Hochzinsanleihen: Die Rückkehr der Ramschpapiere

Hochzinsanleihen: Die Rückkehr der Ramschpapiere

Deutsche Anleger gelten als risikoscheu - trotzdem steigt die Zahl derer, die auf die Renditen von Ramschpapieren setzen. Was Sie wissen müssen, um sich an Hochzinsanleihen nicht die Finger zu verbrennen.

Glaubt man den großen, internationalen Vermögensverwaltern und ihren zahlreichen Bemühungen, den deutschen Anleger zu charakterisieren, ist er vor allem eines: ängstlich. Bloß kein Risiko eingehen, lieber das Geld auf dem Sparbuch der Inflation zum Fraß vorwerfen, anstatt einen kurzfristigen Verlust zu riskieren. Und dann das: Laut Daten der Investmentgesellschaft EPFR Global flossen allein in der ersten Januarwoche mehr als 1,6 Milliarden Dollar in Fonds, die in Papiere mit hoher Rendite und hohem Risiko investieren. Laut dem Vermögensverwalter investieren besonders die Europäer seit Juli verstärkt in solche Junkbonds.

Prinzipiell verständlich, da außer den Schrottpapieren nur noch sehr wenige Finanzvehikel eine stabile Rendite bringen. Anleger, die trotz Abgeltungssteuer, Verwaltungsgebühren und Inflation real nicht ärmer werden wollen, brauchen ein Anlageprodukt, das rund vier Prozent Rendite bringt. Wer tatsächlich etwas verdienen möchte, braucht also noch mehr. Mit Aktien ist das teilweise zu schaffen - oder eben mit Mittelstandsanleihen, Anleihen von möglichen Pleitefirmen oder Pleitestaaten.

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Die soliden Investmentgrades brachten Mitte 2012 maximal zwei bis fünf Prozent, bei Tages- und Festgeld oder dem geliebten Sparbuch lag der Ertrag noch deutlich darunter. Es scheint also kein Weg an Unternehmensanleihen vorbeizuführen, wenn sich das Geld vermehren soll. Die riskanten Papiere - Hochzinsanleihen, Junkbonds oder High Yield Bonds - werfen dabei natürlich eine bessere Rendite ab, können dem Anleger aber auch schnell um die Ohren fliegen. Unternehmen, die als ausfallgefährdet gelten, wie beispielsweise der Autobauer Renault, der in Europa mit Absatzschwierigkeiten zu kämpfen hat, zahlen im Schnitt 3,25 Prozentpunkte mehr als sichere Emittenten.

Die Fresenius-Anleihe, die am 14. Januar platziert wurde, wurde von den Ratingagenturen S&P und Fitch mit der Note BB+ bewertet. Das bedeutet, dass es sich um eine spekulative Anlage handelt und bei einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage mit Zahlungsausfällen des Unternehmens zu rechnen ist. Die unbesicherten Anleihen im Volumen von 500 Millionen Euro sind mit einem Kupon von 2,875 Prozent ausgestattet und werden im Jahr 2020 fällig. Je spekulativer die Anleihe eingeschätzt wird, desto höher fällt die Rendite aus.

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