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Gottfried Heller: "Ich habe 90 Prozent meines Geldes in Aktien investiert"

von Katharina Schneider Quelle: Handelsblatt Online

Im Interview erklärt der bekannte Vermögensverwalter Gottfried Heller, warum die Deutschen bei der Geldanlage „absolute Flaschen“ sind und wie Anleger ihre Rendite steigern und gleichzeitig das Risiko senken.

Gottfried Heller, Vermögensverwalter, Anlageberater und Buchautor in seinem Münchener Büro. Quelle: argum / Thomas Einberger
Gottfried Heller, Vermögensverwalter, Anlageberater und Buchautor in seinem Münchener Büro. Quelle: argum / Thomas Einberger

Herr Heller, Sie hatten viel Zeit, um Vermögen aufzubauen. Geht das auch schneller?
Schnell reich werden geht überhaupt nicht. Wenn Sie schnell reich werden wollen, dann müssen Sie zocken. Und wenn Sie zocken, sind Sie schnell arm wie eine Kirchenmaus. Ich habe noch nie gehört, dass ein Daytrader irgendwo in der Forbes-Liste der reichsten Menschen stand. Aber ich habe schon von vielen gehört, die pleitegegangen sind.

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Vom Zocken scheinen die meisten Deutschen weit entfernt.
Die Deutschen sind spitze, wenn es um industrielle Fähigkeiten geht, nicht von ungefähr sind wir Exportweltmeister. Aber wenn es um clevere Geldanlage geht, sind sie absolute Flaschen. Über 70 Prozent ihres Vermögens lagern in Bargeld, Bankeinlagen und Versicherungen, doch die Zinsen sind aktuell extrem mickrig. Davon geht dann noch ein Viertel für die Abgeltungsteuer ab, und den Rest frisst die Inflation. Real schrumpft das Vermögen also.

Diese Aktien hat Buffett im Depot

  • Coca Cola

    Anzahl der Aktien: 200 Millionen

    Anteil am gesamten Unternehmen: 8,73 Prozent

    Anteil in Buffetts Portfolio: 21,6 Prozent

  • Wells Fargo

    Anzahl der Aktien: 320 Millionen

    Anteil am gesamten Unternehmen: 6,51 Prozent

    Anteil in Buffetts Portfolio: 19,56 Prozent

  • American Express

    Anzahl der Aktien: 151,6 Millionen

    Anteil am gesamten Unternehmen: 12,67 Prozent

    Anteil in Buffetts Portfolio: 19,56 Prozent

  • Procter & Gamble

    Anzahl der Aktien: 79,1 Millionen

    Anteil am gesamten Unternehmen: 2,74 Prozent

    Anteil in Buffetts Portfolio: 9,83 Prozent

  • Kraft Foods

    Anzahl der Aktien: 58,8 Millionen

    Anteil am gesamten Unternehmen: 3,4 Prozent

    Anteil in Buffetts Portfolio: 5,8 Prozent

  • Wal Mart

    Anzahl der Aktien: 39 Millionen

    Anteil am gesamten Unternehmen: 1,1 Prozent

    Anteil in Buffetts Portfolio: 4,26 Prozent

  • Wesco Financial

    Anzahl der Aktien: 5,7 Millionen

    Anteil am gesamten Unternehmen: 80,1 Prozent

    Anteil in Buffetts Portfolio: 4,32 Prozent

  • Conoco Phillips

    Anzahl der Aktien: 34,2 Millionen

    Anteil am gesamten Unternehmen: 1,93 Prozent

    Anteil in Buffetts Portfolio: 3,43 Prozent

  • US Bancorp

    Anzahl der Aktien: 69 Millionen

    Anteil am gesamten Unternehmen: 3,59 Prozent

    Anteil in Buffetts Portfolio: 3,51 Prozent

  • Johnson & Johnson

    Anzahl der Aktien: 10,3 Millionen

    Anteil am gesamten Unternehmen: 0,5 Prozent

    Anteil in Buffetts Portfolio: 2,7 Prozent

    Stand: 14.08.2012, Quelle: SEC, eigene Recherchen

Was sollten Anleger tun? Der Titel ihres neuen Buches verspricht ja „den einfachen Weg zum Wohlstand“.
Die sinnvollste Anlageform neben Immobilien sind Aktien. Schließlich beteiligt man sich damit an der wirtschaftlichen Entwicklung, und die geht langfristig nach oben. Zu den Kursgewinnen kommt auch noch die Dividende. Trotzdem gelten Aktien als Teufelszeug.

