Henning Gebhardt: "Gewinnentwicklung der Unternehmen muss Fahrt aufnehmen"

ThemaFonds & ETFs

InterviewHenning Gebhardt: "Gewinnentwicklung der Unternehmen muss Fahrt aufnehmen"

von Heike Schwerdtfeger

Henning Gebhardt, der Aktienchef der Deutsche-Bank-Vermögensverwaltung, sieht die Gewinnentwicklung der deutschen Unternehmen optimistisch. Warum ihn hohe Aktienbewertungen noch nicht nervös machen.

Herr Gebhardt, macht es Sie noch nervös, wenn Sie hören, dass Griechenland sich auf eine Pleite vorbereite?

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Da geht es mir wie vielen Börsianern: Es gibt einen Gewöhnungseffekt. Auch der Dax bewegt sich angesichts dieser Nachrichtenlage erstaunlich ruhig. Aktuell steckt die Börse das Griechenland-Problem ähnlich gut weg wie die Ukraine-Krise im Jahr 2014. Die hat den Dax bis August erschüttert, danach waren die Auswirkungen auf die Aktienkurse nicht mehr stark. Der Markt hat negative Nachrichten schnell abgeschüttelt.

Henning Gebhardt, der Aktienchef der Deutsche-Bank-Vermögensverwaltung, im Interview mit WirtschaftsWoche. Quelle: DWS

Henning Gebhardt, der Aktienchef der Deutsche-Bank-Vermögensverwaltung, im Interview mit WirtschaftsWoche.

Bild: DWS

Was kann die Ruhe stören?

Die Kurse sind stark gestiegen, die Kurssteigerung wurde aber nicht im gleichen Maß durch gestiegene Gewinne der Unternehmen unterstützt. Dadurch ist der Markt anfällig, wenn es überraschende negative Nachrichten geben sollte. Mit Rücksetzern ist zu rechnen. Wer jetzt an der Seitenlinie steht und nicht weiß, ob er investieren soll, der sollte diese dann als Chance sehen. Wenn die USA in eine Zinserhöhungsphase eintreten, kann es stärkere Schwankungen geben, zumal die Börsen den Sommer über ohnehin volatiler sind. Dass eine Zinserhöhung das US-Wachstum und damit die Börsen abwürgt, erwarte ich aber nicht.

Drehen Frankfurter Fondsmanager bis dahin Däumchen und lassen ausländische Investoren den Dax hoch treiben?

Wir beobachten, wo die Musik spielt, und investieren. In unsere Deutschland-Aktienfonds sind in diesem Jahr bereits mehr als 630 Millionen Euro neue Anlegergelder geflossen, und wir haben stets attraktive Aktien gefunden. Jetzt kommt es in der Berichtssaison darauf an, dass die Gewinnentwicklung bei den Unternehmen Fahrt aufnimmt. Die Kurse haben steigende Gewinne vorweggenommen, jetzt müssen die Unternehmen liefern. Die Börse baut darauf, dass die Analystenschätzungen übertroffen werden und die Gewinnprognosen der Unternehmen nach oben gehen.

Zur Person

  • Henning Gebhardt

    Henning Gebhardt, 47, verantwortet bei der Deutschen Asset & Wealth Management weltweit das Aktienfondsmanagement. Er lenkt selbst drei Aktienfonds mit einem Gesamtvolumen von 6,3 Milliarden Euro, die primär in deutsche Titel investieren.

Was erwarten Sie?

Ich bin optimistisch. Eben erst hat etwa der Laborausrüster Sartorius seine Gewinnprognose für das Jahr erhöht, für BMW war das erste Quartal das beste seiner Geschichte. Das weltweit solide Wirtschaftswachstum bietet den Euroland-Unternehmen gute Rahmenbedingungen, sie profitieren vom günstigen Öl, von den gesunkenen Zinsen und vom schwachen Euro. Bis September war die Währung eine Belastung für die Unternehmensgewinne, jetzt ist sie zum Gewinntreiber geworden.

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