Gold-Geschichte: Das letzte Geld wenn's brennt

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Gold-Geschichte: Das letzte Geld wenn's brennt

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Tresorraum der Deutschen Bundesbank: Hier lagert ein Großteil der deutschen Goldreserven.

von Frank Doll

In Währungskrisen behauptete sich Gold stets als ultimatives Zahlungsmittel. Warum Notenbanken auch heute noch Goldreserven halten, obwohl seit 46 Jahren keine Währung mehr an Gold gebunden ist – eine Zeitreise.

Gold und Silber sind aus der Geschichte des Geldes nicht wegzudenken. Über viele Jahrhunderte war Silber das gängigste Zahlungsmittel für alltägliche Transaktionen. Bis ins 19. Jahrhundert hinein galt in vielen Ländern ein reiner Silberstandard oder ein Bimetall-Standard mit Gold und Silber. Beim Silberstandard waren die umlaufenden Banknoten zu 100 Prozent durch Silber gedeckt. Papiergeld konnte jederzeit in einem festen Umtauschverhältnis in Silber getauscht werden. In Ländern mit Bimetall-Standard galt zudem ein festes Tauschverhältnis zwischen Silber und Gold.

Von Mitte des 19. Jahrhunderts an sorgten Goldfunde in Kalifornien und in Australien für eine starke Ausweitung der Goldförderung, der Goldpreis fiel. Wegen der steigenden Goldmengen ersetzten viele Länder von 1870 an den Silber- oder den Bimetall-Standard durch einen reinen Goldstandard. Silber verlor seine Währungsfunktion, seine Wertaufbewahrungsfunktion hat es aber bis heute behalten.

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Hyperinflation und Große Depression

1871 führte das Deutsche Reich den Goldstandard ein mit einer Goldparität von einer Mark zu 0,3591 Gramm Feingold oder 86,58 Mark pro Feinunze (31,1035 Gramm). Die Goldeinlösepflicht endet am 4. August 1914. Die wachsenden Staatsdefizite wurden von nun an über die Notenpresse finanziert. Bis Januar 1920 hatte sich der Wert der Mark gegenüber dem goldgedeckten Dollar (20,67 Dollar pro Feinunze) gezehntelt, was einem Goldpreis von 860 Mark je Feinunze entsprach. Die Endphase dieser Entwicklung war geprägt von galoppierender Inflation. Im November 1923 entspricht eine Feinunze Gold (20,67 Dollar) 86 Billionen Mark, als Zahl ausgeschrieben: 86.000.000.000.000. Die Rentenmark löst die Mark ab im Verhältnis 1 zu 1000.

Als die deutschen Goldreserven wieder reichen, wird am 30. August 1924 die konvertible Reichsmark eingeführt. Sie wird mit der gleichen Parität an Gold gebunden wie die alte Mark. Die neuen Banknoten müssen mindestens zu 40 Prozent in Gold oder Devisen gedeckt sein. Neben Gold konnten auch Dollar und Pfund Sterling als Reserven benutzt werden.

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Mit dem New Yorker Börsencrash vom 24. Oktober 1929 (Schwarzer Donnerstag) beginnt die Weltwirtschaftskrise. Deflation, Bankzusammenbrüche und Massenarbeitslosigkeit folgten. Die damals vorgeschriebene Golddeckung des Dollar (20,67 Dollar pro Feinunze) habe die amerikanische Notenbank daran gehindert, mit einer massiven Ausweitung der Geldmenge gegenzusteuern, meinen Kritiker des Goldstandards. Dessen Verfechter wiederum sagen, die vorherige Abkehr vieler Länder vom klassischen Goldstandard hin zu einem Gold-Devisen-Standard habe über eine erweiterte Kreditschöpfungsmöglichkeit die spekulativen Exzesse an den Immobilien- und Aktienmärkten der 1920er-Jahre erst ermöglicht. In Deutschland bricht am 13. Juli 1931 („Schwarzer Freitag“) die Darmstädter und Nationalbank zusammen. Deutschland führt die Devisenbewirtschaftung ein.

In der Großen Depression suspendierten nahezu alle Wirtschaftsnationen den Gold-Devisen-Standard, was einer Währungsabwertung gegenüber Gold gleichkam. Davon profitierte aber nur, wer tatsächlich Gold besaß und es nicht zuvor per Gesetz abgeben musste.

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