Gold als Geldanlage: Der Goldpreis wird zum Glücksspiel

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Gold als Geldanlage: Der Goldpreis wird zum Glücksspiel

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Gold: Nur Krisenwährung oder Geldanlage mit aussichtsreicher Rendite?

von Andreas Toller

Der Goldpreis steigt, der Goldpreis fällt: Für beide Entwicklungen gibt es viele gute Argumente. Aber letztlich sind sie für Anleger zu vernachlässigen. Warum der Goldpreis eigentlich egal ist.

Überraschung: Am Dienstagabend hüpfte der Goldpreis von unter 1220 Dollar auf 1243 Dollar je Feinunze. Schuld daran war einmal mehr die US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen. Sie hatte in einer Rede angekündigt, die Zinsen langsamer als zunächst geplant zu erhöhen. Damit schickte sie den Dollar sowie die Renditen für US-Staatsanleihen auf Talfahrt und bescherte Gold einen kräftigen Tagesgewinn.

Leider hat der Goldpreis schon am Donnerstagmorgen fast alle Gewinne wieder abgegeben und notiert bei nur noch 1230 Dollar – obwohl sich der Dollar weiter schwach zeigte. In Euro fiel der Goldpreis sogar auf seinen tiefsten Stand seit sechs Wochen bei rund 1085 Euro je Feinunze.

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Goldanleger fahren seit dem Rekordhoch im September 2011 auf einer Achterbahn: Zunächst stürzte der Goldpreis nach mehrjähriger Kletterpartie von mehr als 1900 Dollar pro Feinunze ab, vor allem ab Herbst 2012 ging es in nur wenigen Monaten steil abwärts unter die Marke von 1400 Dollar. Danach schwankte der Goldpreis lange lebhaft zwischen 1200 und 1400 Dollar. 2015 mussten sich Goldanleger an einen Goldpreis unterhalb von 1100 Dollar je Feinunze gewöhnen.

Trendwende oder Strohfeuer?

Doch dann das: Von einem neuerlichen Tiefpunkt bei 1046 Dollar im Dezember 2015 ausgehend, startete das Krisenmetall 2016 eine fulminante Rally und kletterte bis auf 1280 Dollar Mitte März. Mehr als 20 Prozent Plus! Was war passiert? Und vor allem: Wie geht es nun weiter? Findet Gold zu alter Stärke zurück oder war der überraschend steile Anstieg nur ein Strohfeuer? Gold-Befürworter und Gold-Skeptiker ringen um die Deutungshoheit – insbesondere um die Frage, ob die Gold-Rally nun eine Trendwende markiert.

Zumindest der jüngste Anstieg erscheint logisch: Wenn die Zinsen sinken – oder wie in diesem Fall länger als erwartet niedrig bleiben, verlieren Anlagealternativen zu Gold an Attraktivität. Schließlich wirft Gold keine Zinsen ab. Da Gold in Dollar gehandelt wird, bedeutet ein schwacher Dollar, dass Gold teurer wird. Zum einen ist also das Anlegerinteresse an Gold wieder gestiegen, zum anderen ist der Bewertungsmaßstab Dollar gefallen.

Bemerkenswert ist der Anstieg dennoch, weil parallel auch die Aktienbewertungen gestiegen sind – nicht nur bei US-Aktien, sondern auch in Europa. Damit liefen Aktien und Gold ausnahmsweise mal in die gleiche Richtung. Und das, obwohl von den börsengehandelten Goldfonds zehn Tonnen des Edelmetalls auf den Markt geworfen wurden, soviel wie seit Anfang Dezember nicht mehr.

Der Goldpreis ist vor allem Psychologie

Der wahre Grund für die bemerkenswerte Goldrally zum Jahresbeginn ist allerdings ein rein psychologischer. „Seit Dezember hat vor allem die Angst den Goldpreis getrieben“, sagt Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank. „Die Angst vor Turbulenzen am Aktienmarkt, vor Inflation und vor einem anhaltenden Währungskrieg haben an den Terminmärkten und im Handel mit physischem Gold zu Aufstockungen durch Investoren geführt. Jetzt nimmt die Angst allmählich wieder ab.“

Angst ist längst der Hauptmotor für den Goldpreis. Aber es gibt darüber hinaus noch eine ganze Reihe von Gründen für oder gegen einen steigenden Goldpreis.

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