Goldpreismanipulation: Goldhändler reicht Klage gegen Banken ein

ThemaGold

Goldpreismanipulation: Goldhändler reicht Klage gegen Banken ein

Bild vergrößern

Ein New Yorker Händler strebt eine Sammelklage wegen Manipulationsverdacht beim Goldpreis an. Auch die Deutsche Bank ist unter den Beschuldigten.

Fünf Großbanken legen täglich den Goldpreis fest. Schon seit längerem wird geprüft, ob sie sich dabei abgesprochen haben. Ein New Yorker Goldhändler hat sie nun wegen Preismanipulation verklagt. Die Deutsche Bank weist den Vorwurf zurück.

Die fünf am Gold-Fixing beteiligten Banken sind mit einer ersten Klage wegen der Manipulation des täglichen Referenzpreises konfrontiert. Der New Yorker Gold-Händler Kevin Maher reichte vor einem Bundesgericht in Manhattan eine Schadenersatzklage gegen die Deutsche Bank und die übrigen Institute ein, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorlagen und auf den 3. März datiert sind. Maher wirft den Banken demnach vor, sich über die Manipulation des Gold-Fixings abgesprochen zu haben. Er strebt eine Sammelklage im Namen aller Investoren an, die seit 2004 Gold oder Gold-Derivate gehandelt haben, deren Preis sich am Fixing orientiert. Auch Bloomberg hatte zuvor über die Klage berichtet. Unklar blieb zunächst, um wieviel Geld es dabei geht.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

  • Goldnachfrage

    Die gesamte Goldnachfrage im dritten Quartal 2014 betrug 929,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 952,8) gefallen.

    Quelle: World Gold Council

  • Schmucknachfrage

    Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im dritten Quartal 2014 insgesamt 534,2 Tonnen und ist damit um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 556,3) gefallen.

  • Industrienachfrage

    Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im dritten Quartal 2014 auf 97,9 Tonnen und fiel, verglichen mit den 103,1 Tonnen im dritten Quartal 2013, um fünf Prozent.

  • Goldbarren- und Münznachfrage

    Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im dritten Quartal 2014 deutlich gesunken – auf 245,6 Tonnen. Ein Minus von 21 Prozent im Vergleich zu 2013 (Q3: 312,3).

  • EFTs und ähnliche Produkte

    Dass die Gesamtnachfrage nach Gold gefallen ist, ist auch auf die Abflüsse aus Gold-EFTs zurückzuführen. Im dritten Quartal 2014 beliefen sich diese auf 41,3 Tonnen. Allerdings ist das deutlich weniger als im Vorjahr. Im dritten Quartlal 2013 betrugen sie noch 120,2 Tonnen.

  • Notenbanken

    Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im dritten Quartal 2014 92,8 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von neun Prozent (Q3'13: 101,5).

  • Investment gesamt

    Die Goldnachfrage im Investment belief sich im dritten Quartal 2014 auf 204,4 Tonnen. Das ist eine minimale Steigerung von sechs Prozent, im Vorjahresquartal waren es 192 Tonnen.

Der Verdacht, dass auch der quasi-offizielle Gold-Preis manipuliert worden sein könnte, hatte zahlreiche Aufsichtsbehörden - darunter die deutsche Finanzaufsicht BaFin - schon vor Monaten aufgeschreckt. Greifbare Ergebnisse ihrer Untersuchungen sind aber noch nicht bekannt. Die Londoner Finanzaufsicht hatte alle Institute, die zu wichtigen Devisen-, Öl-, Gold- und anderen Indizes beitragen, aufgefordert, bis Juli 2014 zu überprüfen, ob sie die neuen weltweiten Regeln für deren Ermittlung einhielten. Die Banken sollen dabei erklären, was sie aus dem Skandal um die Manipulation des Referenz-Zinssatzes Libor gelernt hätten. Auch das Devisen-Fixing steht im Verdacht der jahrelangen Manipulation.

Anzeige

Weitere Artikel

Insgesamt sind fünf Institute am Gold-Fixing beteiligt. Der Preis wird in einer Telefonkonferenz des exklusiven Klubs zweimal am Tag festgelegt. Die Deutsche Bank ist als einzige Bank aus Deutschland dabei. Bei den anderen Instituten handelt es sich um die britischen Banken Barclays und HSBC, die kanadische Bank of Nova Scotia-Mocatta und Societe Generale aus Frankreich. Die Deutsche Bank erklärte, die Klage in New York sei gegenstandslos. Sie werde sich dagegen entschlossen verteidigen. Ähnlich äußerte sich Societe Generale. Barclays und HSBC lehnten einen Kommentar ab. Nova Scotia war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Deutsche Bank hatte im Januar beschlossen, sich aus der Feststellung der offiziellen Referenzpreise für Gold und Silber zurückzuziehen, auch weil sie ihr Rohstoff-Geschäft deutlich verkleinert. Ihr Platz als Mitglied der London Bullion Market Association, die das Fixing organisiert, steht zum Verkauf. Als Favorit für dessen Übernahme gilt die südafrikanische Standard Bank.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%