Gute Zeiten für Gläubiger: Schuldner zahlen immer schneller

Gute Zeiten für Gläubiger: Schuldner zahlen immer schneller

Ausstehende Rechnungen werden in Deutschland von der großen Mehrheit der Schuldner immer schneller und pünktlicher bezahlt. Für 2014 rechnen Experten noch mit einer weiteren Verbesserung.

Ausstehende Rechnungen werden in Deutschland von der großen Mehrheit der Schuldner immer schneller und pünktlicher bezahlt. Spitzenreiter bei der Zahlungsmoral ist mittlerweile sogar der Bau als einstiges Sorgenkind. Für 2014 rechnen Experten noch mit einer weiteren Verbesserung.

Dank verbesserter Konjunkturaussichten und einer solideren Finanzausstattung vieler Unternehmen werden Rechnungen in Deutschland nach Experteneinschätzung im kommenden Jahr wieder pünktlicher beglichen. "Das Geld ist da - es wird besser bezahlt", sagte Michael Bretz von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform der Nachrichtenagentur dpa. "Es deutet alles auf eine weitere Verbesserung der Zahlungsmoral hin", so der Experte.

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Viele Unternehmen hätten Lehren aus der Finanzkrise gezogen und seien nun finanziell deutlich besser ausgestattet. "Der Finanz-Schock hat dafür gesorgt, dass nun auch mittelständische Unternehmen Eigenkapital ansammeln", sagte Bretz. Experten gingen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetze.

Bei einer im Herbst dieses Jahres vorgestellten Creditreform-Umfrage hatten 83,2 Prozent der 4000 teilnehmenden Unternehmen angegeben, dass Rechnungen spätestens nach 30 Tagen bezahlt würden. Im Vorjahr hatte der Wert bei 79 Prozent gelegen.

Vor allem beim Bau kam es vor dem Hintergrund einer verbesserten wirtschaftlichen Lage zu einem Anstieg der Zahlungsmoral: Mit einer Schnellzahler-Quote von 87,5 Prozent konnte sich die bislang eher zu den Sorgenfällen zählende Branche gegenüber dem Vorjahreswert von 79,9 Prozent deutlich verbessern und wurde sogar zum positiven Spitzenreiter.

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Die Quote der besonders säumigen Zahler mit einem Verzug von mehr als 90 Tagen konnte über alle Branchen hinweg von 2,1 Prozent auf nur noch 1,1 Prozent nahezu halbiert werden. Beim Bau fiel der Wert sogar von 2,2 Prozent auf einen Tiefstand von nur noch 0,3 Prozent.

Fast jedes vierte der insgesamt befragten Unternehmen (22 Prozent) konnte alle ausstehenden Rechnungen eintreiben und damit Forderungsausfälle sogar ganz vermeiden. Im Vorjahr hatte diese Quote noch bei 19,8 Prozent gelegen.

Entgegen dem Trend kam es bei den kompletten Zahlungsausfällen bei den größeren Forderungen von mehr als einem Prozent des Umsatzes zu einem Anstieg. Jedes zehnte Unternehmen (10 Prozent) musste einen derartig massiven Ausfall verbuchen. Im Vorjahr hatte die Quote noch bei 9,2 Prozent gelegen. „Das kann für Unternehmen mit niedrigen Gewinnmargen wie etwa im Einzelhandel schnell zur Existenzbedrohung werden“, sagte Bretz.

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