Ist der Wunsch nach Sicherheit denn so verwerflich?
Nein, verwerflich ist er nicht. Er ist geschichtlich ziemlich gut nachzuvollziehen. Die Erfahrungen mit Enteignung und Inflation haben die Deutschen traumatisiert. So stark hat das kein anderes Volk der Welt erlebt.

Rund um das Jahr 2000 schien die Angst vor Aktien allerdings mal überwunden.
Ja, aber das Platzen der Dot-Com-Blase hat die Anleger wieder stark verunsichert. Damals sprudelten die Gewinne nur so. Alles schien fantastisch, aber dann sind sie böse auf die Nase gefallen, denn sie wussten nicht, dass der Markt manipuliert war, es waren nur Scheingewinne – wie gewonnen so zerronnen.

Repression Wo Sparer überhaupt noch sparen können

Die aktuelle Niedrigzinspolitik ist für deutsche Sparer eine Katastrophe. Und sie dürfte vorerst kein Ende finden. Dennoch gibt es eine Alternative zu Sparbuch, Tagesgeld und Co.

Repression: Wo Sparer noch sparen können

Außerdem hat sie der Reinfall mit der Aktie der Deutschen Telekom schockiert. Das war eine Unverschämtheit, was der deutsche Staat mit den Anlegern gemacht hat, so einen Hype hätte man nicht zulassen dürfen.

Und dann kam noch die Abgeltungssteuer.
Diese Steuer hat die Aktienkultur weiter beschädigt. Ich hatte mich damals persönlich beim Bundesfinanzministerium dafür eingesetzt, dass die Spekulationsfrist erhalten bleibt, leider vergeblich. Gerade für junge Leute ist die Steuer nicht fair. Sie sparen für das Alter und dann kommt Rabenvater Staat, der ihnen selbst immer weniger Rente zahlt, und will davon noch ein Viertel abhaben. Dadurch ist bei vielen Anlegern wohl der Eindruck entstanden, Aktien seien nicht mehr attraktiv.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 05.10.2012, 14:27 UhrSiggi40

    +++ Jetzt Aktien kaufen - noch schneller werden Sie ihr Geld nicht los +++
    Der ganz große Knall - nur noch eine Frage der Zeit. Mit Sicherheit aber nicht allzu weit entfernt. Dann sind Aktien innerhalb von ein paar Stunden wertlos!! Dann geht es nicht um 20% oder sogar 50% Verlust, sondern um 95% oder 99,5%! Wer seine Altersversorgung auf Aktien aufbaut, dem kann nicht mal ein Psychiater helfen.

    Jetzt erst mal seine Ersparnisse und sein Vermögen sicher aufbewahren, in Rohstoffen und Edelmetalle umschichten. Das klappt schon seit Jahrtausendenden. Heute in der WiWo: Bundesbank empfiehlt Gold. Aus gutem Grund. Die Einzigen, die die Bürger vor der Totalpleite bewahren wollen.

    Und erst nach dem großen Crash, lange müssen wir darauf bestimmt nicht mehr warten, Aktien zu einem Bruchteil der derzeitigen Kurse kaufen von Firmen, die den Crash überlebt, oder umfirmiert haben. So wird da ein Schuh daraus.
    Das Armageddon des globalen Finanzsystems, da können wir schon die Tage zählen. Die drei größten US-Banken sitzen auf über 200 Billionen „$“ absolut wertloser Papierschnipsel. Europas Bankster sitzen auf 18,2 Billionen € Risiken. Halleluja. Da is nix mehr zu retten, da is Feierabend.

    Nur durch ein Reset im Finanzsystem und einem Trennbankensystem haben die westl. Ind.staaten überhaupt noch eine Chance, das jahrzehntelange Siechtum auf ein paar Jahre zu reduzieren, an dessen Anfang wir uns gerade befinden – begleitet von inneren Unruhen und Bürgerkriegen.

    Jetzt in Aktien investieren – noch schneller werden Sie ihr Geld nicht los, so sicher wie das Amen in der Kirche!

  • 10.09.2012, 12:27 Uhrwulff

    Hoffentlich hat er gute Nerven!
    Denn der Crash kommt bald.
    Ich kaufe nach dem Crash, weil ich keine guten Nerven habe.

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