Goldpreis: Der Aufwärtstrend beim Gold ist noch intakt

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Goldpreis: Der Aufwärtstrend beim Gold ist noch intakt

von Andreas Toller, Anton Riedl und Frank Doll

Die Krisenwährung Gold litt zuletzt massiv unter starken Schwankungen. Auf welchem Niveau sich der Goldpreis stabilisieren könnte und warum ein Preisanstieg mittelfristig wahrscheinlicher ist.

Mehr als eine Milliarde Dollar hat John Paulson seit Herbst vergangenen Jahres mit seinem Investment im größten Goldfonds der Welt verloren, dem SPDR Gold Trust. Im Gegensatz zu anderen Hedgefondsgrößen wie George Soros hielt Paulson eisern an seinen Goldbeständen fest. Mit 6,8 Prozent (2,7 Milliarden Dollar) ist er derzeit größter Investor des SPDR – und ihm stehen, wie anderen großen und kleinen Goldbesitzern und Spekulanten, wahrscheinlich noch einige turbulente Monate bevor.

Paulson wir ein Gespür für die richtige Anlagestrategie in Crashzeiten nachgesagt, seit er mit Wetten auf die Finanzkrise in den USA 2008 Milliarden Dollar verdiente – Stichwort Lehman-Brothers-Pleite. Allerdings hat ihn sein Gespür zuletzt verlassen. Denn mit seinen massiven Goldinvestments hat er in den vergangenen Monaten herbe Verluste erlitten. Dass Paulson trotz eines Goldpreisrückgangs von rund 25 Prozent allein in diesem Jahr an seinem Gold-Fonds festhält, zeigt, dass er an Gold als Krisenwährung noch immer glaubt.

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Die wichtigsten Fakten zu Gold

  • Goldnachfrage

    Die gesamte Goldnachfrage im dritten Quartal 2014 betrug 929,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 952,8) gefallen.

    Quelle: World Gold Council

  • Schmucknachfrage

    Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im dritten Quartal 2014 insgesamt 534,2 Tonnen und ist damit um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 556,3) gefallen.

  • Industrienachfrage

    Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im dritten Quartal 2014 auf 97,9 Tonnen und fiel, verglichen mit den 103,1 Tonnen im dritten Quartal 2013, um fünf Prozent.

  • Goldbarren- und Münznachfrage

    Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im dritten Quartal 2014 deutlich gesunken – auf 245,6 Tonnen. Ein Minus von 21 Prozent im Vergleich zu 2013 (Q3: 312,3).

  • EFTs und ähnliche Produkte

    Dass die Gesamtnachfrage nach Gold gefallen ist, ist auch auf die Abflüsse aus Gold-EFTs zurückzuführen. Im dritten Quartal 2014 beliefen sich diese auf 41,3 Tonnen. Allerdings ist das deutlich weniger als im Vorjahr. Im dritten Quartlal 2013 betrugen sie noch 120,2 Tonnen.

  • Notenbanken

    Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im dritten Quartal 2014 92,8 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von neun Prozent (Q3'13: 101,5).

  • Investment gesamt

    Die Goldnachfrage im Investment belief sich im dritten Quartal 2014 auf 204,4 Tonnen. Das ist eine minimale Steigerung von sechs Prozent, im Vorjahresquartal waren es 192 Tonnen.

Nicht nur der US-Hedgefondsmanager, sondern auch viele Sparer mit Münzen und Barren im Banktresor blicken etwas nervös auf den Goldpreis. „Man kann sie nur damit trösten, dass man Gold als Versicherung im gesamten Portfolio betrachten soll. Der Goldpreis fällt, wenn man weniger Risiken für die Konjunktur, die Inflation und die Finanzmärkte sieht. Das sind für die meisten Anleger gute Nachrichten", sagt Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank. Ihm zufolge glauben momentan die meisten Investoren, es hätte eine Goldblase gegeben – und tatsächlich sei Gold als Rohstoff aus seiner Sicht heute überbewertet. Dieser Imageschaden von Gold-Investments sei nicht so schnell zu beheben. Dazu müssten Anleger aufhören, immer nur auf den Preis schauen. Gold sei eben kein Rohstoff wie Kupfer oder Palladium.

Doch Preisstürze, wie sie Gold bereits seit dem Herbst 2012 erschüttern, kann kaum ein Anleger allein im Vertrauen auf eine goldene Zukunft einfach ignorieren. Die bange Frage lautet daher: Wie weit kann der Goldpreis fallen und gibt es Aussicht auf Erholung? Experten beantworten diese Frage durchaus unterschiedlich. Wie im Folgenden aber zu sehen sein wird, gibt es durchaus eine Tendenz.

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