Hendrik Leber: "In der Solarbranche wird es einen Schub geben"

InterviewHendrik Leber: "In der Solarbranche wird es einen Schub geben"

Bild vergrößern

Der Vermögensverwalter und Fondsmanager, Hendrik Leber, Co-Chef und Gründer von Acatis, im Interview mit WirtschaftsWoche.

von Andreas Toller

Hendrik Leber, Co-Chef und Fondsmanager von Acatis, sucht stets nach unterbewerteten Aktien - und wird bei Solarunternehmen, Energieversorgern und in Japan fündig. Wo er beim nächsten Kursrutsch zuschlägt.

WirtschaftsWoche: Herr Leber, in der vergangenen Handelswoche ging es wegen der Drohgebärden aus Nordkorea und schwachen US-Arbeitsmarktdaten an der Börse nochmal steil abwärts, in dieser Woche genügten Konsumausblick und nachrangige Konjunkturdaten für eine Erholung. Sind die Märkte zu fixiert auf Krisen?

Anzeige

Ich finde die Märkte derzeit hochgradig irrational. Die Märkte scheinen immer nur ein Thema nacheinander zu betrachten. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass auch mal zwei gleichzeitig eintreten. Korea ist aktuell eins der ganz großen Themen, weil zwei Weltblöcke aneinandergeraten: der chinesische Block und der amerikanische Block. Ein Krieg vor der Haustür der Chinesen wäre geopolitisch im höchsten Maße heikel. Was tun die Amerikaner dann? Das macht mir extreme Sorgen.

Reagieren Sie denn im Portfoliomanagement auf solche Entwicklungen?

Nein, das tun wir gar nicht. Wenn es stressig wird, sichern wir uns schon mal zusätzlich ab. Aktuell tun wir das jedoch nicht. Ich halte mich lieber aus Bereichen raus, die psychologisch zu hoch bewertet sind. Ich konzentriere mich auf die Bereiche, in denen bei Investoren Desinteresse herrscht. Was uns treibt ist die fundamentale Entwicklung von Aktien und ihre Bewertung. Und da mache ich mir momentan keine Sorgen. Unseren Firmen geht es gut - ganz unabhängig von den diversen Krisen.

Gbureks Geld-Geklimper Wer Geld sicher anlegen will, muss spekulieren

Die Aktien- und Edelmetallmärkte sind außer Rand und Band, dafür sorgt allein schon die internationale Geldschwemme. Banken mischen kräftig mit.

goldbarren Quelle: dpa

Aber die Konjunkturerholung ist noch keine ausgemachte Sache. Fehlt da nicht womöglich das Fundament für prosperierende Unternehmen?

Teilweise stimmt das schon. Ich glaube, ein großer Teil der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA ist geborgtes Wachstum. Fast zehn Prozent des Bruttosozialproduktes in den USA sind über die Staatsschulden kreditfinanziert. Da ist heiße Luft im System – und das sehr bewusst. US-Notenbankchef Ben Bernanke hat schon vor Jahren angekündigt, dass dies Ziel seiner lockeren Geldpolitik ist. Mit Krediten lässt sich nun mal jedes beliebige Bruttosozialprodukt ‚bauen‘. Andererseits: Wenn ich mir die Unternehmen ansehe, in die ich investieren möchte, zeigen sich dort Wachstum und die Nachfrage sehr stabil. Ob das die Datenbanken von Oracle, die iPads von Apple oder die Krankenversicherungen von UnitedHealth sind: Da ist natürlicher und sehr robuster Bedarf da, auf den ich mich stütze.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%