ThemaGold

GastbeitragGold: Geldpolitischer Amoklauf

Ungeachtet seiner Preisschwankungen bleibt Gold die Antwort auf den geldpolitischen Wahnsinn, der offen die Ersparnisse und Altersvorsorgepläne der Bevölkerung ruiniert.

Ende Oktober läutete der japanische Notenbankchef und beggar-thy-neighbour-Spezialist Haruhiko Kuroda mit der Ankündigung, die ohnehin schon beispiellosen Gelddruckaktivitäten der Bank of Japan noch weiter intensivieren zu wollen, eine weitere Runde im globalen Abwertungswettlauf ein. Nachdem dann der Yen in nur drei Wochen allein gegenüber dem Euro fünf Prozent einbüßte, trat Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) vor die Mikrofone, um zu verkünden, dem erst im September beschlossenen Ein-Billion-Euro-Gelddruckprogramm (einschließlich Negativzinsen) weitere Euro-Entwertungstaten folgen zu lassen. Das Deflationsgespenst an die Wand malend, versprach er, „das zu tun, was wir tun müssen, um die Inflation und die Inflationserwartungen so schnell wie möglich zu erhöhen, wie es unser Auftrag verlangt!“

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Martin Mack (50), ist geschäftsführender Gesellschafter der Hamburger Vermögensverwaltung Mack & Weise, die in zwei vermögensverwaltenden Aktienfonds über 300 Millionen Euro Kundengelder verwaltet.

Ohne überhaupt die Auswirkungen der zuletzt beschlossenen unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen abzuwarten, werden die Märkte nun auf noch »unkonventionellere« Maßnahmen eingestimmt, was letztendlich auf die (verbotene) Finanzierung der Staatshaushalte per Druckerpresse via Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB hinausläuft!

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Herwig Weise (48) ist geschäftsführender Gesellschafter der Hamburger Vermögensverwaltung Mack & Weise

Diese Einladung, sich weiter ungehemmt zu den von der EZB garantierten historischen Niedrigzinsen verschulden zu können, werden gerade die reformunfähigen Länder des Club Med dankbar annehmen, so dass man gespannt sein darf, wer den Kampf um die wertloseste Währung der Welt am Ende für sich entscheiden wird.
In Japan, das bereits seit Jahrzehnten erfolglos versucht, seine strukturellen Probleme mit einer zunehmend per Druckerpresse finanzierten Staatsverschuldung lösen zu wollen, sieht die Lage dabei zweifellos am prekärsten aus.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

  • Goldnachfrage

    Die gesamte Goldnachfrage im zweiten Quartal 2014 betrug 963.8 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q2'13: 1,148.3) gefallen.

    Quelle: World Gold Council

  • Schmucknachfrage

    Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im zweiten Quartal 2014 insgesamt 509.6 Tonnen und ist damit um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q2'13: 726.7) gefallen.

  • Industrienachfrage

    Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im zweiten Quartal 2014 auf 101 Tonnen und blieb damit, verglichen mit den 103.8 Tonnen im zweiten Quartal 2013, nahezu unverändert.

  • Goldbarren- und Münznachfrage

    Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen im zweiten Quartal 2014 deutlich gesunken – auf 275.3 Tonnen. Ein Minus von 56 Prozent im Vergleich zu 2013 (Q2: 627.9).

  • EFTs und ähnliche Produkte

    Dass die Gesamtnachfrage nach Gold im zweiten Quartal 2014 um 16 Prozent zurückging, ist vor allem auf die Abflüsse aus Gold-EFTs zurückzuführen, die sich auf insgesamt auf 39.9 Tonnen beliefen. 2013 waren das im zweiten Quartal noch 402.2 Tonnen.

  • Notenbanken

    Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen 117.8 Tonnen. Dies entspricht einem Anstieg von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal (92.1 Tonnen).

  • Investment gesamt

    Die Goldnachfrage im Investment belief sich im zweiten Quartal 2014 auf 235.4 Tonnen. Das ist eine minimale Steigerung von vier Prozent, im Vorjahresquartal waren es 225.7 Tonnen.

