Girokonto: Kontogebühren sollen besser vergleichbar werden

Girokonto: Kontogebühren sollen besser vergleichbar werden

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Künftig soll jeder das Recht auf ein Girokonto haben.

Nicht nur das Basiskonto für Jedermann soll in Deutschland bald auch bei privaten Banken verfügbar sein. Die Regierung will außerdem die Kontogebühren transparenter für den Verbraucher machen.

Eigentlich gehört ein Girokonto zur Grundausstattung jedes Sparers. Trotzdem kann das Konto teuer werden, viele Banken erheben für die einzelne Serviceleistungen oder das Abheben an bankfremden Geldautomaten hohe Gebühren. Gleichzeitig werben aber viele Geldinstitute immer wieder mit Sonderangeboten, um neue Kunden zu gewinnen. Angesichts der vielen verschiedenen Angebote und verdeckter Kosten ist es für Sparer nicht immer einfach, den Überblick über die Kosten zu behalten.

Deshalb soll nun per Gesetz mehr Vergleichbarkeit geschaffen werden. Wer ein Girokonto eröffnen will, soll künftig leichter herausfinden können, welche Bank für ihn das günstigste Angebot hat. Das ist das Ziel eines Gesetzesvorhabens, zu dem die Bundesregierung jetzt einen Referentenentwurf vorgelegt hat. Darin ist festgelegt, dass die Kreditinstitute für die einzelnen Gebühren keine verschwurbelten Begriffe benutzen dürfen, die für Laien nur schwer verständlich sind. Stattdessen soll eine „standardisierte Zahlungskontenterminologie“ verwendet werden.

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Die Kosten für Girokonten unterscheiden sich von Bank zu Bank. Ein exklusiver Vergleich zeigt, wo es günstige Konten gibt - und worauf Sie beim Wechsel achten sollten.

Quelle: Getty Images


Außerdem sollen Webseiten, auf denen Verbraucher die Konditionen verschiedener Anbieter vergleichen können, von staatlicher Seite ein Zertifikat erhalten, wenn sie bestimmte Standards erfüllen. Dazu gehört beispielsweise, dass sie nicht nur die Gebühren auflisten, sondern auch erwähnen, über wie viele Filialen und Geldautomaten die jeweilige Bank verfügt. Das freut vor allem Institute, die einen umfassenden persönlichen Service anbieten und nicht nur eine Hotline.

„Es gibt einige gute Ansätze“, sagte Frank-Christian Pauli, Finanz-Referent beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Eine Vereinheitlichung bestimmter Begriffe und ein Übersichtsblatt mit den wichtigsten Kosten zum Konto seien aber noch in der europäischen Abstimmung. „Von ihnen wird es mit abhängen, wie gut der Vergleich gelingt“, fügte Pauli hinzu.

Konto für alle?

Zugleich sollen Banken demnächst niemanden mehr abweisen dürfen, der bei ihnen ein einfaches Girokonto eröffnen will. Auch Obdachlose, Asylbewerber und Ausländer, die mit einer sogenannten Duldung in Deutschland leben, sollen das Recht erhalten, ein sogenanntes Basiskonto zu eröffnen - und zwar bei einer Bank ihrer Wahl. Einzige Voraussetzung ist, dass sich der Kunde legal in der EU aufhält.

Tool Girokontenvergleich

Beim Schnellvergleich werden Musterkunden verwendet. Bei der eigentlichen Auswertung erfolgt die Berechnung nach der persönlichen Gepflogenheit der Kontonutzung - mit Geldautomatennutzung und Geldeingang.

Girokonto-Vergleich

Normalerweise müssen sich Verbraucher ausweisen, wenn sie ein Konto eröffnen wollen, ihre Identität muss eindeutig festgestellt werden. Grund dafür sind vor allem Geldwäscherisiken. Das ist insbesondere für Asylbewerber, die sich oft nicht mit einem gültigen Dokument ausweisen können. Das soll sich mit dem Recht auf ein Girokonto ändern.

Bisher können Asylbewerber wenn überhaupt bei Sparkassen oder Volksbanken ein Konto bekommen. Die Sparkassen bieten bereits seit Ende 2012 ein sogenanntes Bürgerkonto an, also ein Konto auf Guthabenbasis. Künftig sollen nun auch die privaten Banken folgen. Davon profitieren nicht nur Flüchtlinge, sondern auch Obdachlose und vor allem die Behörden, die sich jeweils um sie kümmern.

Über so ein Konto sollen künftig noch mehr Menschen verfügen, auch beim geplanten Basiskonto handelt es sich um ein Konto auf Guthabenbasis. Das heißt, der Kunde kann Geld erhalten und auch selbst überweisen. Er erhält auch eine Bankkarte, kann aber nicht sein Konto überziehen. Von den Verbraucherverbänden wurde der Entwurf begrüßt. Es sei gut, dass der Verlust des Wohnsitzes nicht mehr automatisch auch den Verlust des Kontos nach sich ziehe, erklärte der Verbraucherzentrale Bundesverband. Außerdem müssten Obdachlose, wenn sie über Geld verfügten, dieses nicht mehr ständig bei sich tragen.

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Seit 1995 gibt es für die Einrichtung sogenannter Jedermann-Konten in Deutschland eine Selbstverpflichtung der Banken. Die Bundesregierung war mit der Umsetzung der freiwilligen Maßnahme aber nicht zufrieden. Mit dem geplanten Gesetz zu den Regelungen für Girokonten werden zum Teil auch EU-Vorgaben umgesetzt.

Laut EU-Zahlungskontenrichtlinie haben ab Herbst 2016 alle EU-Verbraucher das Recht auf ein Basiskonto. Dieses muss mit grundlegenden Funktionen wie Online-Banking ausgestattet sein. Deshalb wird das Konto für Jedermann derzeit auch in anderen EU-Ländern wie beispielsweise Österreich diskutiert. In Deutschland sollen die abschließenden Beratungen im Bundestag und Bundesrat Anfang 2016 stattfinden.

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