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Goldpreis: Ist Gold wieder ein Kauf?

von Andreas Toller

Der Goldpreis hat wieder Rückenwind. Aber ist die Korrektur, die seit dem Hoch im September 2011 im Gange ist, damit vorbei? Was für Goldkäufer jetzt zählt.

Alle Länder gemeinsam halten Goldreserven im Volumen von 881,1 Millionen Unzen, oder umgerechnet 27.405,1 Tonnen. Auf der Basis eines Goldpreises von 1600 Dollar je Feinunze entspricht das einem Gegenwert von knapp 1410 Milliarden Dollar. Damit haben die Goldreserven an den weltweiten Währungsreserven von 11714 Milliarden Dollar einen Anteil von durchschnittlich 12 Prozent. Aber die Goldbestände in den Staatstresoren sind ungleich in der Welt verteilt. Auch internationale Institutionen halten Gold, der Internationale Währungsfonds IWF allein im Wert von knapp 145 Milliarden Dollar, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) im Wert von 6,1 Milliarden Dollar. Welche Staaten darüber hinaus die größten Währungsreserven halten und wie viel davon durch Gold gedeckt ist.

Berechnungen auf Basis eines Goldpreises von 1600 Dollar je Feinunze
Quellen: Bloomberg, World Gold Council, eigene Berechnungen
Stand: 6. Oktober 2011

Bild: dpa

Im Mai hatten Goldanleger ebenso wenig zu lachen wie in den Monaten zuvor – der Goldpreis gab weiter nach und sank auf 1540 Dollar für die Feinunze. Zur Erinnerung: Das Hoch lag im September bei knapp 1920 Dollar. Seitdem bewegte sich der Preis für das Edelmetall unter deutlichen Schwankungen abwärts.

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Ganz anders der Juni: Gleich am ersten Handelstag im Juni machte Gold mit einem Plus von mehr als drei Prozent einen deutlichen Satz nach oben und notierte bei knapp 1640 Dollar. Das verdankt das Edelmetall der gestiegenen Angst vor einem Zerfall des Euro bei einem Austritt Griechenlands aus der Währungsunion, den wachsenden Sorgen um die Zahlungsfähigkeit der spanischen Banken und die Refinanzierungschancen des iberischen Staates sowie neue Anzeichen einer Konjunktureintrübung in China und den USA. Klar, wenn alles den Bach herunter zu gehen droht, flüchten Anleger wieder vermehrt in vermeintlich sichere Anlagen wie Immobilien, Sachwerte - oder eben Gold. Nachdem sich an den folgenden drei Handelstagen die Konsolidierung auf hohem Niveau fortsetzte und Gold wieder 100 Dollar über dem Unzenpreis vom Ende Mai notiert, sprechen einige Marktbeobachter bereits von einer bevorstehenden Rally. In Euro gerechnet erreichte der Goldpreis sogar den höchsten Stand seit drei Monaten. Das war allerdings dem schwachen Euro beziehungsweise dem starken Dollar geschuldet.

Chinesisches Gold ist gefragt

In der Tat scheinen die Chancen für eine Goldrally zu steigen. Dafür sprechen nicht nur die oben bereits genannten Gründe des jüngsten Anstiegs. Zum einen bleibt die Nachfrage nach Gold aus China sehr hoch. Nachdem drei Monate in Folge die Goldimporte Chinas gestiegen sind und das Land somit nach jüngsten Schätzungen in den ersten vier Monaten des Jahres schon mehr als halb so viel Gold gehortet wie im gesamten Vorjahr, geht Rohstoffanalyst Eugen Weinberg von der Commerzbank davon aus, dass die anhaltend hohe Goldnachfrage der chinesischen Regierung und der wachsenden Mittelschicht weiter anhält und auch die Nachfrageschwäche in Indien während der Monsunmonate überkompensiert.

Zum anderen steigen die Risiken an den Finanzmärkten wieder zu. Es gibt erneute Spekulationen über eine neuerliche Lockerung der Geldpolitik in den USA. Außerdem nehmen die Sorgen um Spanien derart zu, dass Spaniens Finanzminister einräumen musste, seinem Land seien die Türen der Finanzmärkte verschlossen. Die wachsenden Zweifel am Euro-Verbleib Griechenlands treiben den Goldpreis weiter an.

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Ersparnisse verteilen

Aber ob das alles schon für eine Rally reicht, ist mehr als fraglich. Kommt es zur neuerlichen Euro-Krise, ist Gold zwar sicherer Hafen, aber das bedeutet nicht, dass der Goldpreis nicht auch mit den anderen Anlagemärkten fallen kann. Nur vielleicht nicht so stark wie andere Märkte. Es gibt jedenfalls keinerlei Gesetzmäßigkeit, die besagt, dass der Goldpreis steigt, wenn andere Anlageklassen wie Aktien oder Staatsanleihen fallen. Ein Grund mehr, seine Ersparnisse über Aktien, Immobilien, Gold und Liquidität zu verteilen, wie es etwa Star-Investor Marc Faber empfiehlt. Auch er sieht Gold vor allem als Versicherung. Denn in der jetzigen Marktphase zahlt vor allem eins: Es geht nicht um Rendite, sondern es geht ums Überleben.

Fest steht, dass Gold in den vergangenen Jahren den Vermögenswert besser erhalten hat, als das Bargeld aller möglichen Währungen, egal ob Dollar, Euro, Franken oder Yuan. Um seine Funktion als Versicherung zu erfüllen, empfiehlt allerdings unbedingt physisches Gold, also etwa Krügerrand-Münzen oder Barren. Denn ob der Handel mit Wertpapieren, die den Goldpreis abbilden oder Goldbestände verbriefen, im Notfall immer möglich ist, muss bezweifelt werden. Und da der Goldpreis scheinbar seinen Boden gefunden hat, ist das aktuelle Preisniveau eine gute Gelegenheit, einen kleinen Bestand aufzubauen oder aufzustocken.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 07.06.2012, 19:42 UhrGoldstattEuro

    Das haben die meisten auch schon bei 700$ gesagt!
    Günstigen Einstieg verpasst? Trotzdem lieber ein paar Unzen als Versicherung kaufen. Denn das die Staatsverschuldungen im Euro-Raum nicht besser werden, kann jeder sehen. Schadet nichts, wenn man sich rohstoffgedeckte Währungen und physisches EM zulegt.

    Wenn man sich den Aktienmarkt der letzten Jahre anschaut, sind die EM-Anleger besser gefahren.

  • 07.06.2012, 17:39 Uhrnobum

    Gold ist zu teuer.

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