Goldpreis: Richtungsstreit beim Goldpreis

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Goldpreis: Richtungsstreit beim Goldpreis

von Andreas Toller

So zackig wie in der vergangenen Woche hat sich der Goldpreis schon seit langem nicht mehr aufwärts bewegt. Vieles spricht für eine gelungene Trendwende, einiges aber auch dagegen.

Liebhaber und Experten des gelben Edelmetalls zumindest erleichtert, so mancher gar euphorisch. Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis um knapp zehn Prozent gestiegen, vor allem in der vergangenen Woche ging es rasant aufwärts. „Durchbruch im Edelmetallsektor!“ schrieb denn auch Goldenthusiast Clive Maund auf Goldseiten.de. „Goldpreis erlebt besten Jahresstart seit 1983“, titelte die Online-Ausgabe der Zeitung „Die Welt“, das Anlegermagazin „Der Aktionär“ spricht vom „großen Paukenschlag“ beim Goldpreis.

Die Kritiker der massiven Geldflut durch die Zentralbanken in den USA, Europa und Japan hoffen auf die Bestätigung, dass mit der aus ihrer Sicht unvermeidbar bevorstehenden Epoche hoher Inflation und kollabierender Papierwährungen Gold als einzig werterhaltenden Anlageklasse und Währung wieder in den Fokus rückt. Je mehr Anleger dies erkennen, so ihre Überlegung, umso stärker würde auch die Kaufkraft von Goldmünzen und –barren zunehmen. Nach der Talfahrt seit dem Allzeithoch von mehr als 1900 Dollar je Unze im September 2011 ist die Sehnsucht nach einer Erholung des Goldpreise groß. Seitdem fiel der Preis für die Feinunze des Edelmetalls um rund ein Drittel. Viele Marktbeobachter sprachen von einer geplatzten Goldblase. Ist jetzt die ganze Luft raus?

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Pures Gold fasziniert die Menschen schon seit vielen Jahrhunderten. Quelle: dpa

Wachsender weltweiter Goldhunger

Tatsächlich spricht vieles für einen weiter steigenden Goldpreis und damit für eine Trendwende, auch jenseits der Erwartung von galoppierender Inflation, Staatenpleiten und Währungskrisen. Aus verschiedenen Gründen könnte Gold seinen Boden gefunden und damit die Basis für einen steigenden Unzenpreis gelegt haben. Gleich mehrere Faktoren auf der Nachfrageseite sind es, die den Goldpreis derzeit beflügeln.

Ein wichtiger Treiber des Goldpreises waren zuletzt die Nachrichten über die private Goldnachfrage. Demnach haben die Goldkäufe in China erstmals die indischer Goldliebhaber übertroffen. Chinesische Konsumenten kauften im vergangenen Jahr 1066 Tonnen Goldprodukte, wie der in London ansässige Branchenverband World Gold Council am Dienstag in einem Bericht mitteilte. Das ist ein massiver Anstieg um fast ein Drittel des Vorjahresvolumens. Dabei hatten auch die Inder mehr Gold gekauft, als jemals zuvor: 975 Tonnen. In dem Land, in dem Goldschmuck als typisches Hochzeitsgeschenk für das Brautpaar auf enorme Nachfrage stößt, lagen die Goldkäufe somit 13 Prozent über dem Vorjahreswert. Zwar hat die indische Hochzeitssaison erst im Dezember ihren Höhepunkt, doch kaufen viele Inder den Schmuck möglich dann, wenn der Preis niedrig ist – auch als Altersvorsorge und Lebensversicherung.

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