Intelligent investieren: Achtung: Opportunitätsverluste

Intelligent investieren: So schlagen Sie Verlustängsten ein Schnippchen

Achtung: Opportunitätsverluste

Es gibt eine Verlustangst, die begründet ist, die jedoch häufig unterentwickelt bleibt. Und das ist die Sorge, dass attraktive Renditen an einem ungenutzt vorbeiziehen. Im Tagesgeschäft wird versucht, diese Opportunitätsverluste durch einen Vergleich zwischen der eigenen Portfolio-Rendite und der Rendite eines Vergleichsindex (wie zum Beispiel Dax, S&P 500 oder MSCI World) sichtbar zu machen: Liegt die eigene Rendite über (unter) der des Aktienmarkt-Indexes, hat man „outperformed“ („underperformed“). 

Solch ein Vorgehen ist allerdings problematisch. In den Aktienindizes sind stets Unternehmen enthalten, die alles andere als großartig sind, die vielleicht sogar ihre besten Zeiten schon hinter sich haben. Der umsichtige Investor ist daher gut beraten, Aktienmarkt-Indizes beiseite zu schieben und sich an den Investitionsergebnissen herausragender Investoren zu messen. Schließlich ist es das Ziel des Investierens, die größtmögliche Rendite zu erzielen mit den Aktien, deren Wert man mit großer Sicherheit bestimmen kann.

Vorsicht ist daher geboten, wenn die Vorteilhaftigkeit von handelsüblichen Aktienfonds beurteilt wird. Recht eindeutig liegt der Fall, wenn ein Fonds eine Rendite hat, die – etwa gemessen über einen Durchschnitt von fünf Jahren – geringer ist als der Vergleichsindex. Hier sind Opportunitätsverluste für den Investor unübersehbar. Weniger klar ist es jedoch, wenn ein Fonds die gängigen Aktienmarktindizes übertrifft. Denn auch hier kann der Investor erhebliche Opportunitätsverluste erlitten haben.

Der umsichtige Investor sollte sich an den Ergebnissen der erfolgreichen Investoren orientieren: den Investoren, die über lange Zeiträume hohe Renditen erzielt haben. Gegenüber ihnen sollte er die Rendite, die er selbst erwirtschaftet beziehungsweise die sein Fondsmanager erzielt, vergleichen – nach dem Motto „von den Besten lernen“. Ein absoluter Renditevergleich ist dabei durchaus sinnvoll, weil für Langfristinvestoren das kurzatmige Auf und Ab der Börsenkurse keine Bedeutung hat.

Emotionen im Griff, Verlustängste raus

Der Weg, seine kontraproduktiven Verlustängste beim Investieren auszuschalten, besteht darin, die Emotionen in den Griff zu bekommen. Das gelingt, wenn man den Wert der Aktien, in die man investieren will, hinreichend genau in Erfahrung gebracht hat. Zum einen kann man dann sinnvolle Investitionsentscheidungen treffen: Das Investieren ist gut begründet, wenn der Wert der Aktie über ihrem Preis liegt, den man an der Börse zu zahlen hat; und daher kann man auch mit solchen Entscheidungen gut schlafen.

Intelligent investieren Aktien werden noch teurer

Aktien sind schon recht hoch bewertet. Aber es besteht ein Zusammenhang zwischen Aktien, Dividenden, Anleihen und Zinsen, der es wahrscheinlich macht, dass Aktien noch teurer werden. Was Anleger wissen sollten.

Investieren, nicht spekulieren. Quelle: Fotolia

Zum anderen weiß man auch, wie man sich bei Kursschwankungen zu verhalten hat. Das Auf und Ab der Börsenkurse lässt einen kalt, solange der Wert der Aktie über dem Preis liegt, den man bezahlt hat. Und in dem Fall, in dem der Börsenkurs unter den Wert der Aktie fällt, ist der Kauf der Aktie noch attraktiver geworden. Erst dann, wenn eine Wertminderung der Aktie eintritt – und sie ist unabhängig vom Börsenkurs –, gibt es eine Notwendigkeit zu handeln: Dann muss man sich nach besseren Alternativen umsehen.

Der umsichtige Investor, der auf diese Weise seine Emotionen kontrolliert und seine Investitionsentscheidungen trifft, vermeidet die Fehler, die die meisten seiner Mitwettbewerber am Kapitalmarkt machen. Und hier wie in anderen Lebensbereichen gilt: Nicht selten reicht es aus, die Fehler, die andere machen, zu vermeiden, um besser abzuschneiden als der Rest. Kurzum: Wer den Wert kennt, schlägt Verlustängsten ein Schnippchen und kann erfolgreich investieren.

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