Hedgefonds: Entschuldung mit juristischem Nachspiel

Hedgefonds: Entschuldung mit juristischem Nachspiel

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Nach dem Schuldenschnitt mit Griechenland könnten nun die Anwälte der Investoren auf den Plan treten.

Nach dem Schuldenschnitt mit Griechenland sehen Fachanwälte ein neues, fruchtbares Betätigungsfeld: für Investoren wollen sie Athen vor Gericht zerren. Besonders bei Bonds, die im Ausland aufgelegt wurden, rechnen sie sich Chancen aus.

Wenn Timothy B. DeSieno sich zu Wort meldet, kann es für überschuldete Regierungen teuer werden. Sobald Staaten ihre Gläubiger nicht mehr auszahlen wollen, tritt DeSieno auf den Plan – und fordert die uneingeschränkte Entschädigung seiner Mandanten: Hedgefonds, wohlhabende Spekulanten und andere unangenehme Gläubiger, die Anleihen des Staates gekauft haben.

Bisher bot vor allem Lateinamerika dem US-Juristen ein fruchtbares Betätigungsfeld, etwa mit den Umschuldungen von Argentinien (zuletzt 2005), Belize (2007) oder Ecuador (2009). Jetzt ist Europa dran. Die Gläubiger der verstaatlichten Banken in Irland und Island berät DeSieno bereits, nun akquiriert er Klienten, die Griechenland-Anleihen gekauft haben.

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Der Partner der Sozietät Bingham McCutchen, für die weltweit mehr als 1000 Wirtschaftsanwälte arbeiten, operiert von einer feinen Adresse in Manhattan aus – einem Glaspalast an der Park Avenue, in dem auch der Vorstand der Citigroup residiert. Er vertritt eine Gruppe von Investoren, „die prüft, wie sie ihre Interessen wahren und die Rechte der Bond-Halter schützen kann“, sagt der Advokat vorsichtig. Soll heißen: Griechenland zahlt – oder es wird verklagt.

Die Kläger hoffen auf dreistellige Renditen

Seine Mandanten halten einen Bond über 650 Millionen Schweizer Franken, der in Zürich begeben worden ist. Für den gilt das anlegerfreundliche Recht der Schweiz, nicht der Gerichtsstand Athen. „Den Franken-Bond haben Spekulanten in den vergangenen Monaten besonders intensiv gehandelt“, hat Jochen Felsenheimer beobachtet, Geschäftsführer der Münchner Fondsgesellschaft Assénagon Credit Management.

DeSieno und seine Mandanten wollen, dass Griechenland den vollen Nennbetrag auszahlt, 100 Prozent in Cash, wenn die Anleihe im kommenden Jahr fällig wird. Die Spekulanten selbst haben meist erheblich weniger gezahlt – oft nur 30 Prozent des Nominalbetrags. Sie hoffen auf Super-Renditen in dreistelliger Höhe.

Ihr Vorbild ist der New Yorker Hedgefonds Elliott. In Deutschland trat Elliott unter anderem bei den Übernahmen von Wella, Techem und Demag Cranes als oppositioneller Aktionär in Erscheinung. Berühmt wurde Elliott aber mit einer anderen Attacke. 1996 kaufte der Fonds Anleihen des überschuldeten Peru auf.

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