Selbst das größte Papiergeldmanöver der jüngsten Zeit, die brachiale Bilanzexpansion der japanischen Notenbank um über 80 Prozent seit Ende 2012, bringt dort inzwischen keine positiven ökonomischen Effekte mehr – trotz eines drastisch abwertenden Yen! Im Gegenteil, dieser unter dem Fachbegriff „Abenomics“ laufende geldpolitische Amoklauf konnte weder das Schrumpfen der Wirtschaftsleistung in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt verhindern (im dritten Quartal 2014 mit einer Jahresrate von minus 1,6 Prozent), noch sorgte die Weichwährung – die Theorie der Währungskrieger widerlegend – für einen deutlichen Nachfrageschub nach japanischen Produkten.

Wie Anleger die Geldanlage Gold beurteilen

  • 76 Prozent

    Die deutliche Mehrheit – 76 Prozent – der Bürger ist der Meinung, dass Gold eine gute Ergänzung zu anderen Geldanlagen ist.

  • 68 Prozent

    68 Prozent halten Gold für eine sichere Geldanlage.

  • 58 Prozent

    58 Prozent finden, dass Gold für risikoscheue Anleger geeignet ist.

  • 46 Prozent

    Der Aussage 'Gold ist zur Zeit eine lohnende Anlage, weil die Kurse steigen werden' stimmt knapp jeder zweite Bürger zu.

Mit einer Staatsverschuldung von bereits 1.039 Billionen Yen (umgerechnet 8.542 Milliarden Dollar) per Ende September 2014 bleibt Japan im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung das unangefochten am höchsten verschuldete Land der Welt, und das mit einer Bevölkerung, die auch noch am schnellsten vergreist! Letztendlich steuert das Land trotz beziehungsweise wegen des Einsatzes der Druckerpresse immer stärker Richtung monetärer Apokalypse, die ein 2014er Staatshaushalt, der zu 43 Prozent aus geborgtem Geld besteht, klar ankündigt.

Mit der Aussicht auf billige japanische und europäische Liquidität sorgten die Investoren im November dafür, dass die Aktien- und Anleihenrallye trotz der enormen Risiken ihre Fortsetzung erfuhr. Der einzige Gegner der auftragsgemäß von den Notenbanken entwertet werdenden Schwundwährungen geriet angesichts der »guten« Nachrichten hingegen einmal mehr ins Visier der Comex-Hochgeschwindigkeitscomputerprogramme. Verkaufsorders über insgesamt 236.500 Unzen »Papiergold« sorgten am 31. Oktober dafür, dass der Goldpreis die wichtige Unterstützung bei 1.180 Dollar pro Unze locker und leicht – in weniger als einer halben Sekunde! – durchbrechen konnte. Damit war der »Weg frei«, der den Goldpreis anschließend auf ein Viereinhalb-Jahres-Tief (1.132 Dollar führte.

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Doch obwohl der Bevölkerung vor dem Hintergrund des in der Schweiz anstehenden Goldreferendums weltweit täglich die Nutzlosigkeit des gelben Metalls von Notenbankern und Papiergeldexperten vor Augen geführt wurde, konnte der Goldpreis die 1.180-Dollar-Marke im Monatsverlauf wieder überwinden. Zwar fiel der Goldpreis am Vorabend des (abgelehnten) Schweizer Referendums bezeichnenderweise nochmals deutlich, doch unabhängig davon, wohin die »interessierten Kreise« den Goldpreis in naher Zukunft noch bewegen werden, bleibt Gold die Antwort auf den weltweit verfolgten geldpolitischen Wahnsinn, der offen die Ersparnisse und Altersvorsorgepläne der Bevölkerung ruiniert und die letzten marktwirtschaftlichen Reste unseres Wirtschaftssystems zerstört!

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3 Kommentare zu Gold: Geldpolitischer Amoklauf

  • Aber Mutti und die anderen Euro-Zombies sagen doch, es ist alles alternativlos. Oder könnte es sein, daß die Dame von Wirtschaft soviel versteht, wie ein Schwein vom Uhrwerk?

  • Die geldpolitischen Fakten und die absehbaren Auswirkungen auf das eigene Vermögen und die eigene Altersvorsorge sind hinlänglich bekannt.
    Trotzdem zieht kaum jemand die notwendigen Konsequenzen und tauscht sein Papier"vermögen" in physisches Gold und Silber um.

    Was sagte Einstein gleich zur Unendlichkeit des Universums, und zur menschlichen Dummheit?

  • Hallo Herr Krause, doch genau das mache ich seit Jahren :-) 100% Gold u. Silber.

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