Grüne Investments: Mit gutem Gewissen Geld verdienen

Grüne Investments: Mit gutem Gewissen Geld verdienen

, aktualisiert 21. Mai 2011, 08:51 Uhr
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Grüne Investments sind nicht nur altruistisch.

von Udo RettbergQuelle:Handelsblatt Online

An "grünen Investments" führt für Anleger kaum noch ein Weg vorbei. Die Investitionsmöglichkeiten in erneuerbare Energieträger wie Sonne, Wind oder Geothermie sind inzwischen mehr als üppig - aber auch kaum transparent.

FrankfurtEin gutes Gewissen haben und auch noch Geld verdienen: Immer mehr Anleger wollen mit „grünen Investments“ von der Wende in der Energiepolitik, Maßnahmen gegen den Klimawandel und dem schonenden Rohstoffeinsatz profitieren. Solche Investments sind häufig nicht rein altruistisch, sondern auch ertragsorientiert motiviert: Unternehmen, die bei der ökologischen Neugestaltung der Wirtschaftssysteme maßgeblich beteiligt sind, werden die künftigen Gewinner sein.

Dieser Logik folgen auch zahlreiche Privatanleger. Sie investieren „auf ökologische Weise“ in Anlageformen wie Aktien, Zertifikate, Fonds und Direktbeteiligungen. Das von europäischen Asset-Managern in „grünen Investments“ verwaltete Kapital ist seit dem Jahr 2005 jährlich um rund 45 Prozent auf zuletzt mehr als elf Billionen Euro gestiegen, wie Zahlen der verschiedenen Fondsverbände zeigen. Dies entspricht etwa zehn Prozent des gesamten verwalteten Vermögens. Begehrt sind auch Derivate, die an den inzwischen unzähligen Klimabörsen gehandelt werden. Anleger vertrauen darauf, dass sowohl die Politiker als auch die Unternehmen am Kernthema Ökologie festhalten werden.

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Manager vieler Unternehmen haben vor allem in Deutschland und Nordamerika nicht nur die Notwendigkeit nachhaltigen Wirtschaftens erkannt, sondern auch die gesellschaftlichen und finanziellen Vorteile. In einer von den Vereinten Nationen (UN) bei 900 Topmanagern durchgeführten Umfrage waren 93 Prozent der Befragten der Auffassung, dass Nachhaltigkeit eine kritische Größe ihres künftigen Erfolgs sein wird. Und so zielt die Wirtschaft darauf ab, moderne, „saubere Technologien“ (Clean Tech) für den schonenden Umgang mit den Roh- und Urstoffen des Blauen Planeten zu entwickeln.

Auf diese Weise soll der Kohlendioxidausstoß (CO2-Emissionen) reduziert, dem drohenden Klimakollaps begegnet, die Trinkwasserqualität verbessert und nicht zuletzt die Rohstoffversorgung gesichert werden. Da absehbar ist, dass die Ölquellen in einigen Dekaden versiegen, fließt viel Kapital in erneuerbare Energieträger, die einen geringen CO2-Ausstoß ermöglichen. Im Fokus steht dabei das Megathema Elektromobilität, das eine umweltpolitische Erfolgsstory werden soll.


Wirkt wie ein Konjunkturprogramm

Solche Trends und Initiativen sollen die Funktion der Ökosysteme stärken, die Artenvielfalt erhalten und damit den Planeten Erde für kommende Generationen lebenswerter machen. Jedermann weiß: Wenn die Menschen mit Blick auf die Nutzung der Ökosysteme nicht zu einem drastischen Umdenken kommen, drohen weitere Umweltkatastrophen und gigantische finanzielle Schäden. So wurden weltweit bereits mehr als 50 Prozent der Feuchtbiotope vernichtet, die verbleibenden Feuchtgebiete haben nach UN-Schätzung einen ökonomischen Wert von 70 Billionen Dollar.

Diese gigantische Zahl zeigt die enorme Bedeutung des Urstoffs Wasser. Zum Vergleich: Die globale Aktienmarktkapitalisierung erreicht derzeit einen Wert von 58 Billionen Dollar. „Ein weiterer Verlust und eine Schrumpfung der Feuchtgebiete könnte bis 2050 zu einem Rückgang der Nahrungsmittelproduktion in der Welt um 25 Prozent führen“, warnt die Uno. Gleichzeitig prognostiziert die Organisation bis 2050 einen Anstieg der Weltbevölkerung von derzeit rund 6,5 auf dann zehn Milliarden Menschen.

Allein daran zeigt sich die Dimension dieser schwierigen Aufgabe, Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen. Nebenbei bemerkt: Die Rettung der Ökosysteme könnte sich zum größten jemals initiierten Konjunkturprogramm entwickeln. Angesichts leerer Staatskassen ist der rasche Aufbruch in die moderne ökologische Ära ohne effiziente Kapitalmärkte und ohne risikobereite Anleger unmöglich. In einer Zeit, in der Regierungen versuchen, die Folgen der schlimmsten Wirtschaftskrise seit fast 90 Jahren in den Griff zu bekommen, besteht die Gefahr, dass die gigantischen Umweltrisiken vernachlässigt werden. „Ökonomie und Ökologie gehören im 21. Jahrhundert untrennbar zusammen“, sagt Richard Sandor, Gründer der Chicago Climate Exchange, der ersten Klimabörse der Welt.

Die Vielfalt grüner Investmentformen ist groß, aber kaum transparent. Für Investoren geht es neben Clean-Tech-Investments auch um Geldanlagen in Urstoffe (Erde, Luft, Wasser) und Rohstoffe wie neue Energieformen. Denn Atomenergie findet nur noch wenig Akzeptanz, und fossile Energieträger wie Öl, Gas und Kohle werden wegen des Kohlendioxidausstoßes kritisch gesehen. Als Fazit bleibt: Für Anleger führt kein Weg vorbei an erneuerbaren Energieträgern wie Sonne, Wind, Wasser und Geothermie.

Quelle:  Handelsblatt Online
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