Hedgefonds: Heuschrecke verdient kräftig durch Griechenland-Rettung

Hedgefonds: Heuschrecke verdient kräftig durch Griechenland-Rettung

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Mit dem Anleihen-Rückkauf der Griechen hat der US-Hedgefonds Third Point laut Brancheninsidern mit Wetten auf Griechenland-Bonds in wenigen Monaten eine halbe Milliarde Dollar verdient.

von Heike Schwerdtfeger

Mit dem Anleihen-Rückkauf der Griechen, der durch Hilfsgelder der Euroländer erst möglich wurde, pusht der US-Hedgefonds Third Point seinen Gewinn.

Jetzt ist offiziell, was die WirtschaftsWoche schon lange angekündigt hatte. Die Gewinne aus der Griechenland-Rettung schöpfen Hedgefonds ab. Der US-Hedgefonds Third Point, der vom Milliardär Daniel Loeb gegründet wurde, hat laut Brancheninsidern gegenüber der britischen Tageszeitung Financial Times mit Wetten auf Griechenland-Bonds in wenigen Monaten eine halbe Milliarde Dollar verdient. Eingesetzt hatten die Amerikaner eine Milliarde Dollar ihrer insgesamt verwalteten acht Milliarden Dollar. Third Point konnte Griechenland-Bonds zu Kursen von unter 20 Prozent des Nennwertes kaufen, als noch kein Rückkaufsangebot bekannt gegeben wurde. Nach der Ankündigung des großzügigen Rückkaufs alter Anleihen durch den griechischen Staat hatten Spekulanten die Kurse zehnjähriger Papiere bis auf 45 Prozent hochgezogen.

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Wenn der EFSF den Griechen tatsächlich zehn Milliarden Euro leiht, freuen sich die Fondsmanager. Für Hedgefonds eröffnen sich in der Eurozone jetzt nämlich ungeahnte Möglichkeiten.

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Gegen den Strom

Loebs Wette war zur damaligen Zeit hochriskant. Bei vergleichsweise kleinen acht Milliarden Dollar Vermögen ist der Einsatz einer Milliarde auf Griechenland schon aggressiv. Aber Loeb war offenbar nicht der einzige Hedgefondsmanager, der die Chance ergriffen hat. Griechische Medien berichteten, dass Hedgefonds dem Staat Anleihen im Wert von rund 15 Milliarden Euro angeboten hätten. Damit wäre dann etwa die Hälfte der Gelder aus dem  Rückkaufprogramm in die Taschen der Hedgefonds und ihrer Anleger geflossen.

Aber insgesamt spiegeln sich die hohen Gewinne noch nicht in einer guten Hedgefondsperformance in diesem Jahr wider. Die Fonds haben weltweit im Schnitt nur ein Plus von rund fünf Prozent erzielt. Und unter den größten Verlierern ist wieder einer der bekanntesten Manager, der Amerikaner John Paulson. Der in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank Ende 2010 aufgelegte Investmentfonds DB Platinum IV Paulson Global Fund verlor seit seiner Auflage nahezu 70 Prozent an Wert. Und das lehrt zumindest, dass Hedgefondsmanager es dauerhaft auch nicht besser machen, als viele andere Fondsmanager und immer nur für kurze Zeit die Stars sind. Denn Paulson wollte in diesem Jahr auch gegen den Strom schwimmen und hat gegen Bundesanleihen gewettet. Die aber sind im Kurs munter weiter gestiegen und nicht wie von ihm erwartet gefallen.

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