ThemaFonds & ETFs

alles zum Thema
_

Grauer Markt: Finger weg! Wo Sie besser nicht investieren sollten

von Melanie Bergermann, Martin Gerth, Max Haerder, Matthias Kamp, Florian Zerfaß und Thesie Kness

Windige Unternehmer versprechen viel, um die Spargroschen deutscher Anleger zu bekommen: Produkte mit Inflationsschutz, bei hoher Sicherheit und auskömmlichen Renditen. Doch wahrscheinlicher ist, dass Anleger verlieren.

Jonas Köller und Stephan Schäfer waren bekannt für ihre Parties. Damit dürfte es erst mal vorbei sein. Denn die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Anlagebetrug in dreistelliger Millionenhöhe gegen die Frankfurter Unternehmensgruppe S&K.

Die Gerbermühle in Frankfurt ist Literaturgeschichte: Goethe feierte hier seinen 66. Geburtstag; „wir aber wollen nach der Mühle wandern“, ließ er einen Osterspaziergänger im „Faust“ sagen. Heute locken hier ein edles Restaurant, ein Sommergarten unter Kastanienbäumen und ein kleines Hotel Gäste an. Goethe, die Nähe zum Main und der Skyline-Blick machen die Gerbermühle zu einem beliebten Ausflugsziel – und zu einem interessanten Objekt für Immobilienspekulanten. 2011 sicherte sich die Frankfurter S&K-Gruppe den denkmalgeschützten Bau.

Anzeige

Mit Vorzeige-Investitionen wie dieser warben die Gründer und Chefs der Gruppe, der 33-jährige Stephan Schäfer und der 31-jährige Jonas Köller, bei Anlegern um Geld. Ein tolles Objekt, dessen Nutzen sich sofort erschließt: Steine und Ziegel statt Papiergeld und Bankenpleite – was soll da schiefgehen?

S&K hat leichtes Spiel

Auf ihrer Internet-Seite wirft S&K mit Superlativen um sich: Mehrere Tausend Mitarbeiter will die Gruppe inklusive ihrer Beteiligungen beschäftigen und Immobilien im Wert von über 1,7 Milliarden Euro verwalten.

Gesellschaften wie S&K haben derzeit leichtes Spiel. Die Deutschen fürchten sich vor Preissteigerungen, bei der Geldanlage sind Produkte, die Schutz vor Inflation versprechen, gefragt.

Die Angst vor einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone und die Probleme rund um Griechenland haben bei den deutschen Sparern ihre Spuren hinterlassen. Bei der Geldanlage sind die Deutschen heute deutlich vorsichtiger gestimmt, als zu Beginn der Finanzkrise.

Das ist das Ergebnis des fünften Schroders Investmentbarometers. Auf den folgenden Seiten zeigen wir, wo die Deutschen ihr Geld heute investieren - und wovor sie sich fürchten.

Quelle: Schroders Investment Management GmbH

Bild: REUTERS

Doch was Sparern derzeit unter dem Deckmantel der „Sachwertinvestition“ ins Depot geschoben wird, ist oft schlimmer als jede Hyperinflation. Die WirtschaftsWoche hat einige der Antiinflationsprodukte, die aktuell an den Anleger gebracht werden sollen, geprüft: Vermeintliche Investitionen in Sachwerte entpuppen sich als hochriskant, kaum transparent und teuer. Im schlimmsten Fall wird nicht mal klar, ob alle Spargroschen der Anleger überhaupt investiert werden.

Übersicht zu den beliebtesten Investitionsobjekten deutscher Anleger (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)
Übersicht zu den beliebtesten Investitionsobjekten deutscher Anleger (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Bedenklich ist: Längst werden die dubiosen Produkte nicht nur an Großverdiener vertickt, sondern zunehmend auch an die, die ohnehin nicht viel haben. „Wir beobachten einen Trend hin zu immer kleineren Anlagesummen“, sagt Philipp Zmyj-Köbel, der die Abteilung für Kapitalmarktstrafsachen bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft leitet. Normalanleger aber sind mit den oft sehr komplexen Firmenstrukturen in der Regel überfordert.

Auch S&K ist eine für Laien schwer nachvollziehbare Firmenstruktur. Schäfer und Köller finanzierten die Immobiliengeschäfte ihrer Gruppe früher unter anderem dadurch, dass sie Anlegern Lebensversicherungen abkauften. Ende 2010 stellten sie das Geschäft ein: „Mit diesem Schritt distanziert sich die S&K Unternehmensgruppe von teils unseriösen Produktanbietern“, die das gesamte Geschäft in Verruf gebracht hätten, tönten die beiden.

Heute werben sie Gelder über Fonds wie den S&K Sachwerte Nr. 2 ein. Investoren erwerben Anteile an einem Fonds, der das eingezahlte Kapital als Darlehen an eine GmbH weiterreicht, die zur S&K-Gruppe gehört. Die GmbH soll für das Darlehen so hohe Zinsen zahlen, dass beim Anleger pro Jahr stolze zwölf Prozent hängenbleiben. Anleger erwerben hierbei keinen Anteil an einer Immobilie, sondern finanzieren mit einem Kredit die Geschäfte der GmbH aus dem S&K-Reich.

14 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 14.03.2013, 15:17 UhrBuemmerstede

    Der Artikel über angeblich windige Geschäfte in Italien, Syn Energy, Neckermann hat null, aber wirklich null Substanz. Es ist schon verwunderlich, warum die Stellungnahme nicht veröffentlicht wurde.
    Ohne Hintergrundwissen solche Berichte zu verfassen und dann auch noch von der "WW" eingestellt zu werden ist abenteuerlich. Man sollte doch wirklich besser recherchierte Berichte verfassen und nicht einfach nur für Populismus sorgen.

  • 20.02.2013, 10:23 UhrMWUDO79

    Stephan Appel und die POC direkt hinter die S&K Berichterstattung zu packen ist nicht in Ordnung. "Bizarre Truppe in der Prärie" sind wir jetzt bei BILD oder bei der WIRTSCHAFTSWOCHE? Scheinbar hat der Autor so langsam erkannt, dass man bei POC und Stephan Appel keine Exklusivnachrichten zu erwarten hat. Dann wurde schnell mal die S&K vorangespannt. Im Übrigen ist in der Branche seit Monaten bekannt, dass bei S&K ein Schneeballsystem dahinter stecken könnte. Ich glaube der Autor dieser Berichte hat von Unternehmerischen Beteiligungen wenig Kenntnisse/KnowHow. Stephan Appel mach seit Jahren seriöse Bewertungen von Unternehmerischen Beteiligungen. Dies sollte hier auch einmal zur Sprache kommen. Nicht immer nur draufhauen sondern auch mal differenzieren man darf S&K nicht mit POC bzw. insbesondere Stephan Appel in einem Bericht als "bizarre Truppe" darstellen. Jetzt reicht es!

  • 05.02.2013, 19:35 Uhrmanuel57

    Guter Artikel, mit viel Hintergrund.
    Warum findet man den Text eigentlich 1:1 bei GoMoPa? Das macht das Ganze schon wieder merkwürdig. Dort wurde ja eine regelrechte Hetzkampagne gegen Appel losgetreten. Das soll es doch wohl nicht sein.

Alle Kommentare lesen

Tool: Immobilienscout24

Immobilien-Wertfinder

Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet.

weitere Fotostrecken

Blogs

Es kann bis 9000 gehen
Es kann bis 9000 gehen

Die Rally läuft, und sich dagegen zu stemmen, ist gefährlich. Mindestens ein kräftiger Schub sollte noch kommen – nach...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.