Grauer Markt: Hainzls Verbindung zur Conserve-Oil-Gruppe

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Grauer Markt: Finger weg! Wo Sie besser nicht investieren sollten

Fonds Schmierige Geschäfte mit Kanadas Öl

Verbindungen zu Milliardenpleitier Jürgen Hanne

Quelle: dpa

Hainzls Verbindung zur Conserve-Oil-Gruppe

Im Prospekt der Lamont Alberta tauchen beide jedoch nicht auf, ebenso wenig Hainzls Privatinsolvenz, die seit März 2006 läuft. Involviert war Hainzl aber. Proven-Oil-Sprecher Stephan Clausen bestätigte, dass Hainzl für mehrere Gesellschaften der Conserve-Oil-Gruppe tätig war. „So verantwortete er beispielsweise 2006 die Vertriebskoordination eines Projektes [...]das die Errichtung einer Spezial-Raffinerie zur Umwandlung von Altöl in Dieselkraftstoff zum Ziel hatte.“

Auf Nachfragen sagt Clausen nichts. War Hainzl fest angestellt oder freiberuflich tätig? Gar ehrenamtlich? Das dürfte vor allem Hainzls Gläubiger interessieren. Im Privatinsolvenzverfahren, das 2012 beendet wurde, hatte Hainzl angegeben, nicht über Einkommen oder Vermögen zu verfügen. 32 Millionen Euro Forderungen meldeten die Gläubiger an, etliche resultierten aus Hainzls Tätigkeit für die kollabierte Hanne-Immobiliengruppe. Am Ende standen nur 200.000 Euro zur Verfügung.

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Auch der zweite Anlauf scheitert

Auch der zweite Anlauf auf die Anlegergelder klappte nicht. Knapp 26 Millionen kanadische Dollar wollte die Conserve Oil Lamont Alberta einsammeln, sie schaffte nicht einmal fünf Millionen. Über dieses Geld verfügte Matthias Sdrenka mit, der Mittelverwendungskontrolleur. In seinem Auftrag stand laut Prospekt: Voraussetzung für die Freigabe von Geldern ist der Nachweis, dass Zeichnungen von knapp 26 Millionen kanadischen Dollar vorliegen. Doch es gingen Gelder weg, bevor das Volumen erreicht war. „Nach meiner Rechtsauffassung hätte der Mittelverwendungskontrolleur laut Kontrollauftrag im Prospekt keine Gelder freigeben dürfen“, sagt Anwalt Martin Seidel von der Düsseldorfer Kanzlei Baum, Reiter & Collegen. Sdrenka sagt, dass die Freigaben gemäß der Voraussetzungen der in den jeweiligen Prospekten enthaltenen Verträge erfolgten. Dass mit der ursprünglichen Formulierung ein Problem bestand, dämmerte aber offenbar auch den Initiatoren: Per Prospektnachtrag wurde der Kontrollauftrag geändert.

2008 startete dann Proven Oil. Wieder ist Sdrenka Mittelverwendungskontrolleur. Und auch Hainzl spielt erneut eine wichtige Rolle. Fliegt häufig nach Calgary, um Angelegenheiten der Fonds vor Ort zu regeln. Er „verantwortet innerhalb der Proven Oil Canada Marketing und Vertrieb“, so ein Sprecher. Ob fest angestellt und für welches Salär will er auch hier nicht sagen.

Auch Hainzl war beim Kanada-Trip dabei. Sdrenka und Hainzl betonen, sie seien auf eigene Kosten geflogen. Was Proven Oil der Trip kostete, will Clausen nicht sagen. Vielleicht fragt ja ein Anleger auf den Gesellschafterversammlungen der Fonds POC Eins und POC Zwei nach. Im Februar sollen in Berlin die Geschäftsberichte für 2011 abgesegnet werden, mit Verspätung.

Aus denen geht hervor, dass die bisher an die Anleger gezahlten Summen größtenteils Rückzahlungen aus eingezahltem Kapital sind. Das Eigenkapital ist beim ersten Fonds in nur drei Jahren schon kräftig geschrumpft, von 40 auf 30,8 Millionen Euro. Um das herauszufinden, braucht man allerdings nicht nach Kanada zu fliegen.

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*Namen von der Redaktion verändert

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