Großverdiener legen ihr Geld in Schiffsbeteiligungen an.

  • Wie werden die Schiffe vermarktet?

    Die Schiffe werden an internationale Reedereien vermietet oder verchartert. Als das Geschäft mit Seetransporten noch brummte, war ein Großteil der Flotte in Asien unterwegs. Das hat für enorme Überkapazitäten auf dem Schiffsmarkt gesorgt. Die Charterpreise sind seitdem in den Keller gerauscht, gleichzeitig hat die Aktivität auf den Weltmeeren abgenommen.

  • Wie kommt es zu Problemen?

    Die Schiffe fahren nur dann Gewinn ein, wenn sie regelmäßig ausgelastet sind und von der Reederei gut gemanagt werden. Niemand kann garantieren, dass das Schiff auch Jahre später noch mit voller Auslastung auf den Weltmeeren fährt. Dieser Fall ist nun in den letzten zwei Jahren eingetreten Im schlimmsten Fall geht das gesamte investierte Kapital der Anleger verloren.  Schon seit 2004 hatten Verbraucherschützer regelmäßig vor den hohen Risiken der Schiffsbeteiligungen gewarnt.

Stattdessen fordern einzelne Fonds sogar Geld zurück: mehrere Millionen Euro an Ausschüttungen wollten kriselnde Schiffsfonds der Dr. Peters-Gruppe von den Anlegern. Es geht noch schlimmer: Mehrere Tausend Anleger des geschlossenen Schiffsfonds MPC Offen Flotte, mussten dem Notverkauf der Schiffe zustimmen. Von dem eingezahlten Geld lässt sich wohl nur ein Bruchteil retten.

Die aktuelle Krise zeigt, dass unternehmerische Beteiligungen auch das Risiko eines Totalverlusts einschließen. Bisher gingen etwa 120 Schiffsfonds pleite. Weitere Fonds in Schieflage mussten im vergangenen Jahr insgesamt 86 Schiffe verkaufen. Reeder Bertram Rickmers hält die Zeit für Schiffsfinanzierungen über Fonds inzwischen für abgelaufen (Das Interview mit Bertram Rickmers finden Sie in WirtschaftsWoche Heft 13/2013, jetzt am Kiosk).

Fonds Schmierige Geschäfte mit Kanadas Öl

Verbindungen zu Milliardenpleitier Jürgen Hanne

Quelle: dpa

Auch bei anderen Sachwerten, beispielsweise Immobilien häufen sich Insolvenzen. So ging im vergangenen Jahr das von einem geschlossenen Fonds des Initiators Anno-August Jagdfeld finanzierte Hotel Heiligendamm pleite. Ein Insolvenzverwalter kümmerte sich um den Weiterbetrieb. Inzwischen hat Jagdfeld eingeräumt, dass das Hotel gescheitert sei. Schuld seien Tagestouristen, die als Zaungäste den Hotelbetrieb störten.

Die Pleite Heiligendamms ist kein Einzelfall. Tausende Anleger waren beispielsweise von Pleiten der Immobilienfonds, die die Falk Gruppe oder die DG Bank aufgelegt hatten. Laut einer Studie des Analysehauses Deutsche Fondsresearch drohe in den kommenden drei Jahren jedem zehnten geschlossenen Immobilienfonds die Pleite, weil die Mieterträge nicht reichten, um die aufgenommenen Darlehen zu bedienen.

Oft geraten geschlossene Fonds in Schieflage, weil die Macher zu optimistisch geplant haben. So werden beispielsweise bei Immobilienfonds die erzielbaren Mieten zu hoch angesetzt. Schwächelnde Konjunktur und Stellenabbau sorgen für leere Bürotürme, die Mieteinnahmen bröckeln.

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