Insiderverdacht: Auffällige Geschäfte mit dem Goldpreis

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Insiderverdacht: Auffällige Geschäfte mit dem Goldpreis

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Gut abgesprochen Fünf Banken legen den Goldpreis fest.

von Frank Doll

Fünf Banken stellen fest, was eine Unze Gold weltweit kosten soll. Jetzt untersuchen Aufseher die intransparente Preisfindung – zu Recht. Doch nicht nur das antiquierte Ritual ist das Problem.

Und täglich grüßt das Murmeltier. Seit dem 12. September 1919 wird in der Londoner City der weltweite Referenzpreis für Gold festgestellt – heute wie damals sind daran nur fünf Banken beteiligt. Der Goldfixing genannte Preisfindungsprozess läuft im Prinzip noch so ab wie damals. Um 10.30 und um 15 Uhr Londoner Zeit geben Banken eigene Kauf- und Verkaufswünsche und die ihrer Kunden in Handelssysteme ein und einigen sich binnen zehn Minuten auf einen Preis.

„Das Goldfixing ist für Außenstehende sehr intransparent“, sagt Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. Der so undurchsichtig fixierte Goldpreis ist Richtwert für den Goldhandel weltweit, bestimmt die Erträge von Münzhändlern, Minen und Juwelieren. Investoren und Zentralbanken bewerten mit ihm ihre Bestände. Außerdem beeinflusst er die Terminmärkte, an denen Lieferansprüche auf Gold gehandelt werden, allen voran die New Yorker Comex.

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Die Tatsache, dass fünf Banken unbeaufsichtigt und nicht öffentlich einen weltweiten Referenzpreis festlegen, ließ Aufseher jetzt, fast ein Jahrhundert nach dem ersten Fixing, hellhörig werden. „Das ist eines der bedenklichsten Fixings, das ich je gesehen habe“, sagte Rosa Abrantes-Metz gegenüber dem Börsendienst Bloomberg. Die Professorin an der Stern School of Business brachte mit einem Aufsatz die Ermittlungen in Sachen Libor-Manipulation mit ins Rollen. Was beim Zins möglich ist, könnte überall klappen, wo Banken Preise aushandeln, an denen sich Märkte orientieren – auch im Devisenhandel. Die US-Aufsicht CFTC, die britische FCA und jetzt auch die deutsche BaFin prüfen alle derartigen Prozesse.

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Vor dem zweiten Fixing fällt der Goldpreis oft. Der Verdacht: Comex-Händler kennen den Preis vorab und wetten darauf. (Zum Vergrößern bitte anklicken)

Dass bei Gold etwas faul ist, hat Dimitri Speck nachgewiesen. Der Analytiker von Staedel Hanseatic hat aus Millionen Kursen ermittelt, dass der Preis seit 20 Jahren gehäuft scharf fällt, bevor in London gefixt wird (siehe Chart). Zu erwarten wäre zudem, dass die Handelsvolumina an der Comex erst anziehen, wenn das Ergebnis vorliegt, der Goldpreis tatsächlich gefixt ist. Andrew Caminschi und Richard Heaney aber haben das Gegenteil festgestellt, „eine Anhäufung von Handelsgeschäften unmittelbar nach Beginn des Fixings“, so die Professoren der Universität Perth.

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