ThemaGold

alles zum Thema
_

Gold: Auch im Crash bleibt Gold erste Wahl

von Frank Doll

Das neue Wertpapierkaufprogramm der japanischen Notenbank zeigt null Wirkung an den internationalen Finanzmärkten. Das könnte auch für die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) einen Vertrauensverlust einleiten. Auch ein Crash ist jetzt denkbar.

Platz 10: Indien

Offizielle Reserven: 557,7 Tonnen

Anteil der Auslandsreserven in Gold: 10,0 Prozent

Quelle: World Gold Council

Stand: Oktober 2012

Bild: REUTERS

Anzeige

Das neue Wertpapierkaufprogramm der Bank of Japan versandete ohne nachhaltig positive Wirkung zu entfalten an den internationalen Finanzmärkten. Dafür ist der Ölpreis eingebrochen. Der vorherige Anstieg der Ölsorten WTI und Brent über ihre 200-Tage-Linien könnte sich aus charttechnischer Sicht als klassische Bullenfalle herausstellen und der Auftakt zu einem neuen deflatorischen Prozess an den Finanzmärkten sein. 

Dort nämlich hat sich der überwiegende Teil der Investoren in Gottvertrauen auf die Notenbanken voll auf Vermögenspreisinflation eingestellt und sich entsprechend sorglos positioniert. Nur wurden Börsen bekanntlich nicht dazu geschaffen, um Menschen sorglos reich zu machen. All jene Investoren also, die sich das erhofft haben, könnten rasch entzaubert werden. Sie würden vollends auf dem falschen Fuß erwischt und wären ein potenzieller Katalysator im Falle eines Kursrutsches an den Börsen. Auch ein Crash ist deshalb jetzt denkbar.  

1980

Zu Beginn des Jahres 1980 steigt der Goldpreis erstmalig auf 850 US-Dollar (inflationsbereinigt 2.100 US-Dollar). Steigende Ölpreise und die damit verbundene hohe Inflation, der sowjetische Einmarsch in Afghanistan und die Revolution in Iran sorgen weltweit für Verunsicherung.

Goldpreis am Ende des Jahres:

589,8 US-Dollar
392,4 Euro
119.823,1 Yen
246,7 Pfund
1.047,8 Schweizer Franken

Bild: ap

Möglicherweise leitet die Nullwirkung der quantitativen Lockerung in Japan einen Vertrauensverlust auch in die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ein. Ohnehin war es ziemlich naiv zu glauben, die inzwischen wieder ziemlich nah am Abgrund stehende Weltkonjunktur ließe sich durch Gelddrucken allein wieder in Schwung bringen. Auch die konjunkturelle Erholung von 2009 an war schließlich nicht das Ergebnis von geldpolitischen Übungen mit der Notenpresse, sondern die Folge von großen staatlichen Konjunkturprogrammen. 

Problem heute: Die damals aufgelegten Programme haben die Staatsschuldenquoten in den meisten Industrieländern in extreme Höhen getrieben. Das erschwert heute eine Neuauflage, weil sich privates Kapital dann noch weiter aus den Anleihemärkten zurückziehen würde. Sollten trotzdem neue Konjunkturprogramme angedacht und angeschoben werden, dann bliebe de facto nur noch die Notenpresse als Finanzierungsquelle. Die Notenbanken verabschiedeten sich in diesem Fall aber komplett von ihrer eigentlichen Daseinsberechtigung und ihrem Mandat, Geldwertstabilität zu gewährleisten.

weitere Artikel

Denn bei einem Übergang in die unbegrenzte Staatsfinanzierung müssten sie Summen nachlegen, die ihre bisherigen Aufkaufprogramme weit in den Schatten stellten. Der Weg in Richtung unkontrollierbarer Inflation wäre damit tatsächlich besiegelt und Vertrauensverlust in Papierwährungen würde sich immer weiter beschleunigen. Am Ende dieser Entwicklung käme aber trotzdem das, was eigentlich so sehr verhindert werden soll: ein deflationärer Zusammenbruch - nur einer mit noch schlimmeren ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen.

Gut, soweit ist es noch nicht. Doch setzt sich der Ölpreisrückgang fort, wird es gefährlich für die Aktienmärkte. Anleger sollten jetzt die Renditen in den vermeintlich sicheren Anleihehäfen (USA, Deutschland) und den Preis für Silber, das klassische Inflationsmetall, genau im Auge behalten. Gehen die Renditen und der Silberpreis nach unten, erhöht sich die Gefahr eines neuen deflationären Schocks an den Weltfinanzmärkten. Nur physisches Gold, weniger die Aktien von Goldminen, bliebe in einem solchen Szenario erste Wahl.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 23.09.2012, 17:56 UhrMUX

    SILBER wird auch wieder kommen ,
    alles nur eine Frage der Zeit.

Alle Kommentare lesen

Tool: Immobilienscout24

Immobilien-Wertfinder

Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet.

weitere Fotostrecken

Blogs

Es kann bis 9000 gehen
Es kann bis 9000 gehen

Die Rally läuft, und sich dagegen zu stemmen, ist gefährlich. Mindestens ein kräftiger Schub sollte noch kommen – nach...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.