Investmentbanking boomt: Erstaunlich schnelle Genesung der US-Banken

Investmentbanking boomt: Erstaunlich schnelle Genesung der US-Banken

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Im dritten Quartal konnte JP Morgan seinen Gewinn auf 5,6 Milliarden Dollar steigern.

Für die großen US-Banken läuft das Investmentbanking wieder bestens und beschert ihnen Milliardengewinne. JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo haben nicht enttäuscht. Doch sie kämpfen weiter mit Problemen.

JP Morgan hat im dritten Quartal seinen Gewinn auf 5,6 Milliarden Dollar gesteigert, während die Erträge um fünf Prozent auf 25,2 Milliarden Dollar anschwollen. Im Vorjahresquartal war es noch ein Verlust von 380 Millionen Dollar. Damals hatte ein Bußgeld von gut sieben Milliarden Dollar wegen umstrittener Hypothekengeschäfte für rote Zahlen gesorgt. Rechtsstreitigkeiten belasteten das Ergebnis auch zwischen Juli und Ende September: Mit 1,1 Milliarden Dollar fielen die Ausgaben höher aus als in den Quartalen zuvor.

Die größte Bank der USA glänzte mit einem florierenden Tagesgeschäft, vor allem im Investmentbanking. So stiegen die Einnahmen im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar.

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Dabei spielte der Bank in die Karten, dass die Schwankungen an den Märkten im September wieder zugenommen haben - nachdem im Anleihehandel wegen der anhaltenden Niedrigzinsen lange Zeit Flaute herrschte. Das dürfte auch der Deutschen Bank Hoffnung machen. Ihre Zahlen werden am 29. Oktober erwartet. Insofern erweist sich JP Morgan einmal mehr als Stehaufmännchen, dass Milliardenverluste wie Milliardenstrafen gleichermaßen schnell verdaut und in die Gewinnzone zurückkehrt.

Die Gewinne aus dem Hypothekengeschäft von JP Morgan brachen allerdings um ein Drittel ein. Der amerikanische Immobilienmarkt kühlt sich ab, außerdem nutzten viele Hauseigentümer die Niedrigzinsphase für eine günstige Anschlussfinanzierung oder Umschuldung. Mit Darlehen an ärmere Immobilienkäufer hält sich das Institut nach eigenen Angaben zurück. Offenbar haben die hohen Bußgelder wegen krummer Hypothekengeschäfte doch für einen Lerneffekt gesorgt.

Citigroup will weiter schrumpfen

Die drittgrößte US-Bank Citi konnte ihr Ergebnis - bereinigt um Sonderfaktoren und ebenfalls getragen von einem starken Investmentbanking - um 13 Prozent auf fast 3,7 Milliarden Dollar steigern. Der Gewinn je Aktie stieg sogar um 15 Prozent und damit stärker als erwartet. Die Aktie legte um 3,5 Prozent zu.

Dennoch kämpft die Citigroup noch immer mit den Folgen der Finanzkrise. Nach ihrer Rettung durch den Staat entstand eine interne "Bad Bank", in der faule Kredite und Wertpapiere über die Zeit abgebaut werden sollen. Diese Sparte erreichte im abgelaufenen Quartal die Gewinnzone.

Doch die "Bad Bank" wird wohl noch größer. Im nächsten Jahr landen darin weitere Teile des Privatkundengeschäfts, wie Vorstandschef Michael Corbat ankündigte. Der Konzern soll schlanker werden.

Citigroup - die US-Bank mit dem größten Auslandsnetz - will sich weiter auf seine Wurzeln im Firmenkundengeschäft konzentrieren. Die Konsequenz: Das Institut zieht sich in elf weiteren Ländern aus dem Privatkundengeschäft zurück, zum Beispiel in Lateinamerika, aber auch aus Japan, Ägypten, Ungarn und Tschechien. Diese Unternehmensteile will Corbat bis Ende 2015 verkaufen.

Wells Fargo wenig spektakulär

Zum führenden US-Hypothekenfinanzierer hat sich mittlerweile Wells Fargo gemausert. Das kalifornische Institut konnte sich der Abkühlung auf dem Markt ebenfalls nicht ganz entziehen - der Quartalsgewinn kletterte vergleichsweise moderat um knapp zwei Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar.

Immerhin weist die Bank nun schon seit mehreren Quartalen in Folge sehr stabile Gewinne aus. Wegen des Niedrigzinsumfeldes sind allerdings die Gewinnmargen im Hypothekengeschäft auf dem niedrigsten Niveau seit zwei Jahrzehnten. Insgesamt trafen die Ergebnisse der Bank die Erwartungen an der Börse. Die Aktie gab leicht nach


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