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Immobilien: Vergessen Sie das Häuschen, kaufen Sie Aktien!

von Jörg Hackhausen Quelle: Handelsblatt Online

Immobilien sind sicher. Aktien sind riskant. Das meinen viele Deutsche. Ein Denkfehler. Statt überteuerte Preise für Häuser zu zahlen, sollten Anleger nach Immobilienaktien schauen. Wir zeigen, worauf Sie achten sollten.

Hürde 1: Das Leben genießen

Lieber ausgehen als zuhause hocken
In jungen Jahren sind die Prioritäten ganz andere als in späteren Jahren, belegt eine Online-Umfrage der GfK.
Frage: Wenn Sie einmal an Ihre aktuelle Situation denken: Welche Bedeutung haben die folgenden Aspekte heute in Ihrem Leben? Partnerschaft - Leben genießen - Berufliche Karriere - Eigene Kinder - Absicherung im Alter - Eigenes Haus.
Ergebnis: „Partnerschaft“ und „Leben genießen“ sind für 20- bis 30-Jährige heute die wichtigsten Lebensziele. Beide Aspekte kommen jeweils auf knapp ein Viertel. Berufliche Karriere und Kinder folgen mit deutlichem Abstand, Altersvorsorge und ein Häuschen liegen am Ende der Rangliste.

Bild: obs

Seit der Finanzkrise hat ein Ansturm auf Immobilien eingesetzt. Die Menschen fürchten, dass ihr Geld bald weniger wert sein wird. Deshalb stecken sie es lieber in Beton und Steine. Die Flucht ins Eigenheim nimmt zum Teil absurde Formen an. Um ein Haus in begehrter Lage zu ergattern, sind Käufer bereit, extreme Preise zu zahlen. Ob das eine gute Idee ist, wird sich jedoch erst Jahre später zeigen, beim Verkauf. Die Risiken einer Immobilie – etwa Finanzierung oder Nebenkosten – werden oft außer Acht gelassen.

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Bei Aktien ist es genau umgekehrt. Hier schauen die Deutschen vor allem auf die Risiken. Kursschwankungen schrecken viele ab. Schließlich hat die Aktie einen Preis, der sich täglich verändert. Dass viele Aktien nach wie vor unterbewertet sind, wird gerne übersehen. „Dass Aktienkurse schwanken, ist kein Grund, nicht zu investieren; auch die Preise von Immobilien schwanken stark - allerdings sieht man es dort nicht jeden Tag“, sagt Privatbankier Friedrich von Metzler.

Dabei lassen sich die Vorteile von Immobilien und Aktien kombinieren: Mit Immobilienaktien können Anleger vom Immobilienboom profitieren, ohne gleich ein Haus zu kaufen. Der Vorteil: Schon mit kleinem Geld kann man einsteigen, und jederzeit wieder aussteigen. Zugegeben, ein Ersatz für die eigenen vier Wände ist das nicht. Aber als Geldanlage oder als Schutz vor Inflation können börsennotierte Immobilien-AGs durchaus interessant sein.

Preisentwicklung bei Wohnimmobilien seit der Eurokrise

  • Berlin

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1899 Euro*
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 24 Prozent

    * Kriterien: Durchschnittsimmobilie, 30 Jahre alt, gepflegter Zustand

  • Bremen

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1180 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 10 Prozent

  • Dortmund

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1252 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 1 Prozent

  • Dresden

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1692 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 19 Prozent

  • Düsseldorf

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2237 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 21 Prozent

  • Erfurt

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1718 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 15 Prozent

  • Essen

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1243 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 0 Prozent

  • Frankfurt

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2427 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 17 Prozent

  • Freiburg

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2625 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 28 Prozent

  • Hamburg

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2464 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 30 Prozent

  • Hannover

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1479 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 16 Prozent

  • Kiel

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1506 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 16 Prozent

  • Köln

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1994 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 17 Prozent

  • Leipzig

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1426 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 7 Prozent

  • Magdeburg

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 889 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 8 Prozent

  • Mainz

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1805 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 8 Prozent

  • Mannheim

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1788 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 13 Prozent

  • München

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 3692 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 33 Prozent

  • Nürnberg

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 1827 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 22 Prozent

  • Stuttgart

    Preis pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012: 2346 Euro
    Veränderung seit dem zweiten Quartal 2009: + 15 Prozent

„Zwei Aspekte sprechen für deutsche Immobilienaktien. Erstens weisen viele von ihnen nachhaltig hohe Dividendenrenditen aus. Zweitens besteht Potenzial auf Wertsteigerung“, sagt Markus Steinbeis, Leiter Fondsmanagement der Vermögensverwaltung Huber, Reuss & Kollegen.

Eine Immobilienaktie ist nichts anderes als ein Anteilsschein an einem Unternehmen, das sein Geld mit Immobilien verdient. Was viele abschreckt, ist eigentlich der große Vorteil: der Wert einer Immobilien-AG lässt sich jeden Tag am Börsenkurs ablesen; anders als bei Immobilienfonds, bei denen einmal im Jahr ein Sachverständiger vorbeikommt, um den Bestand zu bewerten.

Am deutschen Aktienmarkt ist eine Vielzahl dieser Firmen gelistet, zu den größten zählen Deutsche Wohnen, Gagfah, Deutsche Euroshop oder GSW Immobilien. Sie sind im MDax vertreten, dem Index der Deutschen Börse für die mittelgroßen Aktien. Demnächst kommt TAG Immobilien hinzu, der Aufstieg in den MDax ist bereits besiegelt.

Anleger sollten sich das Geschäftsmodell genau anschauen. Das kann sich von Fall zu Fall sehr unterscheiden: Die einen investieren in Wohnungen, andere setzen auf Büroimmobilien, wieder andere bauen Einkaufszentren; die einen leben von Mieteinnahmen, die anderen verdienen, indem sie Objekte günstig kaufen und teurer verkaufen.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 15.09.2012, 13:40 UhrJayjay1959

    Sicherer als Immobilienaktien sind Immobilienreits, z.B. Hamborner
    Reit, Alstria oder Wereldhave. Da REITS (Real Estate Immobilien Trusts) staatlich reglementiert sind, haben die Unternehmen eine große Eigenkapitaldeckung und schütten üppige Dividenden aus.

  • 13.09.2012, 13:39 UhrDerMonetarian

    Vorsicht, Leute. Vorsicht. Aktuell werden die Kurse nicht von der tatsächlichen, realwirtschaftlichen Entwicklung getragen, sondern von der massiven Geldmengenausweitung. Es handelt sich dabei um eine Liquiditätsblase. Wer jetzt in Aktien geht, der wird erleben, dass sich ein Großteil seines invetierten Geldes in Luft auflösen wird.